Die Sendung vom 30. Dezember 2009 | 23:00 Uhr
In der Sendung am Mittwoch, 30. Dezember 2009, sind neben Mathias Richling mit dabei: Hagen Rether, Philipp Weber, Olaf Schubert und Ingolf Lück.
Ein Jahr der Superlative geht zu Ende. Superwahljahr, Superversprechungen, Superinsolvenzen, Superabfindungen und eine exorbitante Talfahrt der SPD sind nur einige Beispiele dafür. Und über allem kreist fröhlich der Pleitegeier. Mathias Richling kommentiert im Satire Gipfel die politischen Gegebenheiten des Jahres 2009 satirisch bissig und facettenreich.
In der Dezembersendung begrüßt er als Gäste Hagen Rether, Philipp Weber, Olaf Schubert und Ingolf Lück.
Hagen Rether polarisiert provokant genüsslich mit seiner hochpolitischen Pianoplauderei. Voller Angriffslust und Sarkasmus nimmt er das Weltgetriebe auseinander. Souverän und politisch absolut unkorrekt betreibt er seine ureigene Form der satirisch-kabarettistischen Aufklärung. Philipp Weber lässt ahnen, was das Wesen unseres Zeitgeistes ausmacht. Als quirliger Vertreter der Mitdreißiger-Generation führt er mit satirischem Schalk und einem Feuerwerk an Pointen, Wahn und Witz unsere Gesellschaft vor. Olaf Schubert ist wohl der bekannteste Rautenpullunderträger Deutschlands. Der schräge Weltverbesserer und selbsternannte Betroffenheitslyriker führt einen nie enden wollenden Kampf mit sich, der Sprache und dem Sinn derselben. Stets krampfhaft um gehobene Wortwahl bemüht, ist er ein typischer Krieger des Alltags. Ingolf Lück schließlich, der vielseitige Allrounder, komplettiert mit seiner schnellen Zunge und seinem Wortwitz frech und schlagfertig die Dezemberrunde.
Hagen Rether wird 1969 im rumänischen Bukarest als Sohn deutschstämmiger siebenbürgischer Eltern geboren. 1973 übersiedelt die Familie nach Deutschland und Hagen Rether wächst in Freiburg auf. Rether, der seit seinem achten Lebensjahr Klavier spielt, studiert an der Folkwang- Musikhochschule in Essen, wo er auch heute noch lebt. Dass er nicht nur ein brillanter Pianist sondern auch ein experimentierfreudiger Komponist ist, beweist er 1999 mit seiner CD "Hauptsache, ich werde gehört". Hagen Rether spielt Klavier. Nach weit über 2000 Bühnenauftritten, vorrangig als begleitender Pianist wie unter anderem für den Kabarettisten Dr. Ludger Stratmann, entsteht 2003 sein Soloprogramm "Liebe", das er stets aktualisiert und variiert. Bis heute ist der Flügel, mit dem er seinen Vortrag begleitet oder besser mit leichten Klavierakkorden und Musikzitaten streckenweise gekonnt minimalistisch untermalt, sein Markenzeichen. Sehr schnell katapultierte sich Hagen Rether durch zahlreiche namhafte Nachwuchspreise wie zum Beispiel "Das Fohlen von Niedersachsen" (2003), "Stuttgarter Besen"(2004) und Prix Pantheon (2004), bis in die Spitzenklasse deutschsprachiger Kabarettisten. 2008 erhält er den deutschen Kleinkunstpreis in der Kategorie Kabarett und wird mit der Fernsehfassung seines Programms "Liebe" für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Hagen Rether tourt mit seinem Programm "Liebe 2" durch das gesamte Bundesgebiet und ist gern gesehener Gast in Kabarettsendungen. Im Satire Gipfel tritt er ebenfalls in regelmäßigen Abständen auf.
Philipp Weber (geb.1974) wächst in Amorbach im bayerischen Odenwald auf und besucht dort bis zum Abitur das örtliche Gymnasium. In Tübingen, wo er heute noch wohnt, studiert Philipp Weber danach Biologie und Chemie und schließt das Studium 2003 mit dem Staatsexamen ab. Bereits während des Studiums tritt er bei Poetry-Wettbewerben auf und stellt 1999 sein erstes Soloprogramm "Das Hölderlin-Syndrom" in der Tübinger Studentenszene vor. 2001 tritt er mit "Herzattacken" erstmals an eine breitere Öffentlichkeit und wird dafür mit dem Passauer Scharfrichterbeil belohnt. 2004 erhält er den Baden-Württembergischen Kleinkunstpreis und über sein Soloprogramm "Schief ins Leben"( 2004) jubelt die Presse "…ein neuer Stern am Kabaretthimmel".
Im gleichen Jahr gründet er zusammen mit den Kabarett-Kollegen Matthias Tretter und Claus von Wagner das "Erste Deutsche Zwangsensemble". Neben weiteren Soloauftritten kommen nun Ensemble-Auftritte mit dem Programm "Mach 3" hinzu.
