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23.05.2012

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Rückschau: Costa Rica – Dschungelabenteuer für Familien

Sendeanstalt und Sendedatum: SR, Sonntag, 31. Juli 2011

Bild: Palmen am Strand von Costa Riva (Foto: SR) lupe Bildunterschrift: Abgelegene Strände und Dschungel - Costa Rica ist ein Naturparadies. (Foto: SR) ]
Wer hat als Kind nicht davon geträumt, wie Mogli oder Tarzan durch den Urwald zu turnen? Im Naturparadies Costa Rica können diese Kindheitsträume in Erfüllung gehen. Dschungeltouren werden hier auch für Familien angeboten.

Costa Rica bedeutet auf Deutsch "Reiche Küste". Reich ist das Land vor allem an Natur, und dementsprechend hat sich auch der Tourismus in dem kleinen mittelamerikanischen Land entwickelt, das kaum größer als Niedersachsen ist. In den letzten 25 Jahren wurde vor allem Ökotourismus wichtig. Inzwischen gibt es im ganzen Land Dschungel-Lodges oder kleine Hotelanlagen, die als Ausgangspunkt für Exkursionen in den Regenwald, den Nebelwald, zu den Vulkanen, Flüssen oder anderen Naturattraktionen dienen. Der klassische Costa Rica-Urlaub ist eine Rundreise durch das Land und ein anschließender Badeurlaub.

Costa Rica ist das politisch stabilste Land in Mittelamerika und unterhält traditionell enge Beziehungen zu Deutschland. Es gibt kein Militär. Zum Schutz von Urlaubern hat das Land eine Touristenpolizei aufgebaut. Costa Rica ist ein vergleichsweise sicheres Land mit einem hohen Bildungsgrad und entsprechenden Hygienestandards. Das macht auch das Reisen mit Kindern einfacher. Selbst die Tiere sind im Vergleich zu Afrika oder Australien harmlos - dafür aber unglaublich vielfältig und beeindruckend.

850 Vogelarten

Costa Rica liegt auf der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika und zeichnet sich durch eine besonders große Artenvielfalt aus. Grund hierfür ist zum einen die Brückenfunktion des Landes zwischen den Kontinenten. Zum anderen liegt es an dessen topografischer und klimatischer Vielfalt - tropische Regionen sind ohnehin besonders artenreich.

In Costa Rica gibt es sämtliche Waldtypen der Neotropen, von Trockenwald, Nebelwald, Regenwald, Bergregenwald, Mangrovensumpf bis zur Savanne. Etwa 850 Vogel- und 230 Säugetierarten sind in Costa Rica beheimatet. Bezaubernd sind vor allem Faultiere, Affen (vier verschiedene Arten) sowie Nasen- und Ameisenbären. Diese Tiere lassen sich auch recht gut in der Wildnis beobachten, vor allem in Begleitung eines fachkundigen Führers. Unter den Vögeln sind es vor allem der rote und der grüne Ara, verschiedene Tukanarten, Kolibris und der seltene Quetzal. Wobei Kolibris in allen Waldtypen entdeckt werden können, Quetzales nur im Nebelwald und die Aras und Tukanes nur im Regenwald. Bei diesem Waldtyp gibt es auch noch regionale Unterschiede. Tukane und Aras sieht man fast immer auf der südlichen Halbinsel Osa, die grünen Aras im Norden am Rio San Juan, an der Grenze zu Nicaragua.

Costa Rica ist inzwischen weltweit führend bei dem Ziel, klimaneutral zu werden. Bis 2021 soll das erreicht werden. Rund ein Drittel der Landesfläche steht unter Naturschutz, neben Nationalparks und anderen staatlichen Schutzgebieten gibt es auch zahlreiche großflächige private Schutzgebiete. So gehört zu authentischen Öko-Lodges beispielsweise immer auch ein privates Schutzgebiet. Es steht den Gästen zur Verfügung und ist durch gut gekennzeichnete Dschungelpfade erschlossen.

