SENDETERMIN Do, 09.03.17 | 22:45 Uhr | Das Erste

Nuhr im Ersten

Sendung vom 9. März 2017 | Video verfügbar bis 09.03.2018

Gäste: Ingo Appelt, Josef Hader, Andreas Rebers, Torsten Sträter

Seit Jahrzehnten durchbohrt Josef Hader als Kabarettist, Autor und Schauspieler pointiert und schonungslos die tiefgründige Seele Österreichs. Das Land ohne Josef Hader – kaum vorstellbar. In diesem Jahr ist er mit seinem ersten eigenen Film "Die wilde Maus" auf der Berlinale vertreten. Und kurz darauf zum ersten Mal bei "Nuhr im Ersten" - nur mit Worten, dafür aber mindestens genauso wirkungsvoll.

Ingo Appelt garantiert messerscharfe Beobachtungen, brillanten Wortwitz, sowie freche und verschmitzte Pointen. Als "Enfant terrible der Comedy" wird er gerne ins kommerzielle, wie ins öffentliche Fernsehen eingeladen. In seinem runderneuerten Programm "Besser ist besser!" zeigt Ingo Appelt den modernen Weg zu einem besseren Leben.

Andreas Rebers meint: "Kabarett ist wie Salat - Es muss frisch bleiben!”
Minimalistische Pointen sind seine Stärke. Andreas Rebers spricht, singt, spielt Akkordeon und Klavier, auf keinen Fall Gitarre. Sprachlich präzise und geschliffen, hochmusikalisch, facettenreich und mit großer Freude an politischer Unkorrektheit entzieht er sich hakenschlagend allen Kategorien. Sein Humor ist schwarz, respektlos, intelligent und aberwitzig.

Bei Torsten Sträter ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber er lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus. Und das alles mit einer angenehmen Stimme.

Josef Hader

Schauspieler Josef Hader in der Rolle Brenners
Josef Hader

1962 Josef Hader wird in Waldhausen, Oberösterreich, geboren.

1968 Volksschule Nöchling. Wegen wiederholtem Lügen richten die Lehrer in den kommenden Jahren mehrere Briefe an seine Eltern. Die Unterschrift lässt Hader von seiner Großmutter fälschen. Ministrant.

1972 Bischöfliches Knabenseminar in Melk. Öffentliches Stiftsgymnasium. Chorsänger, Mesner, Organist, Bettnässer.

1980 Erste Kabarettversuche an der Schule. Kritische Nummern über Lehrer vor Schülern. Riesenerfolg. Das Wesen von Kabarett verstanden.

1990 "Deutscher Kleinkunstpreis".
1991 Gemeinsam mit Alfred Dorfer schreibt er das satirische Stück "Indien".

1992 Erste Hauptrolle vor der Kamera im Fernsehfilm "Cappuccino Melange", mit ihm spielt Enrica Modugno.

1993 "Indien" (Regie: Paul Harather) wird mit Alfred Dorfer und Josef Hader verfilmt.

1994-1999 tingelt Josef Hader mit seinem Soloprogramm "Privat" durch den deutschsprachigen Raum und hat ca. 500.000 Zuschauer. Die wenigsten hat er dabei in Halle an der Saale: dreiundvierzig.

2000 spielt er mit Roland Düringer im Film "Der Überfall" (Regie: Florian Flicker). Dafür bekommt er beim Filmfestival Locarno den Darstellerpreis.

2001 Josef Hader arbeitet bei der Wolf-Haas-Verfilmung "Komm süßer Tod" am Drehbuch mit und spielt unter der Regie von Wolfgang Murnberger zum ersten Mal Privatdetektiv Simon Brenner. Sein weibliches Gegenüber gibt die unvergessliche Barbara Rudnik.

2003 Brenner, die zweite: Mitarbeit am "Silentium"-Drehbuch (Regie: Wolfgang Murnberger), gemeinsam mit Joachim Król Hauptdarsteller.

Ab 2004 fährt Josef Hader mit seinem Programm "Hader muss weg" herum. In Halle war er damit noch nicht.

