SENDETERMIN Mi, 09.12.15 | 20:15 Uhr | Das Erste

Der verlorene Bruder

Der verlorene Bruder: Ludwig (Charly Hübner), Elisabeth (Katharina Lorenz) und Max (Noah Kraus)
Im Chaos der letzten Kriegstage ist der erstgeborene Sohn der Blaschkes bei der Flucht aus den deutschen Ostgebieten verlorengegangen – ein Trauma, das Max' Eltern nie überwunden haben.

Fernsehfilm Deutschland 2015

Als Flüchtlinge haben sich die Blaschkes Anfang der 60er Jahre in der westfälischen Provinz recht schnell eine solide Existenz aufbauen können. Doch der wirtschaftliche Erfolg des eigenen Lebensmittelhandels und die teuren Autokäufe ihres Mannes Ludwig können Elisabeth nicht über einen großen Verlust trösten: Bei der Flucht aus den deutschen Ostgebieten ging ihr erster Sohn Arnold als Baby verloren.

Als Elisabeth erfährt, dass am selben Tag, an dem Arnold verschwand, ein Findelkind aus dem Flüchtlingstreck abgegeben wurde, steht für sie fest: Das muss ihr Sohn sein. Ab sofort lässt sie nichts unversucht, um zu beweisen, dass sie und Ludwig die Eltern von Findelkind 2307 sind. Am meisten leidet der nachgeborene Sohn Max unter der Gesamtsituation.

Gebeutelt von Pubertät und Ausschlag, ein Außenseiter in der Schule und hoffnungslos in die schöne Nachbarstochter Milli verliebt, drängt ihn der trotz physischer Abwesenheit allgegenwärtige Arnold in die Rolle des Statisten. Für Max wird der größte Wunsch der Eltern zum Alptraum: Er möchte keinesfalls, dass der große Bruder zurückkehrt, und er ergreift entschlossen die Initiative.

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In der Tragikomödie "Der verlorene Bruder" erzählt sein nachgeborener 13-jähriger Bruder Max von der von Schuldgefühlen geprägten, verzweifelten Suche der Eltern, ihr verlorenes Kind zurückzubekommen. Und von seiner eigenen Rolle am Rand der elterlichen Wahrnehmung, denn der große Bruder hat nie aufgehört, der Mittelpunkt der Familie zu sein. Mit einem liebevollen Blick auf die Ereignisse erzählt der von Matti Geschonneck inszenierte Fernsehfilm die Familiengeschichte aus der Perspektive des Jungen. Das Drehbuch schrieb Ruth Toma nach dem Roman von Hans-Ulrich Treichel.

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Max Noah Kraus
Mutter Elisabeth Katharina Lorenz
Vater Ludwig Charly Hübner
Polizist Frank Rudolf Matthias Matschke
Milli Flora Li Thiemann
Tante Josepha Johanna Gastdorf
Roland Albrecht Felsmann
Musik: Sebastian Pille
Kamera: Theo Bierkens
Buch: Ruth Toma
Regie: Matti Geschonneck