Tropische Temperaturen

Costa Ricas Jahreszeiten sind die Trocken- und die Regenzeit. Das Land liegt im
10. Nördlichen Breitengrad und ist damit absolut tropisch. Temperaturschwankungen sind kaum spürbar. Sehr deutlich ist jedoch der Unterschied zwischen Regenzeit und Trockenzeit – allerdings nicht im ganzen Land.

Die Trockenzeit beginnt im Dezember und endet im April, im Nordwesten des Landes, in der Provinz Guanacaste, ist sie am längsten und stärksten ausgeprägt. Wenn im Südwesten längst die tropischen Gewitter wieder den Wald befeuchten, dörrt die Nordwestregion noch immer. Dort sieht der Wald Ende der Regenzeit sehr karg aus, die Bäume verlieren wie bei uns im Winter die Blätter, einige blühen in dieser Zeit sehr schön. Weiter südlich wird es immer feuchter, und entlang der Ostküste gibt es gar keine ausgeprägte Trockenzeit.

Costa Ricas "Hotspots", also die beliebtesten Regionen, sind: Die Vulkane Poas, Rincon de la Vieja, Poas, Irazu und Arenal, das Nebelwaldgebiet Monteverde, die Strände von Guanacaste, die Halbinsel Osa, Strand und Park Manuel Antonio, das Sumpfgebiet (Amazonas von Costa Rica) Tortuguero. Um den Arenal gibt es viele Thermalquellen, zum Teil touristisch sehr ausgebaut. Strände finden sich in der Karibikregion südlich von Cahuita und auf der Pazifikseite – dort nahezu die gesamte Küste entlang.

Wann nach Costa Rica?

Beste Reisezeit ist von Dezember bis August, allerdings kann es auch dann immer wieder regnen. Im September und November ist die Regenzeit sehr heftig. Am trockensten ist es von Dezember bis April, und dann auch nur im Nordwesten.

Ausflug zur Faultierstation

Bild: Kind zu Besuch in der Faultierstation (Foto: SR) lupe Bildunterschrift: In der Tierstation von Encar Alviani dürfen auch Besucher die Faultierbabies füttern. (Foto: SR) ]
Tierstationen gibt es in Costa Rica inzwischen recht zahlreich, aber nicht alle öffnen auch für Gäste. Die Faultier- und Affenstation von Encar Alviani kann vormittags ohne Voranmeldung besucht werden. Der Eintritt kostet derzeit 14 Dollar pro Person; wer länger bleiben möchte, bekommt einen Einführungskurs für 50 Dollar und muss dann mindestens drei Wochen mithelfen. Die Station vermittelt private und sehr günstige Zimmer in unmittelbarer Nähe. Größere Spenden sind natürlich immer willkommen, da die Station keinerlei sonstige Unterstützung erhält – sie wird privat von dem Ehepaar Alviani getragen.

Die Station liegt 300 Meter südlich des Bougainvillearesorts, ein paar Kilometer südlich von Puerto Viejo. Auf der rechten Straßenseite ist die Station ausgeschildert. Nicht dadurch irritieren lassen, dass die Station "Jaguarescuecenter" heißt – das hat einen symbolischen Hintergrund: Obwohl das Center vor allem zur Rettung verwaister Faultiere und Affen geplant war, wurde Encar als erstes ein Jaguarbaby gebracht, das leider starb. Mit dem Namen soll seiner gedacht werden.

Infos:
www.jaguarrescue.com

Hängebrücken und heiße Quellen

Bild: Familie in Costa Rica (Foto: SR) lupe Bildunterschrift: In Costa Rica gibt es viele heiße Quellen, in denen man baden kann. (Foto: SR) ]
Das Dschungelleben spielt sich zum großen Teil in den entlegenen Baumkronen ab. Vor mehr als dreißig Jahren kamen ein paar Wissenschaftler auf die Idee, in Costa Rica Seilkonstruktionen und Aufzüge zu bauen, um in die Kronen des Regenwaldes zu gelangen und dieses Ökosystem zu erforschen. Diese Projekte stießen auf große Resonanz, so dass es in Costa Rica inzwischen mehr als 60 verschiedene Baumkronenkonstruktionen gibt mit Seilbahnen, Kletterseilen und Hängebrücken – vor allem für Besucher. Besonders kinderfreundlich sind die Hängebrücken am Vulkan Arenal. Kinder unter zwölf Jahren haben freien Eintritt, für Erwachsene kostet der Besuch 22 US-Dollar.

