Interview mit Eleonore Weisgerber

"Mich hat gereizt, eine Frau zu spielen, die ganz anders sozialisiert war als die Frauen heute."

Eleonore Weisgerber als Helene Wessel
Eleonore Weisgerber als Helene Wessel

Wie würden Sie Ihre Rolle der Helene Wessel beschreiben?

Helene Wessel ist eine kämpferische und angesehene Politikerin, die sich immer für die Rechte der sozial Schwächeren eingesetzt hat. Schon vor dem Ersten Weltkrieg war sie Mitglied des preußischen Landtags und in der Fürsorge tätig. Als überzeugte Katholikin war ihr der Schutz der Familie und der christlichen Werte sehr wichtig.

Was hat Sie daran gereizt, diese Politikerin zu spielen und was war für Sie die besondere Herausforderung dabei?

Mich hat gereizt, eine Frau zu spielen, die ganz anders sozialisiert war als die Frauen heute, die durch ihre Intelligenz und ihr Engagement in der Lage war, sich in der von Männern dominierten Politik durchzusetzen. Das Spannende war die Gestaltung der Figur. Frauen in dieser Zeit hatten eine andere Art zu argumentieren und sich zu bewegen als die Frauen heute – sich diese andere Art anzueignen, war eine Herausforderung.

Wie steht Helene Wessel zu Selberts Vorhaben, sich so vehement für die Aufnahme des Satzes "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" in das Grundgesetz einzusetzen?

Helene Wessel ist grundsätzlich für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Als jedoch klar wird, dass durch die angestrebte Formulierung das Bürgerliche Gesetzbuch in weiten Teilen umgeschrieben werden müsste, befürchtet sie, dass damit der gesamte Passus nicht abgesegnet werden würde. Deshalb ist ihrer Meinung nach die Formulierung "Niemand darf aufgrund seines Geschlechts benachteiligt werden" ausreichend. Letztendlich befürchtet Helene Wessel, dass Elisabeth Selberts Vorgehen das Zustandekommen des Grundgesetzes als Ganzes gefährdet.