Schauspielerin Magdalena Boczarska im Interview

Malgorzata Kaminska

Karin Lossow filmt Familie Malgorzata Kaminska
"Der Abtreibungstourismus nach Deutschland ist in Polen ein schwieriges und umstrittenes Thema."

Sie spielen Malgorzata Kaminska. Was hat Sie an der Figur interessiert?

Die Rolle der Kaminska hat mich sofort fasziniert. Ich spiele sehr gern Rollen, die nicht vorhersehbar und dramatisch sind. Ein zusätzlicher Ansporn war die deutsche Sprache.

Die Kaminska ist Ärztin in einer Usedomer Abtreibungsklinik. Diese Arbeit setzt ihr stark zu. Ist sie gegen Abtreibungen?

Ich glaube, dass meine Figur ungeachtet ihrer persönlichen Meinung das Recht jeder Frau zu dieser Entscheidung respektiert. Es ist immer eine tragische Entscheidung, die jede für sich selbst treffen muss.

Wird das Thema Abtreibungstourismus in Polen öffentlich wahrgenommen und diskutiert?

Der Abtreibungstourismus nach Deutschland ist in Polen ein schwieriges und umstrittenes Thema. Umso mehr, als wir eine neue Regierung haben, die diesem Thema gegenüber eine sehr orthodoxe Meinung vertritt.

Malgorzata Kaminska war die Geliebte des Ehemannes von Karin Lossow und hat mit seinem Tod viel verloren. Dennoch geht sie auf Karin Lossow zu. Was gibt ihr die Kraft dazu?

Die Kaminska trägt starke Schuldgefühle in sich. Sie fühlt sich schuldig für den Schaden, den die andere Familie genommen hat, für den Tod von Jürgen Lossow und dafür, dass sie ihrem Sohn keine volle Familie bieten kann. Meiner Meinung nach hofft sie, dass die Annäherung an die Gegenseite eine reinigende Wirkung hat. Sie möchte eine Art Absolution für die Tragödie, die sich ereignet hat.

Sie sind in Polen sehr gefragt und seit einiger Zeit auch im deutschen Fernsehen präsent. Wie unterscheiden sich die Arbeitsbedingungen in beiden Ländern?

Die Arbeit ist in Wahrheit überall die gleiche. Was über die Unterschiede entscheidet, ist das Budget. Sowohl in Deutschland als auch in Polen ist das Geld ausschlaggebend für die Unterschiede zwischen den Produktionen.

Wie ist es für Sie, in einer Sprache zu arbeiten, die nicht Ihre Muttersprache ist?

Wenn man nicht in der Sprache spielt, in der man denkt, entsteht eine ganz andere Art von Fokus. Aber gerade das macht die Herausforderung spannend.

Hatten Sie einen Sprachcoach, oder kamen Sie ohne zurecht?

Ich habe mich für die Rolle in dieser Produktion selbst vorbereitet.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Katrin Sass und Regisseur Jochen Alexander Freydank erlebt?

Es ist immer gut, wenn man mit professionellen Künstlern und Personen arbeiten kann, die man bewundert. "Good bye Lenin!", in dem Katrin eine absolute Meisterleistung ablieferte, ist einer meiner Lieblingsfilme. Und was den Regisseur angeht: Nicht jeder kann von sich behaupten, einen Oscar gewonnen zu haben. (lacht)

(Interview: Birgit Schmitz)

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