2007 wird das Erste Deutsche Zwangsensemble mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet.
Philipp Webers Soloprogramm "Honeymoon-Massaker" entsteht 2007 und er gewinnt in Folge 2008 den Deutschen Kabarettpreis (Förderpreis) und 2009 den Bayerischen Kabarettpreis in der Kategorie Senkrechtstarter. Philipp Weber schafft bravourös den Spagat zwischen politischem Kabarett und Comedy – er tritt mit Erfolg sowohl in Sendungen wie Quatsch Comedy Club als auch Mitternachtsspitzen auf. Im Satire Gipfel ist Philipp Weber regelmäßiger Gast.
Olaf Schubert ist 1967 in Plauen geboren. Schon als Kind beschäftigt er sich mit Musik. In Berlin und Minsk studiert er Musik und Architektur und arbeitet als Fußpfleger, Kameramann und Essensträger. Ab 1994 gibt Olaf Schubert zusammen mit den Musikern Jochen M. Barkas und Herrn Stephan Liedermacherkonzerte im Osten Deutschlands. Beide Musiker unterstützen ihn auch in dem alljährlich zur Weihnachtszeit stattfindenden Programm "Krippenspiel". Außerdem ist Olaf Schubert Mitglied der Band Dekadance und der Coverband Die Rockys. Sein erstes Soloprogramm "Hier bin ich" bringt er 1995 heraus. Während Olaf Schubert im Osten Deutschlands schon länger bekannt ist, erhält er vor allem durch seine regelmäßigen Auftritte im Quatsch Comedy Club und bei Nightwash bundesweite Aufmerksamkeit.
2001 erhält er den Cabinet-Kabarettpreis für sein Programm "Echte Menschen". Weitere Preise und Auszeichnungen folgen, so gewinnt er 2004 den "Salzburger Stier", 2005 den "Meininger Kleinkunstpreis", 2006 "Das große Kleinkunstfestival" der Berliner Wühlmäuse und 2008 den Deutschen Comedypreis in der Kategorie "Bester Newcomer". Außerdem wird er mit dem Deutschen Kleinkunstpreis 2010 in der Sparte Kleinkunst ausgezeichnet. Mittlerweile ist Olaf Schubert in sämtlichen Comedy- und Kabarettformaten vertreten, unter anderem als fester Bestandteil in der ZDF "heute show". Mit seinem aktuellen Bühnenprogramm "Meine Kämpfe" ist er bundesweit unterwegs.
In der Sendung Satire Gipfel ist Olaf Schubert das erste Mal zu Gast.
Ingolf Lück wird 1958 in Bielefeld geboren. Nach dem Abitur studiert er Germanistik, Philosophie und Pädagogik. Bereits während seines Studiums
ist er Mitglied und Gründer verschiedener Theaterformationen. 1982 gründet er, inspiriert und beeinflusst von anglo-amerikanischen Comedyensembles ( z.B. Jango Edwards and Friends Roadshow), "Das Totale Theater". Die Grundidee dieser Theaterform ist die Verbindung von Rockmusik, Theater, Clownerie, Zauberei, Mitspielaktionen und Kabarett. Bei einem Gastspiel (1984/85) im Kölner Sprungbretttheater, das zu einer gleichnamigen Talentshow in Form einer Vorabendserie im WDR führte, wird Ingolf Lück für die ARD-Musikvideosendung "Formel Eins" entdeckt. Danach ist er in verschiedenen Fernsehproduktionen, wie zum Beispiel "Pssst!" mit Harald Schmidt oder "Lücks Sketchsalat" zu sehen. Von 1990 bis 1992 moderiert er für das ZDF die Reise-Spielshow "10 oder geh´n".
Der endgültige Durchbruch gelingt ihm mit der "Wochenshow", die von 1996 bis 2002 auf Sat.1 zu sehen ist. Neben regelmäßiger Moderatorentätigkeit bei verschiedenen Fernsehsendern spielt er unter anderem die Hauptrolle in der ProSieben-Comedyserie " Das Büro".
Während seiner erfolgreichen Fernsehkarriere setzt Ingolf Lück seine Theaterarbeit immer fort. So sorgt er Mitte der Achtziger Jahre am Schauspielhaus Bonn mit den "Toten Hosen" in der Dramatisierung von "Clockwerk Orange" für Furore.
Mit dem Solostück "Caveman" unter der Regie von Esther Schweins feiert er 2002 Erfolge. 2003 führt er Regie in dem kanadischen Stück" Traumfrau Mutter". Seit 2007 ist er mit dem von ihm inszenierten Solo "One Way Man" unterwegs und im Bühnenstück "Die 39 Stufen" spielt er die Hauptrolle und hat auch Regie geführt. Im Frühjahr 2010 geht Ingolf Lück mit seinem neuen Solo-Programm "Zurück zu Lück" auf Tournee.

