Fragen an Kathrin Ackermann

Stefan (Stephan Grossmann) und Floriane (Nele Kiper) gehen auf Schmusekurs mit Tante Ingrid (Kathrin Ackermann, re.).
Stefan und Floriane gehen auf Schmusekurs mit Tante Ingrid. | Bild: ARD Degeto / Frank Dicks

Tante Ingrid zieht ins Hotel Heidelberg, um der Einsamkeit zu entgehen. Kennen Sie selber das Gefühl des Alleinseins?

Wer kennt nicht Momente der Einsamkeit? Ich habe allerdings viele Freunde und vor allem Kinder, Schwiegerkinder und neun Enkel. So kann ich ihr immer wieder entkommen.

In der Geschichte spielt Ingrid nicht mit offenen Karten, meldet sie doch zum Entsetzen aller Erbansprüche an. Warum fällt es Ihrer Rolle so schwer, über ihre Gemütslage zu sprechen?

Wenn durch den Tod die Hauptbezugsperson wegbricht und man sein ganzes Leben die Beziehung zu anderen Menschen, hier zu den Verwandten, vernachlässigt hat, dann spielt da eine gewisse Scham eine Rolle. Es ist schwer zuzugeben, dass man andere Menschen braucht, noch dazu solche wie die wenig geschätzte Schwägerin, die mir in meiner Rolle aber viel Geld schuldet. Man ist dann verbohrt und beißt sich an der Schuldfrage fest.

Enkel Jeremy kommt hinter die wahren Beweggründe. Ihm gelingt es, seine mürrische Großtante aus der Reserve zu locken. Hat die junge Generation wirklich ein Gespür für die Generation der Großeltern?

Es ist erstaunlich, wie sich sowohl meine Studenten an der Everding Akademie, an der ich 13 Jahre unterrichtet habe, als auch meine Enkel in mich als älteren Menschen hineindenken können.

Als es für Annette und Ingolf in einer behördlichen Angelegenheit brenzlig wird, greifen Sie still und heimlich ein und suchen im Alleingang das Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter …

Es scheint mir persönlich sehr selbstverständlich, dass Ingrid sich für ihre neue Familie einsetzt – schließlich möchte sie sie für sich gewinnen. Warum sich nicht für jemanden einsetzen, wenn man da eine Chance sieht? Und offensichtlich hat Ingrid Zivilcourage.

Es heißt, Frauen haben es ab einem bestimmten Alter schwerer, für gute Rollen besetzt zu werden. Schaut man sich Ihre Filmografie an, bekommt man einen anderen Eindruck. Wie erleben Sie Ihren Beruf mit zunehmenden Lebensjahren?

Allerdings habe ich oft erlebt, dass ich aus einer Serie herausgeschrieben wurde, weil die Produktion sich an ein junges Publikum wenden wollte. Hab‘ ich nie verstanden! Als ob das junge Publikum nicht auch Berührungspunkte und Konflikte mit älteren Menschen hat. Nun spiele ich eine demente Oma oder morde im Altenheim …

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