Die Darsteller

Tan Ipekkaya spielt Batu

Er musste wegen seiner türkischen Herkunft aus Deutschland fliehen und freundet sich im Flüchtlingslager mit Nora Schneider an. Der 1996 geborene Schauspieler lebt in Berlin und wirkte unter an- derem im Kinofilm "Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung" mit.

Tan Ipekkaya spielt Batu
Tan Ipekkaya spielt Batu | Bild: WDR

»Das Szenario von "Aufbruch ins Ungewisse" ist realer denn je. Nie zuvor waren so viele Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die Globalisierung sollte unsere Welt zusammenbringen und aufklären, doch trotzdem haben viele Angst vor anderen Menschen mit anderen ethnischen Hintergründen. Angst ist auch ein Thema des Films – Angst vor dem Aufbruch und dem Unbekannten. Wir als Ausländer sind bei den Dreharbeiten von unseren südafrikanischen Kolleginnen und Kollegen auf jeden Fall sehr herzlich und offen aufgenommen worden. Ich wünsche mir, dass man sich, wenn man sich den Film angeschaut hat, noch mehr über das Thema informiert und den Mut hat, Menschen nicht auf den ersten Blick zu kategorisieren. Für eine weltoffene Welt!«

Sabine Palfi spielt Carolin

Carolin ist eine deutsche Dissidentin, die im vierten Monat schwanger ist und vor ihrer Flucht nach Südafrika wegen ihrer politischen Blog-Einträge Furchtbares erleiden musste. Die Schauspielerin mit deutschen Wurzeln ist in Namibia aufgewachsen und lebt in Kapstadt.

Die deutsche Dissidentin Carolin (Sabine Palfi) musste vor ihrer Flucht nach Südafrika wegen ihrer politischen Blog-Einträge Furchtbares erleiden.
Die deutsche Dissidentin Carolin musste vor ihrer Flucht nach Südafrika wegen ihrer politischen Blog-Einträge Furchtbares erleiden. | Bild: WDR

»Als ich zum ersten Mal das Drehbuch zu "Aufbruch ins Ungewisse" las, dachte ich, es sei die traurigste Geschichte, die mir jemals untergekommen ist. Sie ging mir einfach nicht aus dem Sinn. Und dann habe ich Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit gesehen. Carolin hat die Hölle erlebt, will aber trotzdem leben, kämpfen und "ihr" Deutschland wieder heile machen. Es war mir eine Ehre und ein Vergnügen, die Carolin spielen zu dürfen, eine wahre Traumrolle. Ihre Geschichte, so wie auch die der anderen Flüchtlinge in "Aufbruch ins Ungewisse", ist wichtig. Dieser Film ist wichtig, und ich hoffe, er ist auch eine Mahnung. Wenn wir nicht wieder lernen, in Liebe statt in Hass und Gier zu leben, könnte "Aufbruch ins Ungewisse" nicht nur eine dystopische Zukunftsvision sein, sondern Wirklichkeit werden. Bei den Dreharbeiten hatten wir ein richtiges Dreamteam, und für die Zusammenarbeit mit diesem Team und besonders mit Kai bin ich sehr dankbar. Längst ist der Dreck aus dem Flüchtlingslager abgewaschen, aber die Carolin und die Erfahrung des Filmes werden mir unvergesslich bleiben.«

Michael A. Grimm spielt Dirk Kaufmann

Dirk musste wegen seiner Homosexualität aus Deutschland fliehen und hofft in Südafrika auf eine Aufenthaltsgenehmigung. Der 1970 in München geborene Schauspieler war zuletzt unter anderem in Hans Steinbichlers "Das Tagebuch der Anne Frank" und in Hans-Christian Schmids Fernsehserie "Das Verschwinden" zu sehen.

