Bio-/Filmografie Johannes Naber

Film: Der Albaner

Kurzvita

Regiestuhl
Regiestuhl

Johannes Naber, 1971 in Baden-Baden geboren, studiert zunächst an der FU Berlin und ab 1993 an der Filmakademie Baden-Württemberg im Fachbereich Dokumentarfilm, wo er 1999 sein Diplom ablegt. Seitdem ist er freier Regisseur, Autor und Oberbeleuchter. 2005 entsteht der Dokumentarfilm "Anfassen erlaubt" über drei Mädchen und ihren ersten Tanzkurs, 2006 die Drehbuchüberarbeitung von "Nordwand" für Philipp Stölzl, der beim Preis der Deutschen Filmkritik 2008 für das besteDrehbuch ausgezeichnet wird. 2007 inszeniert Johannes Naber den Kurzfilm "Der Zweifel", 2009 dreht er "Der Albaner", an dem er bereits seit 2001 gearbeitet hat. Anfang 2013 finden die Dreharbeiten zu seinem zweiten Spielfilm statt, die schwarze Komödie "Alles außer Kontrolle".

Interview

Wie sind Sie zu dem Thema gekommen?

Ich wollte eine Geschichte über Illegale erzählen. Warum kommen diese zu uns nach Deutschland? Was treibt sie an? Wie müssen sie hier leben? Nach seriösen Schätzungen leben über eine Million Illegale in Deutschland, also Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus. Eine Million Menschen, die arbeiten, essen, leben und sterben, ohne von irgendeiner Statistik erfasst zu werden oder irgendwo registriert zu sein. Und das im überregulierten Deutschland! Diese Menschen unternehmen große Anstrengungen, von uns nicht wahrgenommen zu werden. Und es ist auch so: Niemand nimmt sie wahr. Höchste Zeit also, auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen.

Und warum Albanien?

zu Europa und wegen seiner absurden Geschichte. Das Land hat sich ja nach langen Jahren vom paranoiden Steinzeit-Stalinismus zu einer turbokapitalistischen Mediengesellschaft entwickelt. Eine enorme Fallhöhe. 2001 bin ich zum ersten Mal hingereist. Mit einem Kleinbus und einer Videokamera. Die Mischung aus Archaik und Moderne, der ehrbedingte Stolz und die unbedingte Gastfreundschaft, die ich fand, haben mich sehr beeindruckt. Die Vorurteile, die in Mitteleuropa über diese Land herrschen, sind so falsch, dass schnell ein weiterer Grund für diesen Film hinzukam: Albanien in den Fokus zu rücken. Das Land braucht eine Chance in Europa, und dazu müssen eine Menge Klischees überwunden werden.

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