SENDETERMIN Mo, 14.07.14 | 20:45 Uhr

Paulette – Die etwas andere Oma

Paulette
Um nicht in Schulden unterzugehen, kommt Paulette auf eine Idee: Von nun an verkauft die biestige Oma Haschkekse.

Spielfilm Frankreich 2012

Stimmen zum Film

»Bernadette Lafont, das einstige Herzblatt der Nouvelle Vague, weiß auch in einem Haschisch-Komödchen wie 'Paulette' zu überzeugen. (...) Nicht immer politisch korrekt, aber sehr lustig. (Spiegel Online)«

»Die große Bernadette Lafont spielt die biestige Paulette ganz wunderbar und sieht dabei verdammt cool aus. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)«

»Paulette' lebt, wie alle Komödien, vom Clash der Kulturen. Wie alte Frauen mit jungen Dealern umgehen, ist wunderbar anzusehen. (Berliner Zeitung)«

Der Film

Früher einmal führte Paulette mit ihrem Mann ein gut gehendes Restaurant. Dann aber liefen die Geschäfte schlechter, die beiden mussten den Betrieb aufgeben. Der Mann verstarb und nun lebt Paulette einsam und in ärmlichen Verhältnissen in einem Plattenbau der Pariser Banlieue.

In den Räumen ihrer ehemaligen Bar befindet sich inzwischen ein Chinarestaurant. Das passt genau in die Weltsicht der 80-Jährigen, denn für sie sind sowieso die Ausländer an allem Schuld. Bei jeder Gelegenheit macht sie ihrer Verbitterung Luft. Entsprechend unterkühlt ist das Verhältnis zu ihrer Tochter, die ausgerechnet einen Schwarzen geheiratet hat. Dabei könnte die biestige alte Dame etwas familiäre Hilfe gut gebrauchen, denn ihre Rente reicht kaum zum Überleben.

Die Rechnungen stapeln sich und ein Teil ihrer Möbel wurde bereits gepfändet. In dieser Situation kommt Paulette durch einen schicksalhaften Zufall auf eine ungewöhnliche Idee: Sie will es den jugendlichen Dealern ihres Viertels gleichtun und mit dem Verkauf von Marihuana ihre Kasse auffüllen.

Der Großdealer Vito nimmt die alte Frau zwar nicht wirklich ernst, gibt ihr aber trotzdem eine Chance. Und siehe da: Bald kann Paulette, die kein Polizist mit Drogen in Verbindung bringen würde, beachtliche Verkäufe vorweisen. Der Erfolg sorgt allerdings auch für Neid. Mit einem brutalen Raubüberfall wollen konkurrierende Dealer sie aus dem Geschäft drängen. Aber Not macht erfinderisch, und so besinnt Paulette sich ihrer alten Talente als Zuckerbäckerin und verarbeitet das verbliebene Marihuana zu Haschplätzchen.

Das berauschende und dazu noch köstlich schmeckende Gebäck wird zum Verkaufsschlager im ganzen Viertel. Durch ihren neuen "Job" beginnt sich die nun gut verdienenden Paulette auch charakterlich zu wandeln: Hinter der rassistischen Menschenfeindin kommt eine freundliche, gut gelaunten Dame mit Sinn für Humor zum Vorschein. Dann aber tritt der russische Gangster Taraz an sie heran, weil er ihre verlockenden Drogenkekse an Grundschulen verkaufen will. Bei diesem schmutzigen Geschäft will Paulette nicht mehr mitmachen.

Eine originelle Geschichte, ein verblüffend politisch-unkorrekter Humor, eine unaufdringliche Moral und eine grandiose Hauptdarstellerin sind die Zutaten dieser Komödie, die nicht nur in Frankreich zum Überraschungshit avancierte. Die Hauptdarstellerin Bernadette Lafont wurde in Filmen der Nouvelle-Vague- Regisseure Claude Chabrol und Francois Truffaut berühmt; zu ihren bekanntesten Werken gehören der Skandalfilm "Die Mama und die Hure" und Claude Millers "Das freche Mädchen". In der mürrischen Paulette fand Lafont noch einmal eine wundervolle Altersrolle. Aber noch während der Film in den Kinos lief, verstarb die Grande Dame des französischen Kinos im Alter von 74 Jahren.

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Paulette Bernadette Lafont
Großdealer Vito Paco Boublard
Gangster Taraz Miglen Mirtchev
Maria Carmen Maura
Lucienne Dominique Lavanant
Renée Françoise Bertin
Buch: Bianca Olsen, Laurie Aubanel, Jérôme Enrico und Cyril Rambour
Regie: Jérôme Enrico
Sendetermin

Mo, 14.07.14 | 20:45 Uhr

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