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Das Videotext-Logo von 1977
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"Der Videotext schöpft seine Schönheit aus seiner Bescheidenheit. Dennoch kann man sich sicher sein, dass das, was sich auf meist nur 30 Seiten findet, wirklich am wichtigsten ist im Sport. Und weil das Fernsehprogramm selten für eine Eilmeldung unterbrochen wird, wenn Jan Simak nun doch nicht nach Bielefeld geht, ist der 'Text' meist schneller als das Medium, ohne das er gar nicht existieren würde. Paradox, aber wahr."
Jannik Sorgatz "Violett auf Schwarz – eine Ode an den Videotext", am 15. Januar 2010 auf "Entscheidend is auf'm Platz"
"Heute schießen die Verleger gegen die Webangebote von ARD und ZDF - vor knapp 30 Jahren gingen sie gegen deren Videotext auf die Barrikaden. Die "elektronische Zeitung" auf dem Fernseher sei eine Bedrohung ihrer Existenz. Das Totschläger-Argument der Zeitungsverleger kommt alle Jahre wieder. Der Videotext kam trotzdem – und ist auch heute noch lange nicht tot. Selbst im digitalen Webzeitalter ist die C64-Optik mit dem 80er-Jahre-Charme nicht wegzudenken und wird äußerst rege genutzt."
Björn Czieslik, "Was wurde eigentlich aus dem Videotext", 19.02.2009 auf update2.de
"Es scheint, als sei der Stillstand, sein Verharren im Ursprungszustand, das Erfolgsgeheimnis des Videotextes. Er wirkt wie ein Bollwerk gegen die neue Technik, er ist Gewissheit und Verlässlichkeit in einer Zeit, in der sich alles andere rasch zu verändern scheint. Der Videotext ist ein Ort der Nostalgie, ein Sicherheitsstifter und Anker, der die Welt noch überschaubar beschreibt, wohl gegliedert und greifbar auf 899 Seiten."
Mathias Irle: "Ewig neues Medium", anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Videotexts in der "Zeit" vom 13.01.2005
"Ob der zu erwartenden Siegeszