Gespräch mit Olaf Kreinsen

Regisseur

Bei ihrem Vater Fürst Vibaldo (Ricky Tognazzi) findet „Prinzessa“ Bianca (Federica Sabatini) Verständnis für ihre nicht standesgemäße Liebesheirat.
Bei ihrem Vater Fürst Vibaldo findet "Prinzessa" Bianca Verständnis für ihre nicht standesgemäße Liebesheirat.

Sie haben ausschließlich in Rom gedreht. Inwieweit hat die imposante Kulisse dieser Stadt Einfluss auf Ihre Arbeit genommen?

Natürlich nimmt jede Umgebung, in der man dreht, Einfluss auf die Ästhetik und Dramaturgie der Arbeit. An einem Ort wie Rom ist es die große Herausforderung, neue Ansichten abseits der ausgetretenen touristischen Pfade zu finden und trotzdem unverwechselbar römische Bilder einzufangen. Geholfen hat hier das Drehbuch: Unsere Geschichte spielt zu großen Teilen in einem feudalen Palazzo aus dem 15. Jahrhundert mitten in der römischen Altstadt; mit schier unglaublichen Zimmerfluchten, Höfen, Kunstschätzen und Terrassen. Dieser Palast hat die Ästhetik des Films intensiv geprägt. Allerdings haben wir auch an bekannten römischen Sehenswürdigkeiten wie dem Campo de´ Fiori, der Piazza del Popolo oder dem Forum Romanum gedreht und selbst dort die oben beschriebenen neuen Bilder finden können.

Das Ensemble besteht aus deutschen und italienischen Schauspielern, die ihre Texte in der jeweiligen Muttersprache gesprochen haben. Worauf mussten Sie bei dieser zweisprachigen Inszenierung besonders achten?

In zwei Sprachen zu drehen, erfordert von allen Beteiligten ein hohes Maß an Konzentration, an Offenheit und Bereitschaft, andere Wege der Kommunikation zu finden. Schwierig ist das Improvisieren jenseits der festgelegten Dialoge im Drehbuch, aber dank der unglaublichen Spielfreude des gesamten Ensembles ist uns auch das gelungen. Andererseits wäre ein solches Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen, wenn ich nicht recht gut Italienisch sprechen würde und so immer zwischen den Schauspielern vermitteln konnte. Anstrengend an dieser Form der Inszenierung war eigentlich vor allem, dass ich alle Regieanweisungen immer zweimal geben musste, eben einmal auf Deutsch und einmal auf Italienisch.

Gibt es eine Lieblingsszene im Film, an die Sie sich immer wieder gerne erinnern?

"Hochzeit in Rom" hat viele Lieblingsszenen aus unterschiedlichen Motivationen heraus: die Szenen auf der Dachterrasse des Palazzo wegen des atemberaubenden 360-Grad-Rundblicks über Rom, die Fußballszene auf der Piazza del Popolo wegen der extremem Spielfreude von Harald Krassnitzer und Ricky Tognazzi und viele mehr. Aber mein ganz persönliches Highlight ist eine kurze Szene zwischen Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer, in der Ann-Kathrin Harald eine derart umwerfend komische, angetäuschte und dann doch treffsichere Ohrfeige gibt, dass ich auch nach dem hundertsten Anschauen immer noch laut lachen muss.

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