Statements der Macher

Horst Claasen (Dieter Schad)
Szene aus dem Film: Horst Claasen greift zum Telefon und alarmiert die Polizei.  | Bild: Radio Bremen / Christine Schröder

Regisseur Philip Koch zum Tatort "Im toten Winkel"

"So nah und echt am Menschen wie möglich"

»Mir war beim Tatort 'Im toten Winkel' besonders wichtig, der Verantwortung gerecht zu werden, die der Thematik 'Überforderung bei der häuslichen Pflege' innewohnt. Ein prekäres Thema, das aus der Mitte der Gesellschaft kommt, das echt ist und das eines der drängendsten sozialpolitischen Themen der nächsten 20 Jahre werden wird. Daher habe ich bei der Umsetzung besonders darauf geachtet, den Fokus immer auf die Darsteller zu setzen, so nah und echt am Menschen wie möglich zu erzählen. Puristisch, ohne stilistische Überhöhungen oder forciertes schnelles Erzähltempo – auch wenn es gerade so en vogue ist. Die handelnden Figuren stehen im Mittelpunkt und es ist einzig Ihnen überlassen, die Geschichte dieser Menschen zu erzählen, die unseren tiefsten Respekt verdienen.«

Redakteurin Annette Strelow zum Tatort „Im toten Winkel“

"… mit diesem aufwühlenden Krimi die Zuschauerinnen und Zuschauer berühren …"

»Die Autorin Katrin Bühlig und der Regisseur Philip Koch führen uns ganz nah an die Figuren, sie zeigen die Helden des Alltags, die in der Pflege ihrer Angehörigen an ihre Grenzen stoßen. In dieser extremen Situation sind sie oft überfordert, allein und geraten in die Armut. Pflege ist ein Geschäft mit komplexen Strukturen. Dieses Dickicht nutzen auch Kriminelle. Der Betrug in der Pflege ist inzwischen lukrativer als Drogenhandel oder Prostitution. Wenn Inga Lürsen und Stedefreund mit diesem aufwühlenden Krimi die Zuschauerinnen und Zuschauer berühren, dann erhoffe ich, dass wir Gespräche und Diskussionen anschieben.«

Produzent Michael Polle zum Tatort "Im toten Winkel"

"Aufgabe gestellt, einen toten Winkel in der Gesellschaft zu beleuchten"

»"Das Telefon klingelt und plötzlich ist von heute auf morgen alles anders: Ein Schlaganfall, die Diagnose Demenz oder ein Unfall machen aus einem geliebten Menschen völlig unvorbereitet einen Pflegefall. Das bisherige Leben von Angehörigen und Freunden wird völlig aus den Angeln gerissen. Dies war der Kern, der uns von Anfang an berührte, als die Drehbuchautorin Kathrin Bühlig die Idee vorschlug, einen Tatort in diesem Sujet zu erzählen: Wie gehen Menschen mit diesem Schicksal um? Gemeinsam mit Radio Bremen haben wir uns die Aufgabe gestellt, einen toten Winkel in der Gesellschaft zu beleuchten, der vor allem von der Politik kaum gesehen oder schweigend mitgetragen wird. In Deutschland werden Millionen Pflegebedürftige von ihren Angehörigen aufopferungsvoll zu Hause gepflegt. Ihre liebevolle Fürsorge bringt sie jedoch oft an den Rand der physischen und psychischen Kräfte.

Viele leiden dabei im Stillen, leiden an einem System, dass sie nicht sieht und oftmals zu vergessen scheint. Jeder von uns hat hierzu eine Geschichte: Von Nachbarn, Freunden oder Verwandten – oder aus persönlicher Erfahrung. Der Umgang mit und auch die Überforderung in der häuslichen Pflege ist eines der drängendsten Themen unserer Zeit. Uns allen war es daher ein persönliches Anliegen, dieses Thema emotional und wahrhaftig im Bremer Tatort aufzugreifen und als packenden Krimi zu erzählen, der die Menschen in dieser Lebenssituation, egal welchen Alters, einfühlsam portraitiert und ihre Geschichten ins Zentrum der Gesellschaft bringt. Wir wollten ihnen mit diesem Film eine Stimme geben und hoffentlich ein klein wenig dazu anregen, einen gesellschaftlichen Diskurs zu führen, der für die Zukunft von uns allen so unglaublich wichtig ist.«

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