Interview mit Oliver Mommsen

Er verkörpert die Rolle des Hauptkommissars Stedefreund

Tatort - Das Wiedersehen: Stedefreund (Oliver Mommsen) zielt mit der Waffe auf jemanden.
Stedefreund im Einsatz.

»Ich war oft unsicher, ob das reicht, was ich mache.«

Herr Mommsen, im Radio Bremen-"Tatort: Die Wiederkehr" sieht man Sie in der Rolle des Hauptkommissars Stedefreund ungewohnt ernst. Sie reden nicht viel, aber man sieht, dass es in Ihnen arbeitet. Wie war es für Sie, das zu spielen?

Einer der Schlüsselsätze für Stedefreund in diesem "Tatort" ist: "Wir haben unseren Job gemacht." Die Tatsache, dass Lürsen und Stedefreund eventuell einen Unschuldigen in den Selbstmord getrieben haben, versucht er sehr rational zu verarbeiten. Er analysiert die Fakten und be- müht sich, einen klaren Kopf zu bewahren. Um ihn herum toben schon genügend Emotionen, da redet man vielleicht weniger und beobachtet mehr.

Worin lag dabei für Sie dieses Mal die größte Herausforderung?

Das richtige Maß zu finden. Ich war oft unsicher, ob das reicht, was ich mache, aber aufgrund der vielen Filme, die ich bislang mit dem Regisseur Florian Baxmeyer gedreht habe, vertraue ich ihm blind. Das An- strengende ist: Er behält am Ende "immer" recht. (lacht)

Im "Tatort: Die Wiederkehr“ wird der Zusammenhalt der Hauptkommissare besonders deutlich, obwohl man Sie kaum zusammen erlebt. Inwieweit hat das Ihr Spiel beeinflusst?

Mittlerweile müssen die beiden nicht immer zusammen im Bild stehen, um als ein Team aufzutreten. Sie ziehen an einem Strang und sind auch verbunden, wenn sie alleine los ziehen. Manchmal aber fehlt mir die kleine Blondine an meiner Seite schon ein bisschen. (lacht) Sich gegenseitig die Köppe zu raufen macht großen Spaß!

Gehen Ihnen, Herr Mommsen, bestimmte Geschichten, die im Bremer "Tatort" erzählt werden, besonders nahe oder können Sie sich davon ganz ab- grenzen?

In der Vorbereitungszeit und in der Drehphase dreht sich bei mir so gut wie alles um den "Tatort". Da wird auch mal Alltägliches gefiltert, ob es in die Thematik passt. Ich lese gerne um das Thema herum und recherchiere. Klar beeinflusst einen so eine Arbeit. Wenn ich wirkliche Miesepeter spiele, die alles negativ sehen, kann es sein, dass ich mich manchmal dabei ertappe, wie ich selber schräg drauf komme, aber zum Glück geht das auch andersrum.

Was ist Ihnen von den Dreharbeiten besonders im Gedächtnis geblieben?

Wo soll ich anfangen? Ich fühle mich am Set pudelwohl! Und es ist bei allem Stress immer noch genug Zeit, um sich gegenseitig freundlich hops zu nehmen. Das hält den Spieltrieb wach und ölt das Getriebe. Es sind die Begegnungen mit den Menschen vor und hinter der Kamera, die gemeinsam erlebten Momente, die einen echt süchtig machen.

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