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Caramel

(Sukkar banat)

Layale (Nadine Labaki, re.) und ihre Kolleginnen Rima (Joanna Moukarzel, oben) und Jamale (Gisele Aouad, li.) bereiten Nisrines (Yasmine Al Masri) Hochzeit vor.
Layale und ihre Kolleginnen Rima und Jamale bereiten Nisrines Hochzeit vor.

Spielfilm Frankreich/Libanon 2007

Die hübsche Layale betreibt mit zwei Angestellten in Beirut den Schönheitssalon "Si Belle". Wie es die Tradition will, wohnt die Single-Geschäftsfrau noch bei den Eltern, hat dort aber nicht einmal ein eigenes Zimmer. So muss sie, um mit ihrem verheirateten Liebhaber dessen Geburtstag zu feiern, in eine düstere Absteige ausweichen. Als dann noch zufällig die betrogene Gattin im Salon auftaucht und sich die Beine mit geschmolzenem Zucker – Caramel – enthaaren lässt, gerät Layale erst recht in die Krise.

Doch mit ihrem Frust ist sie nicht allein. Ihre Kollegin Nisrine ist eigentlich glücklich verliebt und will demnächst heiraten; die Muslima ist allerdings längst keine Jungfrau mehr. Die burschikose Rima hingegen verliebt sich in eine Kundin, der sie, als einzige gesellschaftlich akzeptierte Annäherung, zu sanfter Musik stundenlang die Haare wäscht.

Stammkundin Jamale, von ihrem Mann verlassen, lässt sich für Castings herrichten und nutzt die skurrilsten Tricks, um jünger zu erscheinen. Alle vier sind befreundet mit der älteren und schüchternen Schneiderin Rose, die vor dem Rendezvous mit dem Gentleman Charles kneift; Rose muss sich um ihre verwirrte Schwester Lili kümmern, die Strafzettel sammelt, in denen sie Briefe eines nicht existierenden Geliebten erblickt.

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Debütregisseurin Nadine Labaki schrieb am Buch mit und überzeugt auch in der Hauptrolle dieser hinreißenden Frauenkomödie. Vor dem Hintergrund der alltäglichen Zwänge einer orientalisch-patriarchalischen Gesellschaft gerät die weibliche Welt eines Schönheitssalons zum Refugium und zur konspirativen Zelle. In ihr werden neben kosmetischen Kniffen allerlei Tricks vermittelt, um sich in einer bigotten Gesellschaft zu arrangieren. Politik und Beiruts konfessionelle Trennlinien werden nur gestreift; die Frauen, von Laiendarstellerinnen authentisch verkörpert und von der Kamera liebevoll beobachtet, haben handfestere Anliegen. Zerrissen zwischen rigider Tradition und Freiheitsstreben, helfen sie sich gegenseitig, die Grenzen zu überwinden, die nicht nur ihrer sexuellen Selbstbestimmung auferlegt werden. Die labile Balance zwischen sinnlicher Lebenslust und Bedrücktheit verleiht dem fantasievollen Film sein spezielles melancholisches Flair und eine Klugheit, die inmitten der betörenden Bilder erst allmählich durchschimmert. 

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Layale Nadine Labaki
Nisrine Yasmine al Masri
Rima Joanna Moukarzel
Jamale Gisèle Aouad
Youssef Adel Karam
Rose Siham Haddad
Lili Aziza Semaan
Charles Dimitri Stancofski
Christine Fadia Stella
Bassam Ismail Antar
Siham Fatme Safa
Musik: Khaled Mouzanar
Kamera: Yves Sehnaoui
Buch: Rodney al Haddad, Nadine Labaki und Jihad Hojeily
Regie: Nadine Labaki
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