SENDETERMIN Do, 05.12.13 | 20:30 Uhr

Dampfnudelblues. Ein Eberhoferkrimi

Franz Eberhofer (r.) und Rudi Birkenberger

Ein urbayerisches Ermittlerduo: Polizeihauptmeister Franz Eberhofer und sein Ex-Kollege Rudi Birkenberger.

Hart, aber herzlich und stets humorvoll, das ist der Ton der Verfilmung des Drehbuchs von Grimme-Preisträger Christian Zübert nach dem gleichnamigen Bestsellerroman von Rita Falk. Mit bayerisch frotzelnder Lakonie und kauzig-gemütlich ermittelt Franz Eberhofer – der in Sebastian Bezzel seine Idealbesetzung gefunden hat – in seinem Heimatort, einem bayerischen Provinznest, in das sich bislang kein größeres Verbrechen verirrt hat. "Dampfnudelblues. Ein Eberhoferkrimi" war in diesem Sommer der Überraschungserfolg in den bayerischen Kinos.

Ruhige Kugel im Provinzkaff

Nachdem Franz Eberhofer seinen Dienst bei der Münchner Kripo quittieren musste und in sein niederbayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen bei Landshut strafversetzt wurde, schiebt er eine ruhige Kugel. Seine Streifengänge führen ihn oft zum Stammtisch beim Wolfi auf ein Bier zusammen mit seinen Kumpels, dem Metzger Simmerl und dem Heizungspfuscher Flötzinger.

Polizeihauptmeister Franz Eberhofer

Stärkung muss sein: Polizeihauptmeister Franz Eberhofer beim Mittagessen.

Oder an den Esstisch seiner schwerhörigen Großmutter, die für Franz das beste Essen in Niederbayern kocht und den Mehrgenerationenmännerhaushalt, bestehend aus Franz und seinem Beatlesfanatischen Vater, fest im Griff hat, seitdem Franz' Mutter vor Jahren abgehauen ist. Leider ist auch sein Bruder Leopold mit seiner thailändischen Frau und Baby Uschi für Franz' Geschmack viel zu häufig zu Gast. Aber ansonsten ist er mit seiner Welt weitgehend im Einklang. Es sei denn, seine Dauerfreundin Susi wird unbequem und erwartet endlich einen Antrag auf mehr von ihm oder sucht sich gleich einen Neuen. Doch normalerweise stört außer den Beatles und der Sippschaft seines ungeliebten Bruders nichts Franz' Ruhe.

Plötzlich steht Arbeit an

Das Leben im heimeligen Niederkaltenkirchen ist beschaulich – bis sich die Ereignisse überschlagen: An der Hauswand des Schuldirektors Höpfl steht plötzlich "Stirb Du Sau!" und kurz darauf liegt der Rektor tot auf den Bahngleisen. Selbstmord? Mord? Dass der Rektor einer der unbeliebtesten Menschen in Niederkaltenkirchen und im ganzen Umkreis war, ist schnell ermittelt. Nicht nur Höpfls Schwester mied den Kontakt zu ihm, auch die gesamte Schülerschaft war ihm feindlich gesonnen. Das macht es natürlich nicht leichter, denn dadurch ist die Liste der Verdächtigen erst einmal ziemlich lang.

Während die Kripo und Franz' Dienststellenleiter Moratschek aufgrund zahlreicher Indizien recht bald vom Selbstmord Höpfls ausgehen, glaubt Franz, der plötzlich merkt, dass mehr Ermittlerleidenschaft in ihm schlummert als in seinem Job in Niederkaltenkirchen üblicherweise gefordert ist, an Mord. Und genauso denkt auch Franz' früherer Kripokollege aus München, mit dem er einst ein Ermittlerteam bildete: Rudi Birkenberger fristet sein Dasein mittlerweile als Kaufhausdetektiv, nachdem er damals gemeinsam mit Franz vom Dienst bei der Kripo suspendiert worden war, weil er im Affekt auf einen Kinderschänder geschossen hatte. Anders als bei Franz ist Rudis Suspendierung jedoch dauerhaft.

Es wird kompliziert

Rudi ist mehr als froh, als Franz sich bei ihm meldet und ihn in seine nicht ganz amtlichen Ermittlungen einbezieht. Dass Franz dabei seine eigentlichen Aufgaben vernachlässigt, nämlich sich um Veranstaltungsschutz und Verkehrssünder zu kümmern oder nervige Nachbarschaftsstreitereien zu schlichten, bleibt seinem Chef Moratschek nicht lange verborgen. Doch dann taucht eine zweite Leiche auf, der junge Junkie Marcel. Die Eltern des Toten kennt Franz von früher: Bruno war vor fast 20 Jahren spurlos aus Niederkaltenkirchen abgehauen, als seine Freundin Angie schwanger war, und ist vor kurzem überraschend wieder zurückgekehrt. Der Fall wird noch komplizierter, als sich herausstellt, dass Marcel anscheinend mit Höpfl in Verbindung gestanden hat.

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Franz Eberhofer Sebastian Bezzel
Rudi Birkenberger Simon Schwarz
Oma Eberhofer Ilse Neubauer
Papa Eberhofer Eisi Gulp
Leopold Eberhofer Gerhard Wittmann
Panida Chi Le
Franz' Freundin Susi Lisa Maria Potthoff
Dienststellenleiter Moratschek Sigi Zimmerschied
Frau Beischl Maria Hofstätter
Metzger Simmerl Stephan Zinner
Heizungspfuscher Flötzinger Daniel Christensen
Wirt Wolfi Max Schmidt
Bürgermeister Thomas Kügel
Jessi Elisabeth Wasserscheid
Rektor Höpfl Robert Palfrader
Sophie Höpfl Nina Proll
Bruno Ernst Hannawald
Angie Nadeshda Brennicke
Regie: Ed Herzog
Drehbuch: Christian Zübert
Kamera: Sebastian Edschmid
Szenenbild: Doerthe Komnick
Kostümbild: Walter Schwarzmeier
Produzentin: Kerstin Schmidbauer
Redaktion: Stephanie Heckner (BR), Katja Kirchen (ARD Degeto)