17.03.2010

Magarete Steiff
Magarete Steiff

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Ein schwäbisches Portrait

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Margarete Steiff (Bild: SWR/Steiff GmbH)
Margarete Steiff um 1907 mit ihrem berühmten Teddybär.  
Ein schwäbisches Porträt


Teddybär (Bild: dpa)
Dieser Steiff-Teddy aus dem Jahr 1926/27 wurde für über 150.000 Euro versteigert.  
Internet-Seite für Steiff-Sammler (ext. Link)
Die schönsten Spielsachen der Welt sind von der Alb

Ein biographisches Portrait auf Schwäbisch von Gerhard Raff 

Des send arme ond teure Zeite gwä, die Hongerjahr vor dr Achtevierzger-Revoluzjo, wo älle Grombiere uff de Äcker verfault send ond die Leut en ihrer Verzweiflong nemme gwisst hend, was uff de Tisch nastelle. Ond da kriegt der Bauwerkmeister Friedrich Steiff aus Geislenge von seim Weib Maria, geborene Hähnle von Giengen, 's dritte Mädle, sei Margarete, en d'Wieg neiglegt, am 24. Juli 1847 en Giengen an dr Brenz. 

Ond mit anderthalb kriegt des Kend Kenderlähmong ond ka uff oimol seine Händle ond Füeßle nemme rege, ond der Vatter hat sei ganz Gerstle zammekratzt ond isch zu älle Dokter gspronge, ond koiner hat helfe könne. Weil des Mädle aber oineweg freundlich ond fröhlich gwä isch, gscheit ond uffgweckt ond ebbes könne hat, hend se älle möge, ond se hat sogar ganz normal mit de andre Kender en d'Volksschuel därfe. Ihre Gschwister hend se em Loiterwägele nagführt, ond no hat a liebe Frau se nufftrage ens Klassezemmer. Ond en Rechne ond en Religion hat se sogar en Oiser ghet, ond ihr liebster Bibelspruch isch gwä: "Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen (württ. Fassung: in den Schwaben) mächtig." 

Ond dr Vatter hat emmer no a Hoffnong ghet ond hat älles versuecht, ond hat se au zu dem berühmte Dr. August Hermann Werner nach Ludwigsburg zom Operiere bracht, omesonst, ond au a Thermalkur en Wildbad hat net viel bracht. 

Aber wenigstens hat se ihre rechte Hand a bissle besser bewege könne, ond nach dr Konfirmazjo hat se selber en a Nähschuel gange wölle, em Rollstuhl. Ond grad ausglernt, hat se mit ihre zwoi ältre Schwestre drhoim dui "Nähstube Margarete Steiff" uffgmacht. Ond weil se sauber ond fleißig gschafft hat, isch dr Lade bald guet gloffe, ond wie dui Stub dann z'klei worde isch, hat se mit ihrem Brueder a neus Haus baut. Ame scheene Tag schneidret se dem seine Kender aus übrige Wollfilzzipfele so kleine Elefante als Christtagsgschenk. Dr Elefant isch des Wappetier von dene alte Helfensteiner Grafe, ond sui isch ja von dr Muetter wie vom Vatter her a Helfesteinere gwä, ond die andre Kender en Giengen wöllet jetzt älle uff oimol au so a Filztierle von dr "Tante Gretle" han. Ond's Jahr druff ganget se scho uff de Christkendlesmärkt en Heideheim ond verkaufet oms Nomgucke die zwoi Säck voll Elefante, wo se drbei hend. Ond se nemmet so viel Uffträg mit hoim, dass se gar nemme nachkommet mit schaffe ond en Haufe Leut eistelle müeßet. 

Ond wie se sogar en Berlin ond en dr Schweiz die Filztierle han wöllet, machet se anno 1880 dui Firma "Margarete Steiff Spielwarenfabrik" uff. Ond dui wird a Sege für de ganz Heideheimer Alb, ond des Weible en ihrem Rollstuhl verlebt's no, wie 2200 Leut bei ihr schaffe därfet ond a sichers Eikomme hend ond Brot. Älle mögliche Viechle hend se en ihrem Sortiment ghet, ond ihrem Brueder sei Jonger, dr Richard, der hat en Stuegert en Nills Tiergarte am Herdweg die braune Bäre aguckt ghet ond hat drnach au so Bärle schneidre lasse ond isch drmit uff dui Leipziger Mess gange. Aber koi Sau en Sachsen hat se kaufe wölle, ond wien'r seine Ladehüeter am letzte Tag wieder eipackt, kommt grad no a Ami drhergloffe, a Spielzeughändler aus USA, ond lässt'n sei Schachtel nomol uffmache ond kauft älle uff oin Schlag ond bstellt nomol 3000 Stück. 

Ond wie anno 1904 em Präsident Theodor ("Teddy") Roosevelt sei Mädle Hochzich ghet hat, hend se die schwäbische Steiff- Bärle zur Zierde uff de Tisch gstellt. Ond jetz isch ganz Amerika verrückt gwä nach dene "Teddy-Bärle", ond se hend se milljoneweis importiert. Ond onter ons, sogar no em Präsident Ford sei bildschees Mädle, d'Susan hat sich anno 1976 so a Bärle mit "Knopf im Ohr" aus Degerloch schicke lasse. Aber se hat no doch ihren Leibwächter gheiratet . . . Hondertondvier Jahr nach'm Schiller, am 9. Mai 1909, isch dui Margarete Steiff gstorbe. 

"Mit ihr starb ein liebenswerter und schöpferischer Mensch, eine angesehene und beliebte Mitbürgerin, in ihrer Herzensgüte eine Wohltäterin vieler Armen, eine halbgelähmte, behinderte Frau, die nie den Mut verloren und sich mit ihren Tieren in Millionen von Herzen in aller Welt ein Denkmal gesetzt hat."

Mit freundlicher Genehmigung der STUTTGARTER ZEITUNG



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