SENDETERMIN Do, 05.05.16 | 23:30 Uhr | Das Erste

Nuhr im Ersten

"Nuhr im Ersten - Der Satiregipfel", angriffslustiges und scharfzüngiges politisches Kabarett mit Dieter Nuhr (Foto) im Ersten.
Angriffslustiges und scharfzüngiges politisches Kabarett mit Dieter Nuhr und seinen Gästen im Ersten.

Die Gäste: Andreas Rebers, Hazel Brugger, Ingmar Stadelmann und Torsten Sträter

Hazel Brugger ist 22 Jahre alt und lebt in Zürich. Erst seit kurzer Zeit steht sie auf den Bühnen des Poetry Slam und fällt auf durch ihre ganz besondere Art. Mit staubtrockenem Humor und ein bisschen mäßig gelaunter Zurückhaltung sehen wir eine junge  Frau, die einfach lustig ist, wenn sie nur dasteht und sagt, was sie denkt.

Andreas Rebers meint: „Kabarett ist wie Salat - Es muss frisch bleiben!”
Minimalistische Pointen sind seine Stärke. Andreas Rebers spricht, singt, spielt Akkordeon und Klavier, auf keinen Fall Gitarre. Sprachlich präzise und geschliffen, hochmusikalisch, facettenreich und mit großer Freude an politischer Unkorrektheit entzieht er sich hakenschlagend allen Kategorien. Sein Humor ist schwarz, respektlos, intelligent und aberwitzig.

Ingmar Stadelmann ist Comedian und Moderator. Mit erhobenem Haupt stellt er sich  dem Kampf gegen die Humorlosigkeit und schafft es, die Grenzen zwischen Kabarett und Comedy aufzulösen. Stadelmanns  Stand-Up Comedy ist hart, ehrlich, authentisch und auf jeden Fall saulustig.

Bei Torsten Sträter ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber er lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus. Und das alles mit einer angenehmen Stimme.

Hazel Brugger

Hazel Brugger
Hazel Brugger

Darf man sein Kind so nennen, wie man will, nur um es nachher auszulachen? Müssen schnulzige Liebestexte immer verliebt sein?

Und lohnt es sich, krank zu werden, nur damit man die Versicherungsgebühr nicht umsonst bezahlt hat? Diesen und unzähligen weiteren Fragen geht Hazel Brugger in ihren nachdenklichen, lustigen und manchmal auch absurdbrutalen Texten auf den Grund.

Hazel Brugger wurde Anfang der Neunziger unter kalifornischer Badewettersonne geboren, biss sich anschließend selbst die Nabelschnur durch und warf sie dem entbindenden Arzt um die Ohren. So zumindest das Gerücht.

Danach von den Eltern bis auf weiteres für immer nach Zürich in die Schweiz geschleppt. Heute ist sie rund drei- bis fünfmal die Woche auf Slambühnen und anderen Brettern in der Schweiz, in Deutschland oder Österreich anzutreffen. Abseits der Bühne liebt sie es, Haushaltsgeräte zu reparieren und von ihrem Hund im Apportieren geschlagen zu werden. Sollte kein russischer Zar sie jemals ehelichen wollen, so hofft sie doch sehr, dass das mit ihrem Philosophiestudium etwas wird.

Hazel Brugger brüskiert und berührt virtuos und stets bescheiden, sie kreiert wilde Geschichten aus dem Nichts und findet schöne Worte für das Hässliche. Mit ihrem verspielten Charme penetriert sie kompromisslos die Psyche jedes Zuschauers – und der hat auch noch Spaß daran. Schonungslos, detailverliebt und mit viel Herz zerlegt Hazel Brugger die Welt in Einzelteile. Und führt ihr Publikum dabei stets über einen schmalen Grat, mal still, mal wild, aber immer sehr komisch.

Andreas Rebers

Andreas Rebers
Andreas Rebers

Minimalistische Pointen sind seine Stärke. Andreas Rebers spricht, singt, spielt Akkordeon und Klavier, auf keinen Fall Gitarre.