Infos:
www.hangingbridges.com

Am Fuße des Vulkans Arenal blubbern heiße Quellen, und es gibt inzwischen verschiedene Thermalbäder. Ruhig und entspannend sind die "Ecotermales", die wir auch im Film besuchen. Fast wie ein Spaßbad und entsprechend überfüllt sind die Baldi-Thermen sowie das Tabacon Resort. An Wochenenden und Feiertagen muss man dort mit Wartezeiten rechnen.

Infos:
www.arenal.net/tour/eco-thermales-hot-springs
www.arenal.net/baldi-hot-springs.htm
www.tabacon.com

Reiseplanung

Bild: Bus in Costa Rica (Foto: SR) lupe Bildunterschrift: Mit dem Bus kommt man gut vom Flughafen zum Hotel. (Foto: SR) ]
Alle im Film genannten und viele weitere Ausflüge können auch direkt bei Reiseveranstaltern gebucht werden. Nach dem Baukasten-Prinzip kann man sich seine eigene Reiseroute zusammenstellen - inklusive aller Transfers und der unten beispielhaft genannten Hotels. In Deutschland hat sich zum Beispiel die Agentur Travel to Nature auf individuelle Angebote in Costa Rica spezialisiert. Der Veranstalter bietet außerdem Pauschalreisen an.

Infos:
www.travel-to-nature.de

Ganz nah am Geschehen ist seit 1995 der deutsche Veranstalter Robert Koch mit seiner Reiseagentur Aventuras Tierra Verde und eigenem Büro in Costa Rica. Auch er hat sich auf individuelle, naturnahe Reisen durch Costa Rica spezialisiert.

Infos:
www.tierra-verde.com

Interbus und Grayline sind private Busunternehmen, die täglich zahlreiche Routen im ganzen Land befahren. Bei den verwendeten Fahrzeugen handelt es sich unter anderem um moderne Mercedes-Benz Istana, Sprinter, Hyundai Starex und Toyota Minibusse, die Gäste werden direkt vom Hotel abgeholt und zum gebuchten Hotel am Zielort gebracht. Angefahren werden die jeweils wichtigsten Hotels jeder Region. Dies ist eine ideale Möglichkeit für Individualreisende, Costa Rica auf bequeme und preisgünstige Weise zu entdecken. Aber auch die Bustransfers können von den Agenturen gleich mitgebucht werden, so dass man direkt vom Flughafen abgeholt und zum Zielort gebracht wird.

Infos:
www.grayline.com
www.interbusonline.com

Flugverbindungen

Die günstigste Flugverbindung von Deutschland ist Condor. Sonntags und mittwochs fliegt die Boeing 767 von Frankfurt nach San José. Das ist die einzige Verbindung, bei der man das Flugzeug nicht wechseln muss. Es gibt einen Zwischenstopp mit Aussteigen in Santo Domingo, nach kurzer Pause kehrt man auf seinen Platz zurück. Die Condor fliegt über Nacht. Man kann sich dann morgens direkt vom Flughafen zu einer Dschungellodge oder an den Strand bringen lassen, muss also nach der Ankunft nicht in der Hauptstadt übernachten.

Die Preise für den einfachen Flug liegen zur Zeit zwischen 449 Euro in der Economy und 999 Euro in der Comfortclass. Die Preise für Hin- und Rückflug sind oft unterschiedlich. Günstige Zubringerflüge nach Frankfurt können zum Beispiel bei der Lufthansa dazu gebucht werden (29 Euro).