2009 spielt er mit Josef Bierbichler im dritten Brenner-Krimi "Der Knochenmann", bei dessen Drehbuch er wieder als Co-Autor mitgewirkt hat. Für "Ein halbes Leben" von Nikolaus Leytner bekommt er den "Deutschen Fernsehpreis" als bester Schauspieler.

2010 sorgt er im "Aufschneider" als Dr. Fuhrmann für pathologische Einblicke. Der TV-Zweiteiler (Regie: David Schalko) wird auf dem 16. internationalen TV Festival der montenegrinischen Stadt Bar mit der "Goldenen Olive" ausgezeichnet.

2011 erhält Josef Hader den "Göttinger Elch", Deutschlands einzigen Satire-Preis.
Er stellt sein Programm "Hader spielt Hader" neu zusammen, mit Teilen aus den letzten fünf Programmen.

2012-2013 tourt Josef Hader durch Deutschland, die Schweiz und Österreich. Das Trio Haas- Murnberger-Hader erarbeitet das Drehbuch zum vierten Brenner-Film, "Das ewige Leben".

2014 wird dieser gemeinsam mit Tobias Moretti in Graz abgedreht. Die Doku "Morgenland im Abendland" (Regie: Werner Boote) führt Josef Hader auf den Spuren der Mauren durch Andalusien.

2015 läuft "Das ewige Leben" im Kino. Im Frühjahr dreht Josef Hader im Mühlviertel den ORF- Landkrimi "Der Tote am Teich" (Regie: Nikolaus Leytner). Im Herbst finden in Wien und Niederösterreich die Dreharbeiten zum Kinofilm "Wilde Maus" statt, bei dem Josef Hader erstmals als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller mitwirkt.

2016 kommt Maria Schraders Film "Vor der Morgenröte" in die Kinos, in dem Josef Hader den emigrierten Schriftsteller Stefan Zweig verkörpert. Der Film wird als Österreichs Beitrag für den Auslands-Oscar nominiert. Im Sommer steht Josef Hader als einer der Hauptdarsteller der TV- Komödie "Die Notlüge" (Regie: Marie Kreutzer, Buch: Pia Hierzegger) in Graz vor der Kamera. Ende des Jahres dreht er in Amsterdam und München den Kinofilm "Arthur & Claire".

Für 2017 ist der Kinostart seines Films "Wilde Maus" in Österreich (Februar) und Deutschland (März) geplant. 

(Stand August 2016)

Ingo Appelt

Ingo Appelt
Ingo Appelt

1967 in Essen geboren, beginnt Ingo Appelt 1982 nach der Schule eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Wie im "Pütt" verbreitet, schlägt Ingos Herz schon bald links und Ende der 1980er Jahre hat er seinen ersten Auftritt bei der Jugendkonferenz der IG Metall, der 1990 in die erste Tournee mündet: mit dem Programm "Heiter Be-Sinnlich" tourt Ingo durch die Republik.

1991 folgt der Zivildienst, Ingo intensiviert nebenbei seine Auftrittstätigkeit. 1993 stehen bereits 130 Gastspiele mit dem Programm "Wir sterben und Sie machen Witze" in seinem Kalender, 240 Gigs sind es in 1994 – außerdem wird das Fernsehen auf Ingo aufmerksam: Er ist bei "RTL Samstag Nacht", der "RTL Nachtshow" und bei "Late Night mit Thomas Gottschalk" (RTL) ein gern gesehener Gast.

1996 ist Zeit für ein neues Programm. "Der Abräumer" macht seinem Namen alle Ehre und so lassen auch weitere TV-Highlights nicht auf sich warten. 1999 genießt Ingo geradezu ein Popstar-Image: Er tritt bei der Echo-Verleihung auf und Marius Müller-Westernhagen lädt ihn als Supporting-Act für die Abschiedstournee ein – das beschert Ingo einen Stadion-Auftritt vor 75.000 Zuschauern. Das hat auch Auswirkungen auf Ingos eigene Tournee: Jeweils 120.000 Zuschauer sehen Ingos "Wet Side Tour" 1999 und 2000.