Andreas Rebers wächst im niedersächsischen Weserbergland auf, wo er mit der Stimmungskapelle "Los Promillos" auf Schützen-, Feuerwehr- und Vereinsfesten sein erstes musikalisches Betätigungsfeld findet. Während seines späteren Studiums an der Universität Hannover ergeben sich erste Kontakte zur freien Theaterszene und zum Kabarett. Von 1984 bis 1988 studiert er bei Thomas Aßmus Akkordeon. 1989 wird er Musikalischer Leiter des Schauspiels am Staatstheater Braunschweig und arbeitet als Komponist für Bühnen- und Schauspielmusiken. Ab 1991 betätigt sich Andreas Rebers auch als freischaffender Autor und Kabarettist – sein erstes Soloprogramm "Realitätsverluste" stellt er im gleichen Jahr vor. In regelmäßigem Abstand entstehen weitere Soloprograme, so zum Beispiel "Musik und gute Laune" und "Schluss mit lustig". Sein Markenzeichen ist ein Akkordeon, das er Strapsmaus betitelt. 1997 wechselt Andreas Rebers vom Braunschweiger Schauspielhaus an die Münchner Lach- und Schießgesellschaft und wird Ensemblemitglied. Unter seiner Federführung entstehen die beiden Programme "Die Polka-Krise" und "Das vertanzt sich". 1998 verlässt Andreas die Münchner Lach und Schießgesellschaft. Eine Kabaretttriologie über das "Ich", "Überich" und "Untermir" entsteht. 2003 gewinnt er den Publikumspreis des Prix Pantheon.

Im Laufe der Zeit erhält er für die nachfolgenden Soloprogramme die höchsten Auszeichnungen, die im deutschsprachigen Kabarett vergeben werden – den Salzburger Stier (2006), den Deutschen Kleinkunstpreis (2007) und den Deutschen Kabarettpreis (2008) und den Musikpreis beim Bayerischen Kabarettpreis (2013). Sprachlich präzise und geschliffen, hochmusikalisch, facettenreich und mit großer Freude an politischer Unkorrektheit entzieht er sich "hakenschlagend allen Kategorien". Neben zahlreichen Fernsehauftritten ist Andreas Rebers regelmäßig bei „Nuhr im Ersten“ zu Gast. Sein aktuelles Programm trägt den Titel „Rebers muss man mögen"

Ingmar Stadelmann

Ingmar Stadelmann
Ingmar Stadelmann

BERLIN, 2016: Eine Sensation! INGMAR STADELMANN, der sympathischste „Bäd Äss“ der Comedy wird zu “Nuhr im Ersten” eingeladen! Solch frohe Botschaften kamen bei Ingmar Stadelmann nicht über Nacht. Das verhindert schon seine Humorfarbe: Schwarz.

„Ich möchte ein besserer Mensch werden“, sagt Stadelmann, „und mache deswegen die Anderen schlecht“ – und das macht er gut! Mit feinster StandupComedy in amerikanischer Tradition trifft er auch mal unter die Gürtellinie, aber immer direkt ins Komikzentrum. „Ein Sympath“, sagt Bastian Pastewka über ihn, „Trotz der vielen kleinen Frechheiten! Ein Sympath!“

Drei Jahre lang war Stadelmann mit seinem ersten Bühnenprogramm „Was ist denn los mit den Menschen?“ auf Tour. Drei Jahre, in denen er reichlich Preise und Fans gewonnen hat: Er entschied 2014 den „RTL Comedy Grand Prix“ und den „Deutschen Comedypreis“ in der Kategorie „Bester Newcomer“ für sich. „Man hängt dir an den Lippen“, wendet sich Eckhard von Hirschhausen beim RTL Comedy Grand Prix an Stadelmann, „man will nichts verpassen und dabei bist du eben saupräzise und saugut!“ 

2015 setzte sich der 1980 im ostdeutschen Salzwedel geborene Stadelmann die KabarettKrone auf und gewann sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis beim „Großen Kleinkunstfestival der Wühlmäuse“ in Berlin.

Bissig und mit intelligentem Charme schafft Ingmar Stadelmann es, die Grenzen zwischen Kabarett und Comedy aufzulösen: So ist er nicht nur Moderator beim erfolgreichsten Radiosender in NRW 1LIVE, sondern auch gern gesehener Gast bei nahezu allen Comedy- und Satire-Formaten im TV. Stadelmanns eigene Shows, der „Fat Chicken Club“ auf Tele 5 und die „LateLine“ auf EinsPlus, haben bereits Kultstatus erreicht. 

Der fulminante Abschluss seines ersten Bühnen-Solos ist seine erste  gleichnamige DVD, ein zweistündiger Walkürenritt durch die Untiefen und den Grenzbereich des deutschen Humors. Stand-up Comedy, wie sie nach Stadelmanns Meinung sein sollte: hart, ehrlich, authentisch und auf jeden Fall saulustig.

