Doppelinterview mit Christine Neubauer und Monika Gruber

Christine Neubauer und Monika Gruber im Doppelinterview über ihre Rollen bei "München 7", die Welt des Viktualienmarkts und echte Marktfrauen.

Moni Riemerschmidt (l.) und Elfi Pollinger (Bild: ARD/ Barbara Bauriedl)

Moni Riemerschmidt (l.) und Elfi Pollinger

Das Erste: Sie spielen beide Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt. Was ist überhaupt eine "g'standene Marktfrau"?

Christine Neubauer: Eine g'standene Marktfrau steht mit beiden Beinen im Leben, ist vorzugsweise in München geboren, hat das Herz am rechten Fleck und die Zunge immer locker voraus.

Monika Gruber: Ich würde sagen, eine richtige Bayerin: um keine Antwort verlegen, geschäftstüchtig, eben ein g‘standenes Weiberleit, dem man nix vormachen kann.

Was macht für Sie die Welt des Viktualienmarkts aus?

Christine Neubauer: Der Viktualienmarkt ist "die gute Stube Münchens", ein echtes Original, erhalten in seiner Ursprünglichkeit, mit dem Charme der Marktfrauen. Er spiegelt das bayerische Leben wider, die Vielfältigkeit und Exklusivität durch seine Standl und den urigen Stil durch seine Händler und Besucher. Und genau das zeigt "München 7".

Monika Gruber: In erster Linie natürlich ist es der Platz selber: mitten im Herzen von München, lauter mehr oder weniger kleine Standl, die sich um einen von Bäumen beschatteten Biergarten scharen, durchsetzt mit Denkmälern großer bayerischer Künstler – Karl Valentin, Ida Schuhmacher etc. Aber was wäre ein Platz ohne die Menschen? Diese einzigartige Mischung aus Standlfrauen und ihren nicht minder unterhaltsamen männlichen Pendants und Lebenspartnern, Metzgern, Touristen und Einheimischen, Gestrandeten und Gspinnerten, Pennern und Gschaftigen, Gesundheitsbewussten und Feinschmeckern, Schauern und Käufern. Ich finde, der Franz (Franz Xaver Bogner, die Red.) fängt diese Szenerie sehr unterhaltsam und liebevoll ein.

Werden Sie von den echten Standlfrauen akzeptiert oder eher beäugt?

Christine Neubauer: Ich werde akzeptiert, weil ich auch ein original Münchner Kindl bin!

Monika Gruber: Die Standlfrauen haben sich an uns gewöhnt so nach dem Motto: "Aha, iatz sans wieder do!".

Haben Sie sich bei ihnen etwas abgeschaut?

Monika Gruber: Ganz grandios finde ich die Einstellung dieser Frauen, niemals zu jammern – egal, ob das Wetter brütend heiß ist oder saukalt, ob die Kunden höflich sind oder saugrantig, ob das Geschäft gut geht oder zaach. Wuiseln duad ma ned, sagt man auf Bayerisch (Hochdeutsch: Jammern geht nicht, die Red.).

In den letzten Folgen haben Sie sich mit Kisten beworfen und auch in den neuen Folgen ist der Streit um Xaver nicht ausgestanden. Was hat denn der Xaver so besonderes, dass sich zwei starke Frauen um ihn schlagen?

Christine Neubauer: Der Xaver hat einen unwiderstehlichen Humor und auch wenn Xaver es nicht merkt, findet ihn Elfi Pollinger zum Verlieben komisch.

Monika Gruber: Der Xaver ist eben eines dieser immer rarer werdenden bayerischen Mannsbilder, auf die man sich verlassen kann. Diese Tatsache wirkt eben auf viele Frauen anziehender als ein Six-Pack.

Gehört der "München 7"-Filmset nicht fast schon zum Inventar des Marktes?

Christine Neubauer: Ja, aber es ist auch für alle Beteiligten anstrengend – und hin und wieder sind wir sicher auch ein Störfaktor.

Wie ist es, auf dem Viktualienmarkt zu drehen?

Monika Gruber: Wie gesagt, man hat sich an uns gewöhnt, obwohl es natürlich auch Kunden gab, die grantig waren, weil wir ihren geliebten Stand, der Kartoffelsorten führt, die es nirgendwo sonst gibt, mit Beschlag belegt hatten. Abgesehen davon ist es ein herrliches Gefühl, an einem der schönsten Plätze Münchens – wie ich finde – drehen zu dürfen. Und: Nachts hat der Platz etwas geradezu Mystisches.

Wann waren Sie das letzte Mal privat auf dem Viktualienmarkt?

Monika Gruber: Vor ein paar Wochen.

Christine Neubauer: Immer, wenn ich in München war! Es ist wie ein Open-Air-Wohnzimmer, wo man sich trifft und ratscht. Nirgendwo ist die Auswahl an Lebensmitteln und Spezialitäten größer.

Holen Sie sich dort besondere Spezialitäten?

Monika Gruber: Ich kauf' mir immer einen frisch gepressten Saft am Saftstandl. Beim Bäcker gibt‘s zum kleinen Ratscherl immer wunderbare Bobbes; ist zwar nicht typisch bayerisch, aber sauguad. Den besten Espresso gibt es ebenfalls hier, dazu ein paar kleine, süße Schweinereien aus Italien. Wenn ich ab und an mit meinen Eltern in der Stadt bin, gehen wir zum Mittagessen fast immer zum Viktualienmarkt, weil der Färber Rudi wie d' Mama kocht und man an langen Wirtshaustischen immer nette Gespräche hat. Die besten Fischgerichte gibt es um die Ecke und einen furchtbar netten Service gleich dazu.