Statements der Schauspieler zu ihren Rollen

Senta Berger spielt die Staatsanwältin Dorothee Lessing

Dorothee Lessing
Dorothee Lessing vor ihrer Datscha.

»Die Produzentin Gabriela Sperl erzählte mir von ihrem Vorhaben, die Geschichte der gekauften, missbrauchten Kinder in unseren Städten zu erzählen. Ich hörte zum ersten Mal davon. Davon, dass hauptsächlich aus den armen Ländern Europas und dort aus den allerärmsten Landstrichen Kinder verkauft werden. Aus Geldnot, Unwissenheit und gutem Glauben an eine bessere Zukunft ihrer Kinder. Gabriela Sperl gab mir Informationen und Unterlagen, die diese allerdunkelste Seite unserer Gesellschaft grell ausleuchteten. Ich wollte es – wie so viele – nicht glauben und auch nicht, dass so viele nichts wissen. Nichts wissen wollen? Egal, wie das Drehbuch wird, ich will diese Geschichte miterzählen, sagte ich zu Gabriela Sperl. Man muss erfahren, man muss wissen, man muss sich diesem Verbrechen das unter unseren Augen geschieht, stellen. Und wenn wir das können, zur besten Sendezeit, im Hauptabendprogramm, und wenn ich etwas dazu tun kann, dass wir die Zuschauer erreichen, dann wäre es mir eine Freude. Egal, wie meine Rolle ist. Mir ist es immer um die Geschichte, die erzählt werden soll, gegangen und nicht nur um eine Rolle. Und so spiele ich nun die Staatsanwältin Dorothee Lessing. Sie steht kurz vor ihrer Pensionierung und hat mit ihrem Beruf, ihrer Laufbahn bereits abgeschlossen. Wahrscheinlich wird sie in Zukunft viel reisen und Golf spielen. Da kommt diese junge Polizistin, die nicht locker lässt und die sie an sich selbst erinnert: an Dorothee, wie sie einmal war, als sie noch dachte, es gäbe Gerechtigkeit. Und so geht Dorothee los ... Ihre ganze Welt stürzt ein.«

Anatole Taubman spielt den Polizisten Uwe Hansen

Karin Wegemann und Uwe Hansen
Karin Wegemann und Uwe Hansen beobachten das Verhör.

»Uwe Hansen ist ein rechtschaffender Polizist, der zum ersten Mal in seiner beruflichen Laufbahn an seine Grenzen stößt. Er muss eine moralische Entscheidung fällen: Schließt er die Augen vor dem, was passiert, oder übernimmt er Verantwortung und handelt gegen das Gesetz und setzt damit seine Karriere und auch das Wohl seiner Familie aufs Spiel. Kinder werden Familien entrissen und auf brutalste Weise ausgebeutet. Sie werden kriminalisiert und müssen enorme Demütigungen ertragen. Die Vorstellung, dass das, was ich durch meine schauspielerische Leistung in diesem Film erlebbar mache, täglich geschieht, ist im Kopf kaum auszuhalten. Meine jüngste Reise als UNICEF-Spokesperson nach Rumänien brachte mich mit Kindern zusammen, deren Situation mich zutiefst betroffen machte. Das Mädchen Fee in unserem Film ist keine Fiktion, das wurde mir klar.«

Stefan Rudolf spielt Kinderhändler Ronnie

Dorothee Lessing und Ronnie
Dorothee Lessing rät Ronnie unterzutauchen.

»Bei Ronnie fragt man sich natürlich sofort, wie jemand ohne pädophile Neigungen sich einen solchen "Job" aussuchen muss. Ich denke, er ist ein Mensch, der sich durch seinen schweren Drogenkonsum und die damit einhergehende Beschaffungsnot selber schon seit früher Jugend prostituieren musste und in diese "Szene" hineinrutschte. Mit dem Tod seines Freundes nutzt er die Gelegenheit, sein Leben zu korrigieren. Leider wird er bei seinem Versuch, etwas besser zu machen, wohl nicht zum ersten Mal von der Gesellschaft im Stich gelassen.«

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