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Borowski und Brandt

Axel Milberg als Hauptkommissar Klaus Borowski

Zur Rolle

Axel Milberg als Hauptkommissar Klaus Borowski (Bild: NDR) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Axel Milberg als Hauptkommissar Klaus Borowski ]
Er braucht nur ans Telefon zu gehen, schon entlädt sich der kantige
Charakter dieses neuesten "Tatort"-Könners aus dem Norden wie ein
Ostseegewitter. "Ich höre", grummelt, knurrt oder faucht der Kieler
Hauptkommissar Klaus Borowski dann ungnädig, und wehe dem Anrufer,
der jetzt nichts Wichtiges zu sagen hat. Mit dem geborenen Kieler Axel
Milberg gibt einer der vielseitigsten deutschen Schauspieler dem
nördlichsten "Tatort"-Fahnder ein unverwechselbares Profil: Borowskis
Kollegen erleben ihn als wortkargen Eigenbrötler, der es nicht für nötig hält,
sich einzuordnen. Im Gegenteil: Wenn jemand ihn reizt, lässt Borowski
gnadenlos den Chef und Choleriker raushängen. Hinter der knorrigen
Fassade jedoch verbirgt sich ein fast schon besessener Moralist, der seine
Ruhe erst wiederfindet, wenn der Mörder gefasst ist.

Zur Person

Axel Milberg alias Klaus Borowski hat zu seinem Einsatzgebiet als
Kommissar in Schleswig-Holstein eine persönliche Verbindung. Schließlich
wurde der Schauspieler dort am 1. August 1956 geboren. Mit der Arbeit als
Ermittler für den NDR Tatort kehrt er in den Norden zurück.

Nach seinem Abitur nahm er Schauspielunterricht an der renommierten
Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach zweijähriger Ausbildung wurde
Milberg 1981 sofort ins Ensemble der Münchner Kammerspiele
aufgenommen und gehörte diesem bis 1998 an.

Der vielseitige Schauspieler wandte sich seit Beginn der 90er-Jahre
verstärkt dem Film zu und stand in zahlreichen erfolgreichen Kino- und
Fernsehproduktionen vor der Kamera.

Sibel Kekilli als Sarah Brandt

Zur Rolle

Sibel Kekilli als Sarah Brandt (Bild: RB) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Sibel Kekilli als Sarah Brandt ]
Ambivalent" ist vielleicht das passende Generalattribut, um Sarah Brandt
zu charakterisieren. Sarah Brandts Persönlichkeit ist komplex,
widersprüchlich und fragil. Das führt gerade im Polizeialltag zu
Konflikten, wo Gesetz und Freiheit einander bedingen und zugleich
begrenzen.

In ihrer Welt- und Werteordnung führen völlig gegensätzliche Gefühle
und Gedanken ein harmonisches Miteinander. Sarah toleriert demzufolge
auch Gegensätzliches und Widersprüchliches in anderen.
Gerade das schärft ihre Urteilskraft, weil sie auch das Widersprüchliche,
scheinbar Absurde in ihre Überlegungen einbezieht. Es ist verblüffend,
welch präzises Fazit sie aus widersprüchlichen Informationen ziehen
kann.

Studiert hat Sarah Brandt nach eigenen Worten Informatik und
Selbstverteidigung. Weiß der Teufel, wo sie das alles gelernt hat, aber
kein virtuelles System ist vor ihren Einbrüchen sicher.
Körperliche Auseinandersetzung fürchtet sie wenig, ihre Methoden der
Selbstverteidigung sind nicht besonders sauber aber höchst effektiv.
Normen, Konventionen und Verbote gelten für sie nur bedingt. Die Arbeit
für die Mordkommission hebt sie über allgemeingültige Gesetze, denn:
"wir sind die Guten, wir dürfen das".

Zur Person

Sibel Kekilli arbeitet als Verwaltungsangestellte im Rathaus Heilbronn, als
sie von einer Casting-Agentur der Wüste Filmproduktion in einer Kölner
Einkaufspassage für die Hauptrolle in Fatih Akins "Gegen die Wand"
(2004) entdeckt wird.

Das Spielfilmdebüt bekommt zahlreiche nationale und internationale
Preise und Auszeichnungen (u. a. Deutscher Filmpreis 2004 für die Beste
Hauptdarstellerin; Bambi als Shooting Star des Jahres 2004). Nicht
zuletzt deshalb, weil die 1980 in Heilbronn geborene Tochter türkischer
Eltern wie ihre Kinofigur auf unterschiedliche Weise versucht, aus dem
starren traditionellen Frauenbild ihrer Familie auszubrechen, ihre eigenen
Wege zu gehen und daher absolut authentisch wirkt. Dieses
sozialkritische Ziel verfolgt sie mittlerweile auch mit einem Engagement
für Terre des Femmes.

Als beste Schauspielerin wird Sibel Kekilli 2010 für ihre Rolle in dem
Kinofilm "Die Fremde" u. a. mit dem Deutschen Filmpreis sowie beim
"Tribeca Film Festival" in New York und beim 15. "Festival Türkei/
Deutschland" geehrt. Aktuelles Projekt ist der Kinofilm "What a man",
Matthias Schweighöfers Regie-Debüt.