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Bildunterschrift:
Leitlinien für die Programmgestaltung
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Die ARD-Leitlinien für die Jahre 2009/10 fallen in eine medienpolitisch entscheidende Umbruchsphase. Die kontrovers, oft aggressiv geführte Auseinandersetzung um die Zugangsrechte in der digitalen Welt hat nicht bloß rein wirtschaftliche Aspekte. Über die Verteilung und Verteidigung von Märkten und Marktvorteilen hinaus geht es vor allem um die Frage, ob seriöse Information und verlässlich aufbereitete Inhalte im Netz weiterhin eine öffentlich-rechtliche Adresse haben sollen. Gilt der gesellschaftliche Auftrag, eine "Grundversorgung für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen" zu bieten, auch in einer zunehmend vernetzten Zukunft mit ihrer Vielzahl an Verbreitungswegen?
Die ARD hat in dieser Frage einen eindeutigen Standpunkt: Die Zuschauer mit gut recherchierten und zuverlässigen Qualitätsprogrammen auch in Zeiten sich wandelnden medialen Nutzungsverhaltens zu erreichen, ist unser oberstes Ziel. Die globale Vernetzung einerseits, die größere Mobilität und fortschreitende Individualisierung andererseits erfordern erweiterte Angebote, die interaktiv, orts- und zeitsouverän abrufbar sind. Dies gilt insbesondere, wenn wir die jüngere Generation erreichen wollen, für die das Internet in den Bereichen Information und Unterhaltung zunehmend das meistgenutzte Medium darstellt. Die Frage nach der Erreichbarkeit der Jugend – im linearen Programm wie im Netz – ist uns deshalb ein zentrales Anliegen, das sich auch in den Leitlinien für die kommenden Jahre widerspiegelt.
Wir sehen es als eine unserer vordringlichsten Aufgaben an, die jungen Menschen früh an die Angebote der ARD heranzuführen, die für Werte wie Verlässlichkeit, Informationskompetenz, Nachhaltigkeit, Unabhängigkeit, Objektivität und Minderheitenschutz stehen – unverzichtbare Werte, auf denen unsere Glaubwürdigkeit jenseits kommerzieller Interessen beruht. Nach einer Umfrage von TNS Infratest ist das ARD-Gemeinschaftsprogramm Das Erste für die Mehrzahl der Bürger das qualitativ beste, am wenigsten verzichtbare und folgerichtig auch das nach wie vor meistgesehene Programm in Deutschland.
Bericht und Leitlinien entstanden in einem einjährigen Verständigungs- und Abstimmungsprozess mit der Gremienvorsitzendenkonferenz, dem ARD Programmbeirat für Das Erste sowie den ARD-Rundfunkräten. Die Mitwirkung der ARD-Gremien am Bericht wie an den Leitlinien ist uns besonders wichtig, weil aus der intensiven Diskussion und konstruktiven Kritik am Ende ein Papier entstanden ist, das eine von den Programmmachern wie den Vertretern der gesellschaftlichen Gruppen gemeinsam getragene Richtposition für die kommenden Jahre formuliert. Ein öffentlich-rechtliches Vollprogramm wie Das Erste braucht einen solchen Konsens – auch wenn es in einzelnen Fragen gewiss Meinungsunterschiede gibt.
Am Maßstab der Qualität muss sich das ARD-Gemeinschaftsprogramm als das Flaggschiff unseres föderalen Senderverbunds am Ende messen lassen. Qualität ist unser Wechsel auf die mediale Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wir alle, die Programmverantwortlichen und -macher, werden uns dafür beherzt und engagiert einsetzen.
Fritz Raff
Intendant des Saarländischen Rundfunks
Dr. Günter Struve
ehemaliger Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen