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Aufmachergrafik zu Baron Münchhausen
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Drei Fragen an Autor Marc O. Seng

Baron Münchhausen verabschiedet sich von Frieda. (Bild: ARD/SWR/ Stephanie Kulbach) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Baron Münchhausen verabschiedet sich von Frieda. ]
Der Autor Marc O. Seng darüber, was "Baron Münchhausen" einzigartig macht, über die erfundene Tochter und Wortwitz.

Das Erste: Was macht aus Ihrer Sicht den Mehrteiler "Baron Münchhausen" so einzigartig?Marc O. Seng: Unser "Baron Münchhausen" ist ein echter Abenteuerfilm für die ganze Familie. Etwas, das es leider im deutschen Fernsehen nur noch selten zu sehen gibt. Darum freut es uns umso mehr, eine spannende, fantastische Geschichte für Zuschauer jeden Alters erzählen zu können. Mit großen Gefahren, skurrilen Figuren und einer guten Portion Humor. Eine unterhaltsame, märchenhafte Reise, die unsere Zuschauer aber auch zu Tränen rühren wird.

In dieser Verfilmung hat Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen eine Tochter, die Sie dazu erfunden haben. Warum? War es wichtig, dass es ein Mädchen ist?Ganz am Anfang haben wir uns gefragt, was eine Neuinterpretation des Münchhausen-Mythos heutzutage mitbringen muss. Bisher hat man Münchhausen immer als strahlenden, unbesiegbaren Helden gesehen. Ein tollkühner Kerl, der – von schönen Frauen, gutem Wein und der eigenen Tollkühnheit mal abgesehen – keinerlei Schwächen zeigte. Wir glauben aber, auch die stärksten Helden wachsen uns erst dank ihrer menschlichen Schwächen ans Herz. Darum haben wir uns überlegt, was ist das Allerschlimmste, das einem rastlosen Abenteurer wie unserem Baron Münchhausen passieren kann: ein Kind. Denn ein Kind bedeutet all das, was der freiheitsliebende Lügenbaron verabscheut: Feste Regeln, Verlässlichkeit und Verantwortung ... Aber eben auch viel mehr. Und das lernt der große Münchhausen erst im Lauf unserer Geschichte von dem kleinen Mädchen an seiner Seite. Warum ein Mädchen? Ich glaube, weil wir Filmemacher als Kinder selbst unsterblich in Momo und Ronja Räubertochter verliebt waren. Im Ernst: In unseren Augen tut sich ein altmodischer Held wie unser Lügenbaron mit einer Tochter viel schwerer als mit einem Sohn. Vor allem wenn ihm dieses Mädchen nach zehn Jahren plötzlich vor die Nase gesetzt wird. Und wenn die süße Tochter dann anfängt, auf genau dieser baronesken Nase herumzutanzen, und zeigt, dass sie alles andere ist als süß, bringt das auch den größten Freiherrn schnell zur schieren Verzweiflung.

Die Dialoge zeichnen sich durch jede Menge Wortspielereien und viel Wortwitz aus. Wie entstehen sie?Theoretisch benötigt es für gute Dialoge möglichst konträre Figuren mit möglichst starken Konflikten. Ganz praktisch mussten wir für unsere Helden dann die richtige Balance aus einer teils altmodischen Sprache und einem ganz zeitgemäßen Humor finden. Das braucht Sprachgefühl – und vor allem viel Fleiß. Es bedeutet, die Dialoge wieder und wieder zu überarbeiten. Bis jedes einzelne Wort sitzt. Und natürlich sind gute Dialoge nichts ohne tolle Schauspieler, die ihnen dann Leben einhauchen. Darum verdanken auch wir sehr viel unserer großartigen Besetzung.