Statement Produzent Mario Krebs (Eikon Süd)

Katharina und die anderen geflohenen Nonnen kommen in Wittenberg an. Luther begrüßt Katharina.
Katharina und die anderen geflohenen Nonnen kommen in Wittenberg an. Luther begrüßt Katharina.

»Luther auf dem Reichstag zu Worms, Luther an der Elbe beim Verbrennen der Bannbulle – wir waren uns einig, dass diese "Highlights" nicht noch einmal verfilmt werden müssen. Wir wollten uns dem damaligen Geschehen aus einer Perspektive nähern, die leider keinen Eingang in die Geschichtsbücher fand. Obwohl sie nicht weniger wirkmächtig gewesen ist. Eine junge Frau, Katharina von Bora, lässt ihr bisheriges Leben hinter sich. Was aus ihr werden wird, weiß sie nicht. Sie hat einen starken Willen, sie wünscht sich "das ganze Leben" und sie nimmt den Reformator beim Wort. Was er predigt, soll sich im Alltag bewähren, als beide heiraten. Die großen Umwälzungen der Zeit finden dadurch Eingang in das Leben eines ungleichen Paares. Am Ende ist zwischen ihnen nichts mehr so wie zu Beginn. Mann und Frau sind auf Augenhöhe miteinander. Luther ist ohne Katharina nicht mehr denkbar. Auch wenn wir versuchen, dem Zuschauer einen Zugang zu dem zu ermöglichen, was Katharina von Bora und Martin Luther vor 500 Jahren umtrieb, so war uns klar, dass deren Geschichte nur aus der damaligen Zeit heraus erzählbar ist. Das verlangt allerdings, auszuhalten was uns heute fremd ist, das Sperrige und mitunter Verstörende.

Luthers Theologie misst in Buchform einige Regalmeter, sie in einem Film auf eine Predigt oder einige Dialoge herunter brechen zu wollen, wäre ein hoffnungsloses Unterfangen. Zumal Begriffe wie "Rechtfertigung" oder "Gnade" aus dem allgemeinen Sprachgebrauch längst herausgefallen sind. Luther hat dem Volk zwar aufs Maul geschaut, doch das heutige zumeist kirchenferne Fernsehpublikum zu erreichen, wäre vermutlich selbst für ihn eine Herausforderung. In unserem Film sagt Luther: "Angst, Jahrhunderte lang nichts als Angst. Unsere Kinder werden die ersten sein, die ohne Angst vor Gott aufwachsen." Und im Brief, den er an Katharina von Bora schreibt, heißt es: "Wir dürfen auf die Liebe des HERRN vertrauen, wenn wir uns ehrlichen Herzens an ihn wenden. Wir können nichts erwarten, wir können nichts erwerben, aber wenn wir glauben, können wir hoffen. Wir dürfen vertrauen. Auch im Tod." Ein Glaubensbekenntnis, das vielen Zuschauern fremd bleiben wird, das aber noch immer Menschen durch ihr Leben begleitet.«