2000 erhält Ingo auch seine eigene Fernsehshow: "Die Ingo Appelt Show" geht bei ProSieben auf Sendung. Nach einem "ersten offiziellen Babyjahr" 2001 startet Ingo 2002 und 2003 mit seinem neuen Programm "Superstar" wieder voll auf der Bühne durch. 2005 läuft das Programm "Superstar" mit zwei Highlights aus: die CD zur Tour wird veröffentlicht und ProSieben strahlt einen Live-Mitschnitt der Show aus. Aber Ingo gönnt sich keine Pause: Schon im Herbst 2005 tourt er wieder – mit dem neuen Programm "Retter der Nation". 2006 vergeht kaum ein Tag, an dem Ingo nicht mit seinem neuen Programm auf der Bühne steht. Überdies nimmt er sich wieder Zeit für Gastauftritte.

Ende 2008 steht der programmatische Titel für das erste Buch, Hörbuch und des nächsten Tourprogramms fest: "Männer muss man schlagen!". 2009 und 2010 wird die "Männer muss man schlagen!-Tour" erfolgreich fortgesetzt und Ingo ist im Kinofilm: "Morgen, ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film" auf der Leinwand zu sehen. Seit 2010 ist Ingo auch regelmäßig bei "Nuhr im Ersten" zu Gast. 2011 beginnt mit neuen Folgen des Quatsch Comedy Club – und es geht wieder auf die Bühne. Das Motto: "Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten!" Halleluja!

2014 ist Ingo erstmals seit 1999 nicht nur Gast, sondern regelmäßiger Gastgeber einer Fernsehsendung: Er übernimmt als Moderator die traditionsreiche Satiresendung "Kabarett aus Franken" im Bayerischen Fernsehen.

Anfang 2015 folgte das runderneuerte Programm: "Besser ist besser!" und Ingo ist weiterhin regelmäßiger Gast bei "Nuhr im Ersten".

Andreas Rebers

Andreas Rebers
Andreas Rebers

Minimalistische Pointen sind seine Stärke. Andreas Rebers spricht, singt, spielt Akkordeon und Klavier, auf keinen Fall Gitarre.

Andreas Rebers wächst im niedersächsischen Weserbergland auf, wo er mit der Stimmungskapelle "Los Promillos" auf Schützen-, Feuerwehr- und Vereinsfesten sein erstes musikalisches Betätigungsfeld findet. Während seines späteren Studiums an der Universität Hannover ergeben sich erste Kontakte zur freien Theaterszene und zum Kabarett.

Von 1984 bis 1988 studiert er bei Thomas Aßmus Akkordeon. 1989 wird er Musikalischer Leiter des Schauspiels am Staatstheater Braunschweig und arbeitet als Komponist für Bühnen- und Schauspielmusiken. Ab 1991 betätigt sich Andreas Rebers auch als freischaffender Autor und Kabarettist – sein erstes Soloprogramm "Realitätsverluste" stellt er im gleichen Jahr vor. In regelmäßigem Abstand entstehen weitere Soloprograme, so zum Beispiel "Musik und gute Laune" und "Schluss mit lustig".

Sein Markenzeichen ist ein Akkordeon, das er Strapsmaus betitelt. 1997 wechselt Andreas Rebers vom Braunschweiger Schauspielhaus an die Münchner Lach- und Schießgesellschaft und wird Ensemblemitglied. Unter seiner Federführung entstehen die beiden Programme "Die Polka-Krise" und "Das vertanzt sich". 1998 verlässt Andreas die Münchner Lach und Schießgesellschaft. Eine Kabaretttriologie über das "Ich", "Überich" und "Untermir" entsteht. 2003 gewinnt er den Publikumspreis des Prix Pantheon.

Im Laufe der Zeit erhält er für die nachfolgenden Soloprogramme die höchsten Auszeichnungen, die im deutschsprachigen Kabarett vergeben werden – den Salzburger Stier (2006), den Deutschen Kleinkunstpreis (2007) und den Deutschen Kabarettpreis (2008) und den Musikpreis beim Bayerischen Kabarettpreis (2013). Sprachlich präzise und geschliffen, hochmusikalisch, facettenreich und mit großer Freude an politischer Unkorrektheit entzieht er sich "hakenschlagend allen Kategorien". Neben zahlreichen Fernsehauftritten ist Andreas Rebers regelmäßig bei "Nuhr im Ersten" zu Gast. Sein aktuelles Programm trägt den Titel "Rebers muss man mögen"

Torsten Sträter

Torsten Sträter
Torsten Sträter

Torsten Sträter – Bei ihm ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus.

»Ich bin Torsten Sträter.

Ich wiege bei 1,80 Höhe etwa eine halbe Tonne, weswegen ich nicht damit rechne, Booking-Anfragen für Katalogfotos zu bekommen. Ich komme darüber weg. Wenn ich nicht an meinen Geschichten für Bücher und Lesungen arbeite, sitze ich auf dem rapide durchschimmelnden Holzmobiliar meines Balkons. Ich weiß nicht, was in diese Baumarktleute gefahren ist – man bricht sich sicher keinen Zacken aus der Krone, wenn man Gartenmöbeln aus Holz einen Zettel beilegt: Bitte einölen, imprägnieren oder nur in der Wohnung benutzen! Wer soll das wissen? Bis Ende des Sommers, vermutlich arbeite ich dann grade an einem Essay über Pudding oder sowas, wird im hellen Sonnenlicht das Holz unter mir explodieren und ich werde von einem Stuhlbein gepfählt. Gut, dass ich den Bon noch habe.

Ich bin, wenn ich mich nicht in Gefahr begebe, in der Republik unterwegs und lese vor – bei Poetry Slams, auf Sololesungen, Lesebühnen und bizarren Mixed Shows (Ein Orgelspieler, ein Luftballontier-Clown, eine Frau, die mit Küchengeräten spricht, ich. So in der Art.) Fakt ist: Der Poetry Slam hat mich hervor gebracht … allerdings bin ich, was meine Teilnahme an Slams angeht, so unzuverlässig, dass gemunkelt wird, in meinem Keller stände ein Glücksrad, das folgende Felder aufweist:

- Playstation spielen
- Urologe
- Paniermehl kaufen und Brot klonen
- Liegen
- Caprisonne-Tüten abheften
- Zum Poetry Slam fahren

Das ist natürlich Unfug. "Urologe" ist nicht drauf. "Playstation spielen" dafür zwei Mal. Was noch?

Ich stehe (jugendliche Formulierung) auf Musik von Sinatra, Rammstein und Bach, beneide Menschen, die gut Piano spielen können (und mit "beneide" meine ich "hasse"), kann z. B. über Horst Evers, Fritz Eckenga, Malmsheimer, Onkel Fisch, Helge Schneider und Stromberg lachen, nicht aber über den Psychopathen, der bei uns frühmorgens durch die Siedlung fährt und beschissene Flötenmusik vom Band spielt, damit man ihm Metallschrott bringt. Was denkt der Vogel sich? Dass ich da um sieben aus der Kiste schnelle und ausrufe:

'POTZTAUSEND! Da isser wieder! Da werde ich doch direkt mal eine Heizungsverkleidung abschrauben und sie noch in Unterhose feilbieten! Ich wusste doch gar nicht, wohin damit! Endlich wird dieser Klumpen Blech seiner wahren Bestimmung zugeführt: Unter die Fittiche des kettenrauchenden Schrott-Eumels mit seiner völlig unmelodischen, ja kakophonischen Drecksflöte! Hurra!'

Dafür unterstütze ich den deutschen Buchhandel. Durch massives Einkaufen und Auftritte. Lassen Sie sich gesagt sein: Kleine Buchläden sind schöner. Und besser. Warum? Fragen Sie sich einfach, was Sie lieber tun …

a) über Bücher reden.
b) Rolltreppe fahren.

Der neue Roman über mittelalterliche Reiseprostitution kostet übrigens überall das gleiche. Also kann es kein Fehler sein, dort zu kaufen, wo man Sie wiedererkennt.
Na ja …
Halten Sie die Ohren steif – und wenn Sie das anatomisch nicht geregelt kriegen, blicken Sie einfach nach vorn. Hinter Ihnen ist meistens nix.

Ihr Torsten Sträter«

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