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Der Fall Barschel: Ein Überblick in Bildern

Am 14. Oktober 1982 wird Uwe Barschel vom Landtag zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein gewählt. Hier ist er an diesem Tag mit seinen CDU-Parteikollegen (v.l.) Helmut Lemke, Gerhard Stoltenberg und Kai-Uwe von Hassel in Kiel zu sehen. Barschel tritt die Nachfolge von Stoltenberg an, der als Finanzminister in das Bonner Kabinett unter Helmut Kohl wechselt. Im März 1983 muss sich Barschel bei den Landtagswahlen dem Votum der Bürger stellen. Er verteidigt die CDU-Mehrheit und bleibt Ministerpräsident.

Am 14. Oktober 1982 wird Uwe Barschel vom Landtag zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein gewählt. Hier ist er an diesem Tag mit seinen CDU-Parteikollegen (v.l.) Helmut Lemke, Gerhard Stoltenberg und Kai-Uwe von Hassel in Kiel zu sehen. Barschel tritt die Nachfolge von Stoltenberg an, der als Finanzminister in das Bonner Kabinett unter Helmut Kohl wechselt. Im März 1983 muss sich Barschel bei den Landtagswahlen dem Votum der Bürger stellen. Er verteidigt die CDU-Mehrheit und bleibt Ministerpräsident.

Am 31. Mai 1987 kommt es zu einem Flugzeugabsturz beim Landeanflug auf den Flughafen Lübeck-Blankensee. Uwe Barschel ist der einzige Überlebende. Auf dem Foto vom 30. Juli 1987 nimmt er auf einer Pressekonferenz dazu Stellung.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet am 7. September 1987, SPD-Spitzenkandidat Björn Engholm sei im Landtagswahlkampf bespitzelt worden. Auf dem Bild begrüßen sich Ministerpräsident Uwe Barschel und der Oppositionsführer Engholm knapp drei Wochen zuvor bei einer Landtagssitzung in Kiel.

Einen Tag vor der Landtagswahl, am 12. September 1987, veröffentlicht "Der Spiegel" weitere Details über die Schmutzkampagne gegen Engholm. Urheber sei Reiner Pfeiffer, Medienreferent von CDU-Regierungschef Barschel. Laut Pfeiffer – auf dem Bild mit einer Ausgabe des "Spiegel" im September – ließ Barschel den Oppositionsführer bespitzeln. Die CDU verliert bei der Wahl die absolute Mehrheit. Es gibt eine Patt-Situation.

Ministerpräsident Barschel nach einer Sitzung der CDU-Landtagsfraktion am 15. September 1987 in Kiel. Zwei Tage zuvor hat er Anzeige gegen Reiner Pfeiffer und die Redakteure des "Spiegel" erstattet.

Der Polit-Skandal ist das beherrschende Thema in den Medien: Reiner Pfeiffer posiert hier am 16. September 1987 neben einem Zeitungskiosk in Hamburg.

Mit seinem "Ehrenwort" weist Barschel am 18. September 1987 auf einer Pressekonferenz alle Vorwürfe zurück – eine Woche später kündigt er seinen Rücktritt an.

11. Oktober 1987: Nur Tage nach seinem Rücktritt als Ministerpräsident wird Uwe Barschel tot in der Badewanne eines Hotelzimmers im "Beau Rivage" in Genf gefunden. Sein Leichnam wird am selben Tag auf einer Trage abtransportiert.

Polizeibeamte im Flur des Hotels "Beau Rivage" in Genf, aufgenommen im Oktober 1987.

Das von der Polizei versiegelte Hotelzimmer 317 von Barschel im Hotel "Beau Rivage". Die Schweizer Behörden sprechen von Selbstmord, Zweifel bleiben.

Der schleswig-holsteinische Landtag richtet noch im Herbst 1987 einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Polit-Skandals ein. Hier ist Barschels ehemaliger Medienreferent Reiner Pfeiffer am 23. Oktober vor dem Ausschuss zu sehen, umringt von Journalisten.

Björn Engholm wird am 21. Oktober 1987 zu den Vorgängen vom Untersuchungsausschuss in Kiel befragt.

Der Untersuchungsausschuss kommt im Februar 1988 zu dem Ergebnis, dass der Anstoß zur Schmutzkampagne gegen Engholm von Barschel kam.

Bei der Neuwahl im Zuge der Barschel-Affäre erringt die SPD in Schleswig-Holstein im Mai 1988 mit 54,8 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit. SPD-Spitzenkandidat Björn Engholm, hier bei der Stimmabgabe in einem Kieler Wahllokal, wird Ministerpräsident.

Auf einer Pressekonferenz am 3. Mai 1993 in Bonn erklärt Björn Engholm seinen Rücktritt als SPD-Chef und Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Er wusste früher als im Untersuchungsausschuss angegeben von den Bespitzelungen gegen seine Person.

Die genauen Umstände des Todes von Uwe Barschel sind bis heute ungeklärt. Am 2. Juni 1998 stellt die Staatsanwaltschaft Lübeck ihre Ermittlungen ein. Ob es sich um Selbstmord oder Mord handelt, ist offen. Ein weiterer Untersuchungsausschuss zu der Affäre legt Barschel im Oktober 1995 statt einer Mittäter- eine Mitwisserschaft und die politische Verantwortung zur Last. Die Initiative sei von Pfeiffer ausgegangen. Im Bild: Die Grabstätte von Uwe Barschel auf dem Friedhof von Mölln.