Natalia Wörner als Karla Lorenz

Interview mit Natalia Wörner

Natalia Wörner in ihrer Rolle als Karla Lorenz
Natalia Wörner in ihrer Rolle als Karla Lorenz | Bild: ARD Degeto/Roland Suso Richter

Karla Lorenz ist neue deutsche Botschafterin in Prag. Familie ist in dieser Folge ein besonderes Thema für sie – so auch die Tatsache, dass sie in dieser entscheidenden Funktion ihre Tante Alma ablöst. Und nicht nur deshalb muss sie gleich nach ihrem Amtsantritt ihren eigenen moralischen Prinzipien folgen, was für sie aber kein Problem ist. Sie handelt professionell und stößt dabei dennoch auch in Prag an Grenzen, die sie in der Welt der Diplomatie für sich selbst definiert. Dabei hat sie stets die Aufgabe im Blick, die auf sie zukommt. Unbeirrbar.

Fragen an Natalia Wörner

Karla Lorenz wird als deutsche Botschafterin in Prag vereidigt und kollidiert, noch bevor sie offiziell im Amt ist, mit der tschechischen Regierung. Was reizt Sie daran, diese "politische Querschlägerin" zu verkörpern?

Wir wollten von Anfang an eine Figur erzählen, deren Unkalkulierbarkeit ein Teil des Reizes für den Zuschauer ausmacht. Keine angepasste Frau, deren Handlungen vorauszuahnen sind, sondern jemand die überrascht, menschlich, politisch, intellektuell. Eine Figur, die sich im entscheidenden Moment nicht um Konventionen schert, sondern letztendlich ihre eigenen Entscheidungen fällt und dafür die volle Verantwortung trägt, auch wenn sie das manchmal einsam macht. Karla Lorenz ist eine teamfähige Einzelgängerin, impulsiv und furchtlos. Eigentlich genau der Typus Frau, die man sich in einer Führungsposition wünscht. Sie wägt weder die Konsequenzen ihrer Handlung strategisch ab, noch lässt sie sich politisch einordnen. Dadurch verkörpert sie maximale Freiheit und kann eben auch ein Querschläger im eigenen Laden sein.

Die politische Ebene des Filmes bespielt internationale Beziehungen zwischen Ost und West und die mögliche Existenz von Foltergefängnissen auf europäischem Boden. Für wie realistisch halten Sie dieses fiktive Szenario?

Filmisch viel interessanter ist für uns die Frage: Was wäre, wenn das so wäre? Was würde das im diplomatischen Kontext bedeuten und welchen Belastungsproben wäre das transatlantische Bündnis ausgesetzt?

In diesem dritten Film der Reihe ist Karla Lorenz´ Familie ein großes Thema – die Beziehung zur Tante und zu ihrem Vater. Wie bereichert diese Ebene die Figur Karla aus Ihrer Sicht?

Ich freue mich über diese sehr spezielle Familienkonstellation, da sie so herrlich dysfunktional ist. In einer sehr unkonventionellen Form erfährt man dadurch etwas über Karla Lorenz, über ihre Biografie und aus einer weiteren Perspektive auch über ihre eigene Überlebensstrategie – warum sie so ist wie sie ist, wenn wir sie in ihrer Herkunftsfamilie erleben. Es wird erzählt und nicht erklärt, das gefällt mir. Mit einem latent übergriffigen Vater und einer innerfamiliären Konkurrenz, wenn es um Fragen von Macht, Erfolg und Autoritätsanpassung geht. Die eigene Entwicklung und auch Annäherung zum Vater jetzt im dritten Teil, finde ich persönlich sehr ansprechend und für beide Figuren interessant.

Nach Manila und Tunis nun die "Goldene Stadt" Prag. Was war Ihr persönlicher magischer Moment in der tschechischen Hauptstadt?

Ich habe meinen Geburtstag in Prag gefeiert und stand tatsächlich um Mitternacht auf der Karlsbrücke und erlebte einen sehr besonderen Moment. Magie ist, wenn man es einfach zulässt.

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