Infos:
www.condor.com

Tägliche Verbindungen bietet die spanische Iberia an, meist jedoch etwas teurer und mit Umsteigen in Madrid.

Infos:
www.Iberia.com

Außerdem gibt es mit verschiedenen amerikanischen Airlines oft günstigere Verbindungen über die USA nach Costa Rica.

Naturschutz

Bild: Grüner Leguan (Foto: SR) lupe Bildunterschrift: Im Urwald anzutreffen: ein grüner Leguan. (Foto: SR) ]
Informationen über Naturschutz und konkrete Naturschutzprojekte, die unterstützt werden können, erhalten Sie bei der Organisation Tropicaverde, die ausschließlich Projekte in Costa Rica fördert.

Infos:
www.tropica-verde.de

 

Adressen & Links

Praktische Tipps:

Hotels:
L’Aqcua Viva Resort (im Film), familienfreundliches, luxuriöses Designerhotel an der Pazifikküste, fügt sich gut in die Vegetation ein, Region Nosara.
www.lacquaviva.com

Lagarta- und Lagarto-Lodge, beides sehr schöne Anlagen, deutschsprachig geführt, aber in völlig unterschiedlichen Regionen; werden deshalb oft verwechselt.

Lagarta-Lodge: mit dem schönsten Blick und traumhaftesten Sonnenuntergang, direkt über Mangrovensumpf und Schildkrötenstrand gelegen, mit eigenem angrenzendem Schutzgebiet. Allerdings teilweise sehr steil abfallendes Grundstück, daher nur für Familien mit größeren Kindern geeignet (ab zwölf Jahren). Sehr engagierte Schweizer Pächter.
www.lagarta.com

Die Lagarto-Lodge liegt ganz im Norden von Costa Rica unweit des Grenzflusses Rio San Juan, Tieflandregenwald, ebenfalls mit eigenem Schutzgebiet, ideal für Vogelbeobachtung mit speziellen Beobachtungssitzen. Hier kann unter anderem der seltene grüne Ara beobachtet werden, ideal auch für Fluss-Touren. Die Lodge ist ebenfalls unter deutschsprachiger Führung.
www.laguna-del-lagarto.de

In der Nähe des Vulkans Arenal (im Film) ist das ruhige Hotel Chachagua zu empfehlen, außerhalb des inzwischen etwas touristischen Ortes La Fortuna, ebenfalls mit privatem Schutzgebiet. Sehr schöne Bungalows, Pool mit Frischwasser, geführten Dschungeltouren u.a.
www.chachaguarainforesthotel.com

In der Hauptstadt bietet das außerhalb an einer Kaffeeplantage gelegene Posada Canal Grande einen wunderbaren Ein- oder Ausstieg (auf dem Weg vom oder zum Flughafen) mit Pool und Blick auf die Stadt inmitten von tropischen Früchten und Sträuchern, unweit auch ein Supermarkt und ein typisch costaricanisches Restaurant.
www.hotelcanalgrande.hostel.com

Alternativ, stadtnah und mit sehr modernen Zimmern: das Days Hotel
www.dayshotelsanjose.com

Richtung Karibik gibt es eine sehr ausgefallene Lodge, die auch nur mit größeren Kindern zu empfehlen ist, weil es nur mit Wildwasserbooten zu erreichen ist. Wildromantisch und doch exklusiv mitten im Dschungel. Guter Zwischenstopp auf dem Weg in die Karibik.
www.pacuarelodge.com

An der Pazifikküste liegen zum Beispiel die sehr familienfreundlichen Azania-Bungalows, südlich von Puerto Viejo, fast unmittelbar am karibischen Badestrand.
www.azania-costarica.com

Ein paar Kilometer weiter, nahe der Tierstation, liegt das ebenfalls sehr
schöne Bougainvillearesort, der nahegelegene wildromantische Strand dort hat allerdings gefährliche Strömungen.
www.buganvillearesort.com

 

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 31.07.2011. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Video zum Beitrag

Externe Links

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