Mi, 17.10.12 | 00:50 Uhr
SENDETERMIN Mi, 17.10.12 | 00:50 Uhr
Der letzte Zug
Ruth Zilbermann, Jakob Noschik u. seine Frau
Spielfilm Deutschland 2006
19. April 1943. In einer Berliner Amtsstube der SS will ein junger Offizier in vorauseilendem Gehorsam dem Führer zum Geburtstag ein "judenfreies Berlin" schenken. Fast 70.000 Juden sind bereits abtransportiert worden. Anhand einer bürokratisch penibel erstellten Todesliste spüren Nazischergen nun die letzten 688 jüdischen Frauen, Männer und Kinder nachts in deren Wohnungen auf.
Die junge Ruth Zilbermann und ihr Verlobter hatten gehofft, in einem Versteck hinter dem Schrank vor den Nazis sicher zu sein - vergeblich. Zusammen mit den anderen werden die Zilbermanns zum Bahnhof Grunewald gebracht und wie Vieh in einen Güterzug gesperrt. Unter den Deportierten befindet sich auch das Ehepaar Henry und Lea Neumann. Henry, einst ein erfolgreicher Profi-Boxer, macht sich Vorwürfe, dass er nicht auf seine Frau gehört hat, die in den Untergrund gehen wollte. Je länger die Fahrt in dem verriegelten Waggon dauert, desto klarer wird den Opfern, dass ihre Reise in den Tod führt. Der Eimer Wasser für mehrere Dutzend Menschen ist rasch aufgebraucht. Auf einem Bahnhof schreien die Eingepferchten vor Durst. Doch der skrupellose SS-Obersturmführer Crewes, um die präzise Einhaltung des Todesfahrplans besorgt, antwortet mit Schüssen. Nur einige polnische Bahnarbeiter erbarmen sich: Im Tausch gegen goldene Uhren und Perlenketten spritzen sie ein paar Wassertropfen in den Todeswaggon.
Aufgrund der Strapazen sterben immer mehr Menschen, in einer Ecke türmen sich die Leichen. Der desillusionierte Arzt Dr. Friedlich wählt den Freitod. Nur Henry gibt nicht auf: Durch ein Loch, das er in den hölzernen Waggonboden sägen konnte, können Ruth Zilbermann und Nina, die kleine Tochter der Neumanns, am letzten Bahnhof vor Auschwitz fliehen.
Auf Gleis 17 des Bahnhofs Berlin-Grunewald erinnert eine Bronzetafel an einen der letzten Züge, die von hier aus nach Auschwitz rollten. Joseph Vilsmaier ("Schlafes Bruder") und seine Frau Dana Vávrová, gemeinsam für die Regie verantwortlich, vermitteln eine filmische Ahnung von dem unvorstellbaren Grauen. Artur Brauner, selbst Überlebender des Holocausts, produzierte dieses erschütternde Filmerlebnis. Von wenigen Rückblenden unterbrochen, setzt der Film den Zuschauer diesem klaustrophobischen Drama gnadenlos aus. Es wird von einem brillantem Darsteller-Ensemble, darunter Sibel Kekilli, Gedeon Burkhard, Lena Beyerling und Juraj Kukura, getragen.
Besetzung und Stab
| Rolle | Darsteller |
|---|---|
| Lea Neumann | Lale Yavas |
| Henry Neumann | Gedeon Burkhard |
| Albert Rosen | Roman Roth |
| Nina Neumann | Lena Beyerling |
| Gabrielle Hellmann | Brigitte Grothum |
| Ruth Zilbermann | Sibel Kekilli |
| Dr. Friedlich | Juraj Kukura |
| Jakob Noschik | Hans-Jürgen Silbermann |
| Crewes | Ludwig Blochberger |
| Funktionsbereich | Name des Stabmitglieds |
|---|---|
| Regie: | Joseph Vilsmaier und Dana Vávrová |
| Funktionsbereich | Name des Stabmitglieds |
| Buch: | Stephen Glantz |
| Funktionsbereich | Name des Stabmitglieds |
| Kamera: | Joseph Vilsmaier und Helmfried Kober |
| Funktionsbereich | Name des Stabmitglieds |
| Musik: | Chris Heyne |
