Gespräch mit Silke Bodenbender

Inga (Silke Bodenbender)
Silke Bodenbender in ihrer Rolle als Inga | Bild: NDR/Degeto / Christiane Pausch

Jeder Mensch sammelt im Laufe seines Lebens Erfahrungen, die er am liebsten verdrängen, an die er nicht erinnert werden will. Ab wann fängt Inga Hauck an, sich diesen Erinnerungen zu stellen? Gab es dafür einen konkreten Auslöser oder ist es eher ein kontinuierlicher Prozess?

Ohne allzu viel zu verraten, kann man sagen, dass Inga nicht einfach eine unangenehme Erinnerung verdrängt, sondern dass sie schwer traumatisiert ist. Auch dessen ist sie sich nicht voll bewusst, mit dem Tod ihres Vaters ist aber eine Möglichkeit oder auch die Notwendigkeit gekommen, sich den Ursachen ihrer psychischen Labilität zu stellen. Schon mit dem Entschluss, zur Beerdigung ihres Vaters zu fahren, zu der sie ihren Sohn zunächst ja nicht mitnehmen möchte, beginnt sie unbewusst, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Im Elternhaus muss sie dann erkennen, dass sie riskiert, ihren Sohn zu verlieren, wenn sie nicht herausfindet, was damals geschehen ist. Diese Ur-Angst ist stärker als die beruhigende Wirkung ihrer Medikamente, und deshalb trifft sie die bewusste Entscheidung, sich mit ihren Dämonen auseinander zu setzen und zwar ganz ohne Angsthemmer.

Welche Mittel hat Inga, sich den bedrohlichen Situationen zu stellen? Was sind ihre Stärken und wo liegt ihre eindeutige Schwachstelle?

Bedrohlich sind oder scheinen die Situationen ja vor allem für Ingas Sohn, und aus dieser Angst um das Kind zieht sie die Energie, sich ihrer Vergangenheit nicht nur zu stellen, sondern in diese zu dringen. Wenn Inga eine Schwäche hat, dann die, dass sie sich alldem erst jetzt stellt, wobei man diese Kraft von ihr in ihrer Situation vorher eigentlich nicht erwarten kann. Sie muss und möchte ja in gewisser Weise auch ihren geliebten Vater schützen.

Geht von der wiedererlebten Erinnerung ein heilender Prozess für Inga aus?

Es ist schwer zu sagen, inwiefern ein Wiedererleben eigentlich unerträglicher Ereignisse Anfang eines heilenden Prozesses sein kann. Vor allem durch die Liebe zu ihrem Sohn könnte Inga aber die Kraft finden, dem Grauen der Vergangenheit eine glücklichere Zukunft entgegenzusetzen, in der sie endlich wirkliche Nähe zu ihren Sohn zulässt.

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