Henning Mankell

Henning Mankell
Henning Mankell

Henning Mankell, am 3. Februar 1948 geboren, wuchs bei seinem Vater in Härjedalen auf, nachdem die Mutter die Familie früh verlassen hatte. Mit 17 Jahren zieht er nach Stockholm und lernt am Riks-Theater das Regiehandwerk. Kurz darauf beginnt er zu schreiben. Ab 1968 ist er als Theaterregisseur und Autor tätig. Vier Jahre später macht er eine für sein späteres Leben ausschlaggebende Reise: Sie führt ihn nach Afrika. In die Jahre 1973 bis 1977 fallen mit "Der Bergsprenger" und "Der Sandzeichner" seine ersten Veröffentlichungen, 1979 folgt sein erster Roman: "Das Gefangenenlager, das verschwand" – alle mit sozialkritischem Hintergrund.

Henning Mankell liest ein Buch
Henning Mankell liest ein Buch.

Die folgenden zehn Jahre arbeitet Henning Mankell als Theaterregisseur und Intendant u. a. am Theater von Västerbotten in Skellefteå und am Theater in Kronborg in Växjö. Bereits jetzt pendelt er stetig zwischen Schweden und Afrika. In Maputo, Mosambik, das ihm eine zweite oder gar erste Heimat wird, baut er Mitte der 80er Jahre eine Theatergruppe auf. Zwischen 1990 und 1996, als er schon die Hälfte seines Lebens in Mosambik verbringt, entstehen die insgesamt neun Wallander Kriminalromane: 1991 feiert in dem Roman "Mörder ohne Gesicht" (dt. 1993) über Rassismus in Schweden sein nur allzu menschlicher Kommissar Kurt Wallander seinen ersten literarischen Auftritt.

1996 übernimmt Mankell die Leitung des Theaters Teatro Avenida in Maputo. Seine Wahlheimat liefert den Stoff für weiter Romane wie "Der Chronist der Winde" (dt. 2000), eine Geschichte über Straßenkinder, "Die rote Antilope" (dt. 2001) über einen Buschmannjungen. Weniger bekannt ist, dass Henning Mankell auch zahlreiche Kinder- und Jugendbücher schrieb, darunter "Das Geheimnis des Feuers" (dt. 1996) und "Der Junge, der im Schnee schlief" (dt. 1998).

2003 erscheint in Deutschland der Kriminalroman "Vor dem Frost", in dem Wallanders Tochter Linda als junge Polizistin in die Fußstapfen des Vaters tritt.

Ebenfalls 2003 wurde in Graz gemeinsam von Künstlern des Grazer Schauspielhauses und des Teatro Avenida das mehrsprachige Stück "Butterfly Blues", geschrieben und inszeniert von Henning Mankell, realisiert.

Im Jahr 2008 erschien sein Kriminalroman "Der Chinese", ein Jahr später 2009 kommt mit "Der Feind im Schatten" der 11. Wallander-Krimi heraus.

Für den Kieler "Tatort" hat Henning Mankell zwei Vorlagen ("Borowski und der vierte Mann" und "Borowski und der coole Hund") geliefert. Zwei weitere Fälle sollten folgen.

Anfang 2014 gab Henning Mankell seine Krebserkranung bekannt, der er am 5. Oktober 2015 im Alter von 67 Jahren erlag.