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ARD-Kulturbuch
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"Die ARD macht uns keiner nach!" – Dieses Bonmot, oft genug spöttisch verwendet, hat nirgends mehr an positiver Berechtigung als im Bereich der Kultur. Denn die ARD ist tatsächlich ein Kunstwerk der Vernetzung. Verwurzelt bis tief in die Regionen Deutschlands ermöglicht ihre föderale Struktur die Abbildung einer kulturellen Vielfalt, wie dies kein anderes mediales System vermag.
"Kultur" ist im Zusammenhang mit "ARD" oft genug ein Reizthema. Die einen hegen und pflegen den Generalverdacht, wir würden diese zarte Pflanze nur stiefmütterlich behandeln; für die anderen sind neun Radio-Kulturwellen oder 21 Klangkörper pure Verschwendung von Gebührengeldern.
Wie auch immer die Meinungen sein mögen, Tatsache ist: Nie zuvor war die ARD als Kulturvermittler, Kulturförderer und Kulturproduzent so stark und breit aufgestellt wie heute. Und Tatsache ist auch: Es gibt kaum eine ernsthafte Nachfrage auf dem kulturellen Sektor, für die sich im "Portfolio" der ARD samt ihren kooperierten Programmen und partnerschaftlichen Engagements kein entsprechendes Angebot fände.
Kultur für alle! – Das ist keine populistische Parole, sondern ein Bekenntnis zur Ausdifferenzierung und Diversifizierung, das den heutzutage höchst individualisierten Ansprüchen, Interessen und Vorlieben des Publikums Rechnung trägt. Denn in der Tat wollen wir dort ankommen – beim Publikum!
Das war nicht immer so. In den 50er Jahren gab es noch Intendanten, die ihren Programmen ausdrücklich kein Millionenpublikum wünschten. Sie wollten lieber die "happy few" bedienen. Inzwischen hat sich dies gründlich geändert: Die Kultur ist vom Olymp herabgestiegen und zu einem alltäglich von jedermann konsumierten "Lebensmittel" geworden. Hier das richtige, zeitgemäße "Sortiment" für alle Bedürfnisse bereit zu halten – das ist die Aufgabe der ARD. Denn was wäre mehr Geschmackssache als gerade die Kultur?
Das ARD-Kulturbuch will einen Zustandsbericht geben, das (Selbst-)Verständnis des Kulturbegriffs unseres Senderverbundes formulieren und Kulturperspektiven der ARD für die Zukunft benennen. Darüber hinaus haben wir einige prominente Vertreter des deutschen Kulturbetriebes gebeten, über ihre Erfahrungen mit der ARD zu schreiben, den Blick auch von außen auf unser Tun zu richten. Und ein "Daten, Zahlen, Fakten"-Teil bietet eine komprimierte Übersicht für all jene, die es kurz und knapp mögen. Auch hier gilt die Maxime: Für jeden nach seinem Geschmack. Blättern, schauen, überfliegen und lesen Sie selbst!
Fritz Raff
Intendant des Saarländischen Rundfunks
Dr. Günter Struve
ehemaliger Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen