SENDETERMIN Mi, 17.05.17 | 22:45 Uhr | Das Erste

Was wollen Merkel und Schulz für Deutschland?

PlayMartin Schulz und Angela Merkel
Klartext, bitte! Was wollen Merkel und Schulz für Deutschland? | Video verfügbar bis 17.05.2018

Der Kampf ums Kanzleramt hat erst jetzt begonnen, glaubt Martin Schulz trotz drei verlorener Landtagswahlen. Der SPD-Chef ist überzeugt, Angela Merkel als Kanzler ablösen zu können. Aber selbst treueste Sozialdemokraten fragen sich: Wenn er mehr Gerechtigkeit fordert, wie sehen dann seine konkreten Pläne aus, etwa in der Steuerpolitik? Will er zum Beispiel Reiche stärker belasten? Und macht es Angela Merkel besser? Auch sie bleibt bei der Ankündigung eines CDU-Wahlprogramms vage: Es gehe um "Innovation, Zukunftsgestaltung, Zukunftsgewandtheit, und dann daraus sich entwickelnd natürlich Gerechtigkeit". Was soll man als Wähler damit anfangen?

Peter Tauber, CDU (Generalsekretär)

Peter Tauber
Peter Tauber

"Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen wurde wegen ihrer verheerenden Bilanz abgewählt", meint der CDU-Politiker. Die Bundestagswahl unterscheide sich aber von Landtagswahlen: "Wenn alle, die heute sagen 'Merkel macht einen guten Job und soll Kanzlerin bleiben', CDU wählen würden, dann würde der Wahlkampf sehr entspannt werden. Aber es geht nicht einfach um ein 'Weiter so'. Deshalb werben wir mit einer starken Kanzlerin und überzeugenden Angeboten, wie Deutschland in einer sich verändernden Welt stark und erfolgreich bleibt", sagt Peter Tauber.

Ralf Stegner, SPD (Stellvertretender Parteivorsitzender) 

Ralf Stegner
Ralf Stegner

Der schleswig-holsteinische Parteichef fordert nach der Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen in den wichtigen Gerechtigkeitsfragen konkret zu werden. Für den Busfahrer, die Krankenschwester oder den Bauarbeiter müsse der Unterschied klar sein, ob die Bundesregierung von CDU oder der SPD geführt werde. Die Union wolle Bildungsgebühren, massive Aufrüstung und Steuersenkungen für Großverdiener, warnt der Partei-Vize. Die SPD hingegen stehe für die Entlastung normaler Familien.   

Sahra Wagenknecht, Die Linke (Fraktionsvorsitzende)

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht

Hannelore Kraft habe mit ihrer Koalitions-Absage an die Linke klargemacht, dass sie keine Politik für mehr soziale Gerechtigkeit wolle, kritisiert die Linken-Politikerin. Ihre Partei bleibe somit die einzige Vertreterin sozialer Politik. Im Bundestagswahlkampf fordert die Fraktionsvorsitzende: "Lohndrückerei durch Leiharbeit und Dauerbefristungen muss verboten werden. Statt den Riester-Schwachsinn mit der Nahles-Betriebsrente noch zu toppen, muss die gesetzliche Umlagerente gestärkt werden. Wir brauchen Vermögens- und Erbschaftssteuern für Reiche."

Katja Suding, FDP (Stellvertretende Parteivorsitzende)

Katja Suding
Katja Suding

"Die Menschen wollen die FDP zurück", so ist das Fazit der stellvertretenden Parteichefin nach dem Erfolg bei der Landtagswahl von Nordrhein-Westfalen. Die Hamburger FDP-Vorsitzende steht für einen klar wirtschaftsliberalen Kurs im Bundestagswahlkampf: "Wir wollen die Bürger steuerlich entlasten und daher den Solidaritätsbeitrag abschaffen. Und wir müssen uns wieder stärker auf die soziale Marktwirtschaft besinnen."

Robin Alexander ("Welt am Sonntag"-Journalist)

Robin Alexander
Robin Alexander

Mit seinem Buch "Die Getriebenen" hat er den politischen Bestseller des Frühjahrs geschrieben. Der Hauptstadtkorrespondent der "Welt am Sonntag" gehört zu den besten Kennern des Berliner Politikbetriebs. Die Erfolge der CDU bei den drei Landtagswahlen seien nicht bloß Merkels staatsmännischem Auftreten zu verdanken, sondern auch einer politischen Kurskorrektur: "Es ist vor allem das Thema 'Innere Sicherheit' gewesen, dass die CDU in NRW auf Erfolgskurs gebracht hat."

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