Dirk Kaufmann (Michael A. Grimm) musste wegen seiner Homosexualität aus Deutschland fliehen.
Dirk Kaufmann musste wegen seiner Homosexualität aus Deutschland fliehen. | Bild: WDR

»Die Haltung zum Thema Flucht ist gerade durch die Ereignisse der vergangenen zweieinhalb Jahre in vielen Köpfen ein Stück weit festgefahren. Die gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung damit hat zu oft starren Meinungen und Urteilen bei vielen von uns geführt. Eine Möglichkeit, dieses Thema Flucht sehr subjektiv und vielleicht neu zu betrachten, bietet dieser Film: die Flucht an sich, die Situation des Ausgeliefertseins, des Wegmüssens, des Zerrissen-Seins – von Menschen, die einem nahe sind, mit denen man sich identifizieren kann. Er bietet die Möglichkeit – unabhängig von der genauen Beleuchtung der Ausgangsszenarien, unabhängig von der gewohnten Rollenverteilung – Flucht für uns nachvollziehbar zu machen, indem er den Blickwinkel ändert. Für mich waren schon die Auseinandersetzung mit dem Buch und erst recht die Dreharbeit ein Anreiz, diese Situation des Fliehens neu einzuordnen, die Lebensumstände anderer Menschen nachzuleben und dadurch neu zu beurteilen. Und ebendas ist meiner Meinung nach ein nötiger, vielleicht sogar notwendiger Schritt, den jeder von uns tun muss, um sich wirklich mit diesem hochaktuellen Thema auseinanderzusetzen und eine tragfähige Meinung dazu zu entwickeln, denn wir werden in den nächsten Jahren mit Sicherheit weiter damit konfrontiert sein.«

Anton Figl spielt Stefan

Stefan hat sich gemeinsam mit seiner betagten Mutter auf den Weg nach Südafrika gemacht. Der in München lebende Schauspieler ist Fernsehzuschauern unter anderem durch die Krimi- Reihe "Kommissarin Lucas" bekannt, in der er den Rechtsmediziner Pauli verkörpert.

Anton Figl spielt den Flüchtling Stefan.
Anton Figl spielt den Flüchtling Stefan. | Bild: WDR

»Selten habe ich in einem Team gedreht, in dem man sich so rundherum aufgehoben gefühlt hat. Die Atmosphäre war sehr entspannt, und das ist wesentlich, um sich kon- zentrieren und für die Figur öffnen zu können. Das Schöne war, dass sich ein echter Teamgeist gebildet hat, vor allem auch mit unseren Komparsen (was wirklich hilft, wenn man für eine Szene tageweise zusammen in einem LKW eingesperrt ist!). Ich hatte zum Glück die Gelegenheit, mir Kapstadt und Umgebung anzusehen. Eine ganz andere Erfahrung als meine bisherigen Reisen. Südafrika – elf offizielle Landessprachen! – ist so bunt, so divers, so multi-ethnisch, multi-kulturell. Man findet dort verschiedenste Welten unmittelbar neben- oder auch übereinander, und die wenigsten passen zueinander. Man braucht seine Zeit, um damit zurechtzukommen. Über das, was wir beim Dreh gemeinsam erreicht haben, freue ich mich sehr. Der Film kann ein Gefühl dafür vermitteln, wie es sich anfühlt, seine gewohnte Welt zu verlassen und plötzlich um sein Überleben und sein Fortkommen kämpfen zu müssen. Ich denke, das ist, bei allem Drama der Geschichte, beinahe unsentimental und bestimmt anrührend gelungen.«

Naima Sebe spielt Michelle Keyser

Michelle arbeitet in der Verwaltung des Flüchtlingslagers und hat deutsche Vorfahren. Die deutsch-südafrikanische Schauspielerin wurde 1992 in Berlin geboren. Vor der Kamera stand sie unter anderem für den Fernsehfilm "Weit hinter dem Horizont" und dem Kinofilm "Die drei ??? – Das Geheimnis der Geisterinsel".

Ankunft im Flüchtlingslager in Südafrika: Die Camp-Mitarbeiterin Michelle Keyser (2. v. l.) zeigt Jan und Sarah Schneider ihre Unterkunft.
Ankunft im Flüchtlingslager in Südafrika: Die Camp-Mitarbeiterin Michelle Keyser (2. v. l.) zeigt Jan und Sarah Schneider ihre Unterkunft. | Bild: WDR

»Die Dreharbeiten für "Aufbruch ins Ungewisse" werden mir immer in Erinnerung bleiben. Am Set gab es eine tolle Dynamik und Zusammenarbeit. Kai war als Regisseur sehr einfühlsam, was von allen Schauspielern sehr geschätzt wurde. Wenn Flüchtlinge nicht aufgenommen, sondern abgeschoben werden, finde ich das extrem unmenschlich und traurig. Ich hoffe, unser Film trägt inmitten der gegenwärtigen Flüchtlingskrise dazu bei, dass gegenüber Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, mehr Mitleid aufgebracht wird.«

15 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.