SENDETERMIN Do, 15.08.13 | 22:45 Uhr

Zu Unrecht in der Psychiatrie – der Fall Gustl Mollath

Die ersten Tage in Freiheit: Gustl Mollath bei "Beckmann"

Gusl Mollath, Beckmann

Zu Unrecht in der Psychiatrie - der Fall Gustl Mollath | Video verfügbar bis 23.08.2014

Gustl Mollath ist frei. Nach sieben Jahren Zwangsunterbringung in der forensischen Psychiatrie verfügte das Nürnberger Oberlandesgericht vergangenen Dienstag seine Entlassung und die Wiederaufnahme des Verfahrens. Der umstrittene Fall ist für viele ein Justizskandal ohnegleichen: Zwar war Mollath 2006 vom Vorwurf freigesprochen worden, seine Ehefrau misshandelt und die Autoreifen von Widersachern zerstochen zu haben, doch wegen vermeintlicher Wahnvorstellungen und Gemeingefährlichkeit schickte das Gericht den heute 56-Jährigen in die Psychiatrie.

Gustl Mollath

Gustl Mollath

Er hatte seiner Frau und deren Arbeitgeberin, der Hypovereinsbank, wiederholt Schwarzgeldgeschäfte vorgeworfen – Anschuldigungen, die sich später im Kern als wahr erwiesen. Handelt es sich beim Fall Mollath "nur" um ein Versagen des Rechtsstaates? Oder kam er einflussreichen Menschen in die Quere und wurde weggesperrt? Und wie schnell landen Menschen zu Unrecht in der Psychiatrie?

Weitere Gäste neben Gustl Mollath:

Dr. Hanna Ziegert (Psychiaterin)

Hanna Ziegert

Hanna Ziegert

Welche Konsequenzen müssen Politik und Justiz aus dem Fall Mollath ziehen? Prof. Hanna Ziegert arbeitet seit 30 Jahren als Gutachterin und weiß, wie leicht man in der Psychiatrie landen kann.

Uwe Ritzer (Journalist von der "Süddeutschen Zeitung")

Uwe Ritzer

Uwe Ritzer

Er recherchierte für die "SZ" und trug zum Aufdecken des Falles Mollath maßgeblich bei. Uwe Ritzer spricht von einem der größten "Justiz-, Psychiatrie-, Polit- und Bankenskandale der Bundesrepublik".

Dr. Gerhard Strate (Rechtsanwalt von Gustl Mollath)

Dr. Gerhard Strate

Dr. Gerhard Strate

Der Hamburger Strafverteidiger stellte den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens und bewirkte damit Gustl Mollaths Freilassung. Für Gerhard Strate ist der Fall ein beispielloser Skandal in der deutschen Rechtsgeschichte.