Drei Fragen an den Regisseur und Autor

Regisseur Dirk Kummer und Darstellerin Rosa Enskat
Regisseur Dirk Kummer erklärt neben Darstellerin Rosa Enskat die nächste Szene in der Turnhalle.

"Zuckersand" – so auch der Titel des Films – spielt eine gewichtige Rolle. Was ist Zuckersand und für was steht er?

"Zuckersand" nennt man den feinen, körnigen Brandenburger Sand. Er steht für meine Kindheit. Wie Sand etwas verschütten kann, das hat mich so sehr beschäftigt, dass ich für meine DDR-Biografie nach Bildern gesucht habe. Von Australien träumen, seine besten Freunde nicht verlieren wollen, Politik als Kind nicht verstehen – all das ist wie ein Berg voller Sand, den man nicht aufhalten kann, wenn man ihn mal in Bewegung bringt.

Die beiden Freunde sind unbekümmerte Kinder. In ihrem Leben spiegelt und bricht sich der Alltag in der DDR 1979. Was glauben Sie, bestimmte diesen Alltag der Erwachsenen? Was davon war Ihnen wichtig, heute zu vermitteln?

Wahrhaftigkeit! Diese jungen Eltern haben gekämpft. Die wollten ihren Söhnen und Töchtern eine unbekümmerte Kindheit bieten. Sie haben sich an diesem Staat gerieben und irgendwie arrangiert. Man hat ihnen ein Leben aufgezwungen, das von Misstrauen, Taktieren und Einsperren bestimmt war. Menschen wurden erschossen, weil sie in ihrer Stadt Berlin über die Mauer wollten. Wir dürfen das nicht vergessen.

Was erzählt dieser Film, ohne Worte dafür gebrauchen zu müssen?

Die Bilder, die in "Zuckersand" den Alltag dieser Familien erzählen, haben etwas sehr Bescheidenes. Und es gibt den Raum für Dinge, die uns als Kinder wirklich bewegten: Kann ein Fisch 6000 Kilometer schwimmen? Wie soll man da begreifen, dass der beste Freund ausreist? Für diese Augenblicke braucht man keine Worte. Auch im Film nicht. Das ist eine sehr schöne Erfahrung.

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