Fragen an Annette Frier

Annette Frier spielt Annette Kramer
Annette Frier spielt Annette Kramer | Bild: ARD Degeto / Kai Schulz

Annette Kramers Leben ist ein einziger Spagat: Hotelchefin, Mutter und dann noch eine "junge" Beziehung. Wie meistern Sie die Mehrfachbelastung als berufstätige Mutter und Ehefrau?

Das berühmte Trio Mutter/Beruf/Beziehung zu meistern, ist schon eine harte Nuss, an der man sich hier und dort die Zähne ausbeißen kann. Wenn ich volle Tage habe und Gefahr laufe, mir selber leid zu tun, stell‘ ich mir einfach vor: Wie wäre es denn, keine Mutter, nicht berufstätig und ohne Mann zu sein? Das setzt dann alles ganz schnell wieder ins rechte Licht.

Können Sie Hilfe von außen zulassen und die Verantwortung für die Kinder auch mal abgeben?

Gewisse Dinge kann man sich – glaube ich – nicht abnehmen lassen. Weder als Eltern noch beruflich. Aber ansonsten bin ich eher dankbar, wenn ich abgeben kann – und lasse mir auch gern helfen. Unter Kontrollwahn leide ich glücklicherweise nicht!

In Ihrer Rolle "kämpfen" Sie an allen Fronten, hetzen zwischen Büro, Küche, Rezeption und Frühstücksbuffet – und legen überall Hand mit an. Privat weiß man von Ihnen, dass Sie ebenfalls von der schnellen Sorte sind, gern mal Dinge parallel machen. Was hilft Ihnen, zur Ruhe zu kommen?

Eine heiße Badewanne wirkt Wunder!

Ist es als Schauspielerin einfacher oder schwieriger als in anderen Berufen, Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen?

Es ist einfach nur ein bisschen anders. Wir sind ja letztlich als Schauspieler Saisonarbeiter. Das bedeutet, ich bin mal zwei Monate viel weg und dann aber auch, in Drehpausen, viel da. Zurzeit probe ich fürs Theater – wie schön, ausnahmsweise mal 9 to 5.

In "Kinder, Kinder!" geht’s um Nachwuchs. Er möchte, sie eher nicht. Es gilt, einen Kompromiss zu finden. Wie gut sind Sie darin, Kompromisse zu schließen?

Letztlich ist das ganze Leben ja in vielen Punkten ein Kompromiss. Besonders, wenn man sich entschlossen hat, es mit mehreren Menschen zu teilen. Insofern stelle ich mir gar nicht so oft die Frage: Wie finde ich dies? Oder das? Oder jenes? Dann wird ja alles immer noch komplizierter. Aber egal was: Wenn man sich mit gewissen Dingen sehr unwohl fühlt, sollte man sie eben nicht tun. Da gilt dann kurioserweise Kompromisslosigkeit.

Annette Kramers Schwiegermutter Susanne mischt sich nur zu gern in das Leben ihrer Schwiegertochter ein und outet sich als richtige "Giftspritze". Wie gehen Sie mit schwierigen Charakteren um? Sind Sie direkt und benennen das Kind beim Namen – oder bleiben Sie erst mal höflich und ärgern sich im Stillen?

Sowohl als auch, würde ich sagen. Es gibt Momente und Menschen, da muss man die Wahrheit auspacken, den unbequemen Weg gehen und auch streitbereit sein. Oft ist aber für mich Diplomatie der bessere Ratgeber. Lächeln und winken kann sehr hilfreich sein.

Ins Hotel Heidelberg zieht immer mehr Verwandtschaft ein. Zum Schluss auch noch Tante Ingrid, die Schwester Ihres verstorbenen Rollenvaters. Wie halten Sie es denn mit der Verwandtschaft und großer Nähe?

Ich habe durch unsere große Familie eine sehr gute "Nähe-Schule" genossen. Wir machen’s ähnlich wie die Kramers. Meine Aufgabe wäre eher, auch mal die Tür zuzuschlagen: Nein, danke – heute geschlossen, will meine Ruhe haben! Gar nicht so leicht, wenn man das nicht gelernt hat.

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