Sein nun aktuelles Programm nennt Stadelmann #humorphob und tourt damit bereits erfolgreich durch Deutschland. Mit erhobenem Haupt stellt sich Ingmar Stadelmann dem Kampf gegen die Humorlosigkeit, mit den ihm dafür zur Verfügung stehenden Waffen: Der humoristischen Kalaschnikow, der Pointen-Geiselnahme, der Terror-Punchline oder als Selbstgag-Attentäter: revolutionär, charmant-provokant, irre!

Torsten Sträter

Torsten Sträter
Torsten Sträter

Torsten Sträter – Bei ihm ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus.

»Ich bin Torsten Sträter.

Ich wiege bei 1,80 Höhe etwa eine halbe Tonne, weswegen ich nicht damit rechne, Booking-Anfragen für Katalogfotos zu bekommen. Ich komme darüber weg. Wenn ich nicht an meinen Geschichten für Bücher und Lesungen arbeite, sitze ich auf dem rapide durchschimmelnden Holzmobiliar meines Balkons. Ich weiß nicht, was in diese Baumarktleute gefahren ist – man bricht sich sicher keinen Zacken aus der Krone, wenn man Gartenmöbeln aus Holz einen Zettel beilegt: Bitte einölen, imprägnieren oder nur in der Wohnung benutzen! Wer soll das wissen? Bis Ende des Sommers, vermutlich arbeite ich dann grade an einem Essay über Pudding oder sowas, wird im hellen Sonnenlicht das Holz unter mir explodieren und ich werde von einem Stuhlbein gepfählt. Gut, dass ich den Bon noch habe.

Ich bin, wenn ich mich nicht in Gefahr begebe, in der Republik unterwegs und lese vor – bei Poetry Slams, auf Sololesungen, Lesebühnen und bizarren Mixed Shows (Ein Orgelspieler, ein Luftballontier-Clown, eine Frau, die mit Küchengeräten spricht, ich. So in der Art.) Fakt ist: Der Poetry Slam hat mich hervor gebracht … allerdings bin ich, was meine Teilnahme an Slams angeht, so unzuverlässig, dass gemunkelt wird, in meinem Keller stände ein Glücksrad, das folgende Felder aufweist:

- Playstation spielen
- Urologe
- Paniermehl kaufen und Brot klonen
- Liegen
- Caprisonne-Tüten abheften
- Zum Poetry Slam fahren

Das ist natürlich Unfug. "Urologe" ist nicht drauf. "Playstation spielen" dafür zwei Mal. Was noch?

Ich stehe (jugendliche Formulierung) auf Musik von Sinatra, Rammstein und Bach, beneide Menschen, die gut Piano spielen können (und mit "beneide" meine ich "hasse"), kann z. B. über Horst Evers, Fritz Eckenga, Malmsheimer, Onkel Fisch, Helge Schneider und Stromberg lachen, nicht aber über den Psychopathen, der bei uns frühmorgens durch die Siedlung fährt und beschissene Flötenmusik vom Band spielt, damit man ihm Metallschrott bringt. Was denkt der Vogel sich? Dass ich da um sieben aus der Kiste schnelle und ausrufe:

'POTZTAUSEND! Da isser wieder! Da werde ich doch direkt mal eine Heizungsverkleidung abschrauben und sie noch in Unterhose feilbieten! Ich wusste doch gar nicht, wohin damit! Endlich wird dieser Klumpen Blech seiner wahren Bestimmung zugeführt: Unter die Fittiche des kettenrauchenden Schrott-Eumels mit seiner völlig unmelodischen, ja kakophonischen Drecksflöte! Hurra!'

Dafür unterstütze ich den deutschen Buchhandel. Durch massives Einkaufen und Auftritte. Lassen Sie sich gesagt sein: Kleine Buchläden sind schöner. Und besser. Warum? Fragen Sie sich einfach, was Sie lieber tun …

a) über Bücher reden.
b) Rolltreppe fahren.

Der neue Roman über mittelalterliche Reiseprostitution kostet übrigens überall das gleiche. Also kann es kein Fehler sein, dort zu kaufen, wo man Sie wiedererkennt.
Na ja …
Halten Sie die Ohren steif – und wenn Sie das anatomisch nicht geregelt kriegen, blicken Sie einfach nach vorn. Hinter Ihnen ist meistens nix.

Ihr Torsten Sträter«

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