Drei Fragen an Maria Simon

Olga Lenski (Maria Simon)
Maria Simon als Olga Lenski | Bild: rbb / Oliver Feist

1999 hatten Sie Ihr Filmdebüt an der Seite von Jürgen Vogel in "Zornige Küsse". Wie war es für Sie, jetzt wieder mit ihm zusammen vor der Kamera zu stehen?

Ich habe mit Jürgen vor 20 Jahren gearbeitet - rückblickend scheint es wie aus einem anderen Leben ... man lebt ja bekanntlich mehrere Leben in einem. Wir waren uns nach all der Zeit gleich vertraut und fast wie eingespielt. Er ist ein sehr fairer Kollege und umsichtig, wir hatten viel Freude bei der Arbeit, dafür bin ich ihm dankbar. Meine Oma würde sagen: "Das ist ein feiner Kerl".

Auf dem Bauernhof lernt Kommissarin Olga Lenski ein autarkes Leben kennen – unabhängig, frei und selbstversorgend. Was ist Ihre persönliche Meinung zu solch einem Lebensstil?

Es gab eine Zeit, vor ein paar Jahren, da hätte ich, aus lauter Sorge um die Kinder und Furcht vor der Zukunft, am liebsten sofort alles hingeschmissen und mich aus dieser kaputten Welt zurückgezogen. Und ich habe mir genauso einen Selbstversorgerhof erträumt, doch habe ich bald erkannt, dass ich 1. viel zu viel Druck auf meine Familie ausgeübt habe und 2., dass ich mit solchen Ängsten kein Leben führen kann, dass alles stagniert und ich so auf gar keinen Fall gesund leben kann, mit so vielen Sorgen, die mich plagen. Ich bin nach wie vor an solch einer Lebensform interessiert, nur nicht so absolut, wie es der Herr Kohlmorgen im Film für sich und die Kinder gestaltet ... Und so ein Vorhaben kann ich auch nicht einfach so übers Knie brechen. Schritt für Schritt gesunde Kreisläufe schaffen, und am wichtigsten erscheint mir, erst mal in mir selbst aufzuräumen.

Es scheint, als hätte sich Olga in Lennard Kohlmorgen verliebt. Als dann ein Mord geschieht, scheint die professionelle Distanz zwischen privaten Gefühlen und beruflicher Objektivität schwierig. Verliert sie für einen Moment die Kontrolle?

Ich weiß gar nicht, ob sich Olga wirklich in den Mann verliebt hat. Sie steckte in einer Sinnkrise, hat alles in Frage gestellt und Kohlmorgen hat sie bestätigt. Sie war verloren, irgendwie zwischen den Welten und er auch, und da haben sich die beiden getroffen und gehalten. In dieser Zwischenwelt gab es nicht so etwas wie Kontrolle, da gab es kein gesellschaftliches Konstrukt - sie wollte weder Polizistin noch Olga sein, einfach nur Mensch – ohne richtig und falsch. Der Mann hat sie genau da abgeholt und hat ihr in seinem eigenen Planeten Schutz gegeben. Und plötzlich ist die Realität ganz heftig und existenziell in diese Blase eingebrochen, und sie war gezwungen zu funktionieren, so wie sie es gelernt und gelebt hatte ...

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