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Sternstunde ihres Lebens

Bonn 1948. Die Abgeordnete und Juristin Elisabeth Selbert kämpft unermüdlich für die Aufnahme des Satzes "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" in das Grundgesetz der zukünftigen Bundesrepublik Deutschland.

Bonn 1948. Die Abgeordnete und Juristin Elisabeth Selbert kämpft unermüdlich für die Aufnahme des Satzes "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" in das Grundgesetz der zukünftigen Bundesrepublik Deutschland.

Trotz der vielen Widerstände, die sie während der Sitzungen im Parlamentarischen Rat immer wieder zu spüren bekommt, gibt Elisabeth nicht auf und hält hartnäckig an ihrem Vorhaben fest. Auch der CDU-Abgeordnete Albert Finck ist dem Vorhaben der SPD-Politikerin nicht gerade wohl gesonnen.

Auch Heinrich Bode ist Abgeordneter und sieht keine Notwendigkeit für die gesetzliche Gleichberechtigung für Frauen.

Nicht nur ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Parlament, selbst ihre Sekretärin Irma Lankwitz steht Elisabeth zunächst skeptisch gegenüber. Sie versteht nicht, wie wichtig die Ziele sind, die Selbert durchzusetzen versucht.

Erst eine gescheiterte Affäre mit dem Abgeordneten Bode und die Schicksale anderer Frauen öffnen der jungen Sekretärin Irma die Augen. Langsam nähern sich die ungleichen Frauen an.

Als Elisabeth, Irma und Lore Mertens schließlich gemeinsam eine landesweite Kampagne für den Gleichberechtigungssatz erfolgreich realisieren, ziehen sie endlich an einem Strang und mit ihnen tausende Frauen, die ihren erbitterten Kampf um Gleichberechtigung unterstützen.

Mit ihrem Anliegen ging Elisabeth Selbert aus dem Parlament auch an die Öffentlichkeit: Danach ist sie vollkommen erschlagen von den Bergen der Zuschriften auf ihren Radiobeitrag, den ihr Irma Lankwitz und Frau Michel stolz vorlesen.

Auch Selberts Gegner, wie Albert Finck und Theodor Heuss, sind beeindruckt von dem ganzen Zuspruch der mit der Post für Selbert bekommt.

Zur Freude der kämpfenden Frauen trägt ihre Idee endlich Früchte: Lore und Kurt Mertens sind mit Irma Lankwitz auf dem Weg zur Verlesung des Grundgesetzes.

Denn Selbert erlebt einen grandiosen Triumph, als ihr Antrag im neuen Grundgesetz unter Artikel 3, Absatz 2 aufgenommen wird. Sie legt damit den Grundstein für eine nunmehr 65-jährige politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung zum Thema Gleichberechtigung.