Fragen an Christoph Maria Herbst

Hotel Heidelberg: Ingolf (Christoph Maria Herbst) ahnt noch nicht, welche Hürden er vor der Hochzeit noch meistern muss.
 | Bild: ARD Degeto / Martin Menke

Als Psychotherapeut Ingolf Muthesius sind Sie durch und durch sympathisch – ganz anders als Ekel-Chef Stromberg. Welche Rolle hat Ihnen mehr abgefordert?

Ingolf hat letztlich mit seiner Empathiefähigkeit und Zugewandtheit viel mit mir zu tun. In diesen Punkten konnte ich tatsächlich mehr aus mir schöpfen. Entspannter nach Drehschluss war ich allerdings nach den Stromberg-Drehtagen. Sicher, weil ich dort so böse sein durfte, dass ich danach der personifizierte Frieden war.

Sie behalten in Ihrer Rolle auch die Nerven, wenn es im Hotel Heidelberg drunter und drüber geht – zumindest meistens …

Auch dieser Charakterzug ist mir alles andere als fremd. Dass in der Ruhe die Kraft liegt, könnte nicht nur ein Text von Ingolf sein, sondern auch eines meiner Mottos.

Frühstück ist für Ingolf Muthesius eine Sache im Vorbeigehen. Ist das auch Ihr Stil?

Ich frühstücke gar nicht. Das ist sicher meinen südeuropäischen Wurzeln geschuldet. Ein, zwei Espressi reichen mir. Ich ernähre mich eher wie ein Raubtier: Ich esse lange gar nichts, und dann falle ich auf einmal eine Antilope an.

Kurz vor Ihrem 50. Geburtstag haben Sie sich allerdings für die vegane Ernährung entschieden. Was ist anders?

Dass die Antilope weiterleben kann, zum Beispiel. Dass ich mehr Energie und Kraft habe, dass sich mein Bewusstsein verändert hat. Ich nehme mir mehr Zeit für Essen und Essenmachen. Die Zeiten der hektischen Wurst oder des gehetzten Döners sind vorbei. Eine Win-Win-Situation.

Wie gestaltet sich die Ernährung für einen Veganer am Filmset?

Hervorragend! Früchte, Gemüse – alles in Hülle und Fülle. Das Set ist wie ein Schlaraffenland, wo einem die gebratenen Frühlingsrollen in den Mund fliegen. Für den Fall der Fälle habe ich aber immer ein paar rohköstliche Riegel in der Tasche.

In der Folge "Kinder, Kinder!" denken Sie und Ihre Frau, Hotelchefin Annette Kramer, über ein Kind nach. Unter anderem ist eine Adoption im Gespräch. Was halten Sie von dieser Möglichkeit, einem Kind ein Zuhause zu geben?

Eben schon sprach ich in anderem Zusammenhang von Win-Win. Auch hier fällt mir keine andere Formulierung ein. Ein Kind, das gefunden wird, weil zwei Menschen, die sich lieben, gesucht haben, ist doch ein Geschenk.

In der Folge "… Vater sein dagegen sehr" erleben Sie, wie ein Kind das eigene Leben bereichern kann, aber auch welche Einschränkungen Familienzuwachs mit sich bringt. Wie erleben Sie persönlich Familien mit Kindern?

Sehr dynamisch, sehr bunt. Es scheint ein ständiges Geben und Nehmen zu sein, und man muss aufpassen, sich selber nicht zu verlieren. Es ist ein ganz anderer Lebensentwurf als der meine. Aber ich ziehe den Hut vor dieser Entscheidung zu Verantwortung, Verzicht und schlaflosen Nächten.

Sie engagieren sich für ein Kinder- und Jugendhospiz. Was hat Sie zu diesem Engagement veranlasst?

Das Hospiz Balthasar hat mich mitten im Leben abgeholt. In einer Zeit, wo mir alles hinterhergetragen wurde und man einen Riesenbuhei um mich veranstaltete, hatte ich das tiefe Bedürfnis, etwas zurückzugeben. Da fand mich das Balthasar. Wenn ich da zu Besuch bin, finden die Menschen dort das einfach himmlisch – und ich selbst fahre um ein Vielfaches geerdet wieder nach Hause. Wie war das noch mit dem Win-Win?!

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