Drei Fragen an Martin Brambach

Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) ärgert sich über die Berichterstattung, die Laura Nix als Zeugin verrät.
Peter Michael Schnabel ärgert sich über die Berichterstattung, die Laura Nix als Zeugin verrät. | Bild: MDR

Im Gegensatz zu Sieland und Gorniak erfährt man über Schnabel als Privatperson eher wenig. Wie würden Sie ihn in drei Worten beschreiben?

Martin Brambach: In nur drei Worten wird es wirklich schwierig. Schnabel ist sehr konservativ in seinen Ansichten – und das ist noch vorsichtig formuliert. Er hadert mit vielen Auswüchsen der Moderne und dem globalisierten Kapitalismus, hat eher traditionelle Rollenbilder. Zwar hält er Frau Sieland für eine linke Spinnerin und "Emanze", würde aber letztlich sein Leben dafür geben, dass seinen Kolleginnen nichts zustößt. Meine Vermutung: Er hat eine total bestimmende Frau daheim und ist deshalb froh, wenn er im Dienst ist. Schnabel ist ein guter Polizist!

Der Kommissariatsleiter Schnabel übt oft Druck auf sein Team aus und spricht selten ein Lob aus. Macht er das, weil ihm bewusst ist, wie viel Potential in Sieland und Gorniak steckt? Weiß er die beiden Ermittlerinnen und ihre Arbeit zu schätzen?

Martin Brambach: Er ist oft fassungslos über die Naivität, mit der sich die beiden über seine Einwände hinwegsetzen, sich in Gefahr begeben. Trotzdem ist Schnabel ein sehr emotionaler Mensch, der für dieses Verhalten Empathie hat. Ich kann mir vorstellen, dass ihm imponiert, wenn sich seine Kommissarinnen wissentlich in Gefahr begeben, um einen Fall zu lösen. Das kann er selber sehr gut nachvollziehen, aber als Vorgesetzter natürlich überhaupt nicht gutheißen. Da befindet er sich im Zwiespalt und muss so manches Mal ein Machtwort sprechen.

Im Dresdner Tatort werden auch Themen des digitalen Zeitalters behandelt und dessen Entwicklungen aufgegriffen. Für wie wichtig schätzen Sie die Auseinandersetzung damit ein?

Martin Brambach: Die Digitalisierung hat längst alle unsere Lebensbereiche erobert und bestimmt unser Leben immer mehr. Ob wir das wollen oder nicht – das macht uns gläsern, da sind Orwells Albträume längst Realität geworden. Wir sind verletzbar wie nie, da sämtliche Informationen ans Netz angeschlossen sind. Die Digitalisierung wird vermutlich viele, viele Berufe abschaffen – ich habe mal von 700 Berufsbildern gelesen. Darüber muss man reden. Sie ist Chance wie Gefahr gleichzeitig. Da muss man im Diskurs bleiben. Ich glaube, wir ahnen noch gar nicht, was da alles auf uns zukommt ...

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