Kinder sind keine Ware

von Elsbeth Müller, Geschäftsleiterin UNICEF Schweiz

»Millionen von Kindern sind weltweit Opfer von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch. Hunderttausende von ihnen werden verschleppt und verkauft. Kinderhandel ist ein globales, transnationales Phänomen. Ihm beizukommen erfordert alle verfügbaren Kräfte und ein entschlossenes Vorgehen.

UNICEF schätzt, dass weltweit täglich 3000 Kinder Opfer von skrupellosen Menschenhändlern werden und wie Ware gegen viel Geld über die Grenzen verfrachtet und unter falschen Versprechungen in die Prostitution gelockt oder als Kinderarbeiter ausgebeutet werden. Faktoren wie Armut und extreme soziale Gegensätze, Unwissenheit, Gewalt und sexueller Missbrauch in der Familie, Kriege und bewaffnete Konflikte, fehlende Geburtenregistrierung begünstigen Kinderhandel. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) schätzt die Zahl aller gehandelten Menschen zwischen Ost- und Westeuropa auf 200.000 im Jahr. Vorsichtige Annahmen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) beziffern die Gewinne aus Menschenhandel auf 32 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Ein lukratives Geschäft. Und zudem noch interessanter als jenes mit Drogen: Denn Drogen können nur einmal verkauft werden – Kinder dagegen können immer wieder ausgebeutet werden. Ihre traumatischen Erfahrungen und ihre Abhängigkeit über Jahre hinterlassen tiefe Spuren. Ihre soziale Ausgrenzung, das Risiko, sich mit HIV/ Aids anzustecken, fehlende Schulbildung verhindern ein künftig eigenständiges Leben. Nicht zu sprechen vom verlorenen Selbstvertrauen, von Stresssymptomen und Depressionen.

Der Spielfilm "Operation Zucker" zeigt eindrücklich auf, welch menschenverachtendes System und welch skrupellose Menschen eine der schrecklichsten Menschenrechtsverletzungen ermöglichen. Der Film wühlt auf und doch zeigt er nur, was unter uns ist.«