Weiterentwicklung der technischen Methoden

Blick in die Untertitel-Redaktion
Blick in die Untertitel-Redaktion | Bild: ARD-Text

Mit der Weiterentwicklung technischer Methoden bieten sich heute folgende Möglichkeiten der Untertitel-Erstellung:

Die Untertitelung mit der normalen Computer-Tastatur

Der Redakteur fasst das gesprochene Wort aus dem Fernsehen in einem Untertitel zusammen und schickt ihn ab. Dabei ist gleichsam eine schnelle Auffassungsgabe und eine hohe Schreibgeschwindigkeit erforderlich. Als Variante davon kann man auch zwei Tastaturen mit zwei Redakteuren als eingespieltes Team einsetzen. Beide arbeiten gleichzeitig, verschriften abwechselnd die gesprochenen Sätze aus dem Fernsehen im "Reißverschlussverfahren". In der ARD wird dieses Verfahren bei der Untertitelung der politischen Talkshow "Anne Will" angewendet. Der Vorteil: Die kniffeligen Formulierungen der Politiker können recht präzise umgesetzt werden. Das intensive Schreiben auf der Tastatur ist kaum länger als 60 Minuten ohne Konzentrations- und Qualitätsverlust durchzuhalten. Diese Methode bietet sich also eher für kürzere Sendestrecken an.

Die Untertitelung mit einem Spracherkennungsprogramm

Bei dieser Form der Untertitelung muss man zunächst zwischen dem so genanntem Re-Speaking und der Produktion der Untertitel von einem unabhängigen Reporter unterscheiden. Beim Re-Speaking (Nachsprechen) verwandelt ein Redakteur den Originalkommentar in sendbare Untertitel. Dabei muss er die wichtigsten Inhalte des Kommentators so nachsprechen, dass diese möglichst als zweizeilige Untertitel gesendet werden können. Der Redakteur fungiert hier also als eine Art Untertitel-Dolmetscher. Bei der eigenständigen Reportage beobachtet der Untertitel-Reporter das Fernsehbild eigenständig und verfasst seine Untertitel unabhängig vom Originalkommentar der entsprechenden Übertragung. Natürlich kann er aber dennoch wichtige Informationen vom Kommentator übernehmen. Beide Methoden haben gemeinsam, dass zur Erstellung der Untertitel eine Spracherkennungssoftware benutzt wird. Per Mikrofon werden dabei die Untertitel eingesprochen. Die Spracherkennungssoftware wandelt das gesprochene Wort in Sekundenbruchteilen in Schrift um. Dabei eventuell auftretende Erkennungsungenauigkeiten oder Schreibfehler können dann noch per Hand korrigiert werden. Anschließend wir der Untertitel auf Sendung geschickt.

Die Untertitelung mit dem "Stenoclient"

Der "Stenoclient" ist eine spezielle Silbentastatur, wie man sie aus Gerichtsszenen in alten amerikanischen Schwarz-Weiß-Kriminalfilmen kennt. Ein Schriftdolmetscher stenographiert den Ton des Fernsehens mit und eine Software wandelt die Silben in ganze Sätze um. Mit dieser Methode können große Textmenge verarbeitet werden. Es ist nahezu möglich, den Original-Kommentar 1:1 zu untertiteln. Allerdings ist die Menge der gesendeten Untertitel dann meist so hoch, dass diese kaum noch gelesen werden können. Die Schriftdolmetscher müssen eine anspruchsvolle und lange Ausbildung absolvieren. Derzeit gibt es in Deutschland noch wenige Schriftdolmetscher.

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