SENDETERMIN Do, 11.01.18 | 22:45 Uhr | Das Erste

Nuhr im Ersten

PlayDieter Nuhr
Die Sendung vom 11. Januar 2018 | Video verfügbar bis 12.01.2019 | Bild[1]: rbb / Thomas Ernst

Gäste: Lisa Eckhart, Ingo Appelt, Jochen Malmsheimer, Torsten Sträter

Lisa Eckhart, eine junge Steirerin, einst aus der Poetry Slam Szene erwachsen, verschafft sich nun in der Kabarettszene Deutschlands und Österreichs mehr Raum. Sie liefert Antworten auf die wichtigen, nie gestellten Fragen des Lebens. Dinge, die Sie nicht zu fragen wagten oder wohl auch niemals wissen wollten. Mit Performance und Texten so gnadenlos wie der Katholizismus und so wortgewandt wie eine Nationalratssitzung. Und gewinnt einen Kabarett-Preis nach dem anderen.

Jochen Malmsheimer wurde unter diesem Namen an nur einem Tag im Juli 1961 geboren. Die Mutter war Lehrerin, der Vater zweiunddreißig. Bereits während der Lehrzeit stellen sich erste Erfahrungen im unterhaltenden Gewerbe ein. Als direkte zwingende Folge entsteht im September AD 2000 folgerichtig das erste Solitärprogramm „Wenn Worte reden könnten oder 14 Tage im Leben einer Stunde“. Angeregt durch solche und ähnliche Titel winkt Jochen Malmsheimer inzwischen sogar bisweilen aus dem Fernsehen, das aber bewusst selten. Denn sonst passiert auch noch jede Menge.

Torsten Sträter
Bei ihm ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber er lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus. Und das alles mit einer angenehmen Stimme.

Ingo Appelt
garantiert messerscharfe Beobachtungen, brillanten Wortwitz, sowie freche und verschmitzte Pointen. Als „Enfant terrible der Comedy“ wird er gerne ins kommerzielle, wie ins öffentliche Fernsehen eingeladen. In seinem runderneuerten Programm „Besser ist besser!“ zeigt Ingo Appelt den modernen Weg zu einem besseren Leben.

Lisa Eckhart

Bühne frei für junge und frische Gesichter der deutschen Comedy-Szene! - Lisa Eckhart
Lisa Eckhart | Bild: rbb / Thomas Ernst

Was Sie sich nie zu fragen trauten und wohl niemals wissen wollten. Dieses Programm liefert die Antworten auf die wichtigen ungestellten Fragen des Lebens: Wer ist eigentlich Hatsche Stratsche Luftballon? Wie gewinnt man einen Zeugen Jehovas zum Freund? Und wieso ist ein Punschkrapfen Symbol der ultimativen Wahrheit? Glaube, Liebe, Politik und andere Taschenspielerstreiche werden liebevoll seziert, bis sich die Tragödie zur Komik steigert. Was bleibt noch zu sagen? Katzen würden Whiskas kaufen und sich im Anschluss dieses Programm ansehen. Weil sie es sich wert sind.

Lisa Eckhart, eine junge Steirerin, kroch aus der verbrannten Erde der deutschen Poetry Slam Szene, um sich in der Kabarettszene Österreichs mehr Raum zu verschaffen. Mit Performance und Texten so gnadenlos wie der Katholizismus und so wortgewandt wie eine Nationalratssitzung. Gebt ihr Stift, Papier und Bühne und niemand wird verletzt. Seit Herbst 2015 ist sie Teil der "Langen Nacht des Kabaretts" und gibt ihr Kabarett-Debüt mit "Als ob Sie etwas Besseres zu tun hätten". Und dazwischen räumt sie einen Kabarettpreis nach dem anderen ab.

Jochen Malmsheimer

Jochen Malmsheimer.
Jochen Malmsheimer. | Bild: rbb / Claudius Pflug

Jochen Malmsheimer wurde unter diesem Namen an nur einem Tag im Juli 1961 geboren. Die Mutter war Lehrerin, der Vater zweiunddreißig. Nach bereits sechs Jahren folgt der erste Schulbesuch, der sich kontinuierlich, gegen Ende jedoch mit Verwerfungen, bis zum zwanzigsten Lebensjahr hinzieht. Bereits während der Lehrzeit stellen sich erste Erfahrungen im unterhaltenden Gewerbe, durch starkbierverbrämte und -vergoltene Lesungen fremder, aber trotzdem komischer Texte in irisch geprägter Gastronomieumgebung ein.

Dies führt direkt zu "Tresenlesen" und damit dann aus der Kneipe auf die Bühne, was ein gerade auch für die Gesundheit wichtiger Schritt war. Nach 8 Jahren erfolgreichen, preisgewürzten kabarettistischen Arbeitens im Rahmen von "Tresenlesen" ist Jochen Malmsheimer seit dem Jahre 2000 nun solistisch im Einsatz, was keinerlei Beschränkungen, aber um so mehr Freiheiten mit sich bringt.

Als direkte zwingende Folge entsteht im September AD 2000 folgerichtig das erste Solitärprogramm "Wenn Worte reden könnten oder 14 Tage im Leben einer Stunde", welches von nun an seinen Siegeszug rund um die deutschsprachigen Bühnen des Ruhrgebietes und darüber hinaus anzutreten sich anschickt und dem bis heute sechs weitere mit ähnlich schwer zu merkenden Titeln folgten.

Zudem geben Rundfunkanstalten jeglicher Couleur Jochen Malmsheimer dankenswerterweise seit jeher die Gelegenheit zu ernsthafter künstlerischer Auseinandersetzung mit Realität und Fiktion, welche, solange es Rundfunk, Realität und Fiktion noch gibt, weitere Früchte tragen soll und damit wird. Ja, inzwischen winkt Jochen Malmsheimer sogar bisweilen aus dem Fernsehen, das aber bewusst selten. Denn sonst passiert auch noch jede Menge.

Torsten Sträter

Torsten Sträter
Torsten Sträter | Bild: susannebuhr.de

Bei ihm ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber er lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus. Und das alles mit einer angenehmen Stimme.

»Ich bin Torsten Sträter.

Ich wiege bei 1,80 Höhe etwa eine halbe Tonne, weswegen ich nicht damit rechne, Booking-Anfragen für Katalogfotos zu bekommen. Ich komme darüber weg. Wenn ich nicht an meinen Geschichten für Bücher und Lesungen arbeite, sitze ich auf dem rapide durch schimmelnden Holzmobiliar meines Balkons. Ich weiß nicht, was in diese Baumarktleute gefahren ist – man bricht sich sicher keinen Zacken aus der Krone, wenn man Gartenmöbeln aus Holz einen Zettel beilegt: Bitte einölen, imprägnieren oder nur in der Wohnung benutzen! Wer soll das wissen? Bis Ende des Sommers, vermutlich arbeite ich dann grade an einem Essay über Pudding oder sowas, wird im hellen Sonnenlicht das Holz unter mir explodieren und ich werde von einem Stuhlbein gepfählt. Gut, dass ich den Bon noch habe.

Ich bin, wenn ich mich nicht in Gefahr begebe, in der Republik unterwegs und lese vor – bei Poetry Slams, auf Sololesungen, Lesebühnen und bizarren Mixed Shows (Ein Orgelspieler, ein Luftballontier-Clown, eine Frau, die mit Küchengeräten spricht, ich. So in der Art.) Fakt ist: Der Poetry Slam hat mich hervor gebracht … allerdings bin ich, was meine Teilnahme an Slams angeht, so unzuverlässig, dass gemunkelt wird, in meinem Keller stände ein Glücksrad, das folgende Felder aufweist:

  • Playstation spielen
  • Urologe
  • Paniermehl kaufen und Brot klonen
  • Liegen
  • Caprisonne-Tüten abheften
  • Zum Poetry Slam fahren

Das ist natürlich Unfug. "Urologe" ist nicht drauf. "Playstation spielen" dafür zwei Mal. Was noch?

Ich stehe (jugendliche Formulierung) auf Musik von Sinatra, Rammstein und Bach, beneide Menschen, die gut Piano spielen können (und mit "beneide" meine ich "hasse"), kann z.B. über Horst Evers, Fritz Eckenga, Malmsheimer, Onkel Fisch, Helge Schneider und Stromberg lachen, nicht aber über den Psychopathen, der bei uns frühmorgens durch die Siedlung fährt und beschissene Flötenmusik vom Band spielt, damit man ihm Metallschrott bringt. Was denkt der Vogel sich? Dass ich da um Sieben aus der Kiste schnelle und ausrufe:

"POTZTAUSEND! Da isser wieder! Da werde ich doch direkt mal eine Heizungsverkleidung abschrauben und sie noch in Unterhose feilbieten! Ich wusste doch gar nicht wohin damit! Endlich wird dieser Klumpen Blech seiner wahren Bestimmung zugeführt: Unter die Fittiche des kettenrauchenden Schrott-Eumels mit seiner völlig unmelodischen, ja kakophonischen Drecksflöte! Hurra!"

Dafür unterstütze ich den deutschen Buchhandel. Durch massives Einkaufen und Auftritte. Lassen Sie sich gesagt sein: Kleine Buchläden sind schöner. Und besser. Warum? Fragen Sie sich einfach, was Sie lieber tun …

a) über Bücher reden.
b) Rolltreppe fahren.

Der neue Roman über mittelalterliche Reiseprostitution kostet übrigens überall das gleiche. Also kann es kein Fehler sein, dort zu kaufen, wo man Sie wiedererkennt.
Na ja …
Halten Sie die Ohren steif – und wenn Sie das anatomisch nicht geregelt kriegen, blicken Sie einfach nach vorn. Hinter Ihnen ist meistens nix.

Ihr Torsten Sträter«

Ingo Appelt

Ingo Appelt
Ingo Appelt | Bild: Peter Schaffrath

1967 in Essen geboren beginnt Ingo Appelt 1982 nach der Schule eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Wie im "Pütt" verbreitet, schlägt Ingos Herz schon bald links und Ende der 1980er Jahre hat er seinen ersten Auftritt bei der Jugendkonferenz der IG Metall, der 1990 in die erste Tournee mündet: mit dem Programm "Heiter Be-Sinnlich" tourt Ingo durch die Republik.

1991 folgt der Zivildienst, Ingo intensiviert nebenbei seine Auftrittstätigkeit. 1993 stehen bereits 130 Gastspiele mit dem Programm "Wir sterben und Sie machen Witze" in seinem Kalender, 240 Gigs sind es in 1994 – außerdem wird das Fernsehen auf Ingo aufmerksam: er ist bei "RTL Samstag Nacht", der "RTL Nachtshow" und bei "Late Night mit Thomas Gottschalk" (RTL) ein gerngesehener Gast.

1996 ist Zeit für ein neues Programm. "Der Abräumer" macht seinem Namen alle Ehre und so lassen auch weitere TV-Highlights nicht auf sich warten. 1999 genießt Ingo geradezu ein Popstar-Image: er tritt bei der Echo-Verleihung auf und Marius Müller-Westernhagen lädt ihn als Supporting-Act für die Abschiedstournee ein – das beschert Ingo einen Stadion-Auftritt vor 750.000 Zuschauern. Das hat auch Auswirkungen auf Ingos eigene Tournee: jeweils 120.000 Zuschauer sehen Ingos "Wet Side Tour" in 1999 und 2000. In 2000 erhält Ingo auch seine eigene Fernsehshow: "Die Ingo Appelt Show" geht bei ProSieben auf Sendung. Nach einem "ersten offiziellen Babyjahr" in 2001 startet Ingo 2002 und 2003 mit seinem neuen Programm "Superstar" wieder voll auf der Bühne durch. 2005 läuft das Programm "Superstar" mit zwei Highlights aus: die CD zur Tour wird veröffentlicht und ProSieben strahlt einen Live-Mitschnitt der Show aus. Aber Ingo gönnt sich keine Pause: schon im Herbst 2005 tourt er wieder – mit dem neuen Programm "Retter der Nation". 2006 vergeht kaum ein Tag, an dem Ingo nicht mit seinem neuen Programm auf der Bühne steht. Überdies nimmt er sich wieder Zeit für Gastauftritte.

Ende 2008 steht der programmatische Titel für das erste Buch, Hörbuch und des nächsten Tourprogramms fest: "Männer muss man schlagen!". 2009 und 2010 wird die "Männer muss man schlagen!-Tour" erfolgreich fortgesetzt und Ingo ist im Kinofilm: "Morgen, ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film" auf der Leinwand zu sehen. Seit 2010 ist Ingo auch regelmäßig bei Nuhr im Ersten – Der Satiregipfel zu Gast. 2011 beginnt mit neuen Folgen des Quatsch Comedy Club – und es geht wieder auf die Bühne. Das Motto: "Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten!" Halleluja!

2014 ist Ingo erstmals seit 1999 nicht nur Gast, sondern regelmäßiger Gastgeber einer Fernsehsendung: Er übernimmt als Moderator die traditionsreiche Satiresendung "Kabarett aus Franken" im Bayerischen Fernsehen.

Anfang 2015 folgte das runderneuerte Programm: "Besser ist besser!" und Ingo ist weiterhin regelmäßiger Gast bei "Nuhr im Ersten".

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Produktion

Rundfunk Berlin-Brandenburg
Westdeutscher Rundfunk
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