Fragen an Franziska Weisz

Eigentlich ein rundum glückliches Paar – Philipp (Felix Klare) möchte unbedingt Nachwuchs, Anna (Franzsika Weisz) aber nicht.
Eigentlich ein rundum glückliches Paar – Philipp möchte unbedingt Nachwuchs, Anna aber nicht.

Anna befürchtet, dass sie für ein Kind ihre Karriere aufgeben müsste. Ist das eine Befürchtung, die Sie nachempfinden können?

Ich kann Annas Angst, nach einer Babypause wieder ganz bei null anfangen zu müssen, gut nachvollziehen. Es sind nun mal die Frauen, die die Kinder bekommen, nicht die Männer. Dennoch darf in unserer Gesellschaft, in unserer Gegenwart nicht die Frage gelten: Kind oder Karriere? Daher ist alles, was Frauen Sicherheit gibt und den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtert, essentiell.

Müssten Politik und Gesellschaft Ihrer Meinung nach mehr tun, um Frauen diese Entscheidung zu erleichtern?

Über die Frage zerbrechen sich Politiker und Arbeitsrechtsexperten seit Jahren die Köpfe. Es kann immer ‘mehr gemacht’ werden. Bekanntlich fehlen in Deutschland über 220.000 Kita-Plätze. Diesen Mangel zu beheben, käme natürlich in erster Linie jungen Müttern zugute. Aber gerade, wenn es um grundlegend private Themen geht, ist es schwierig, etwas gesetzlich komplett zu regeln. Vor kurzem titelten einige Zeitungen, dass die Elternzeit den Karrieren der Männer nicht schade. Vielleicht motiviert das ja weiterhin junge Väter, die Elternzeit für sich in Anspruch zu nehmen.

Philipps Kinderwunsch bringt in Anna jedoch noch andere, viel tiefer liegende Konflikte zu Tage. Was geht in Anna vor?

Anna musste schon als Kind die volle Verantwortung für sich selbst und ihre kleine Schwester übernehmen, nachdem ihre Mutter gestorben war und ihr Vater physisch und emotional kaum noch anwesend war. Diese komplette Überforderung in so frühen Jahren, der Verzicht auf die eigene Kindheit, spielen eine große Rolle in ihrer Angst vor dem Muttersein. Die Angst, ihre eigene Persönlichkeit wie damals aufgeben zu müssen.

Annas beste Freundin Vanessa ist sich sicher, dass Philipps unerfüllter Kinderwunsch das Ende der Beziehung bedeutet. Was denken Sie, können Beziehungen das aushalten?

Ich kenne diese Situation nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass Vanessa da nicht ganz falsch liegt. Mutter bzw. Vater zu sein, ist eine Erfahrung, die mit nichts anderem vergleichbar ist und die man auch nicht durch anderes ersetzen kann. Ich kann mir vorstellen, dass das tiefempfundene Bedürfnis danach das Denken und Handeln bestimmen kann und man irrationale Entscheidungen trifft, um dem Ruf der Natur zu folgen. Unser Überlebenstrieb ist nun mal ein paar Jahre älter als unsere gängige Vorstellung von Beziehung und Ehe.

Um dem Babyglück auf die Sprünge zu helfen, greift Philipp in die Trickkiste – was zu tragisch-komischen Situationen führt. Gab es bei den Dreharbeiten einen Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Der ganze Dreh wird mir sehr lange in bester Erinnerung bleiben. Nicht nur mit meinen tollen Kollegen – allen voran Felix Klare – war es ein Fest zu arbeiten, sondern das ganze Team ermöglichte, dass ein Drehtag lustiger und im besten Sinne intensiver war als der vorige. Durch die Regie von Ingo Rasper wurde die kleinste, "unwichtigste" Szene – es gibt in Wahrheit keine unwichtige Szene – zu einem Erlebnis, gespickt mit Überraschungen. Es ging nicht darum, das Pensum abzuarbeiten, sondern darum, in jeder Situation einen Schatz zu heben. Diese Spontanität und Leichtigkeit war bestimmend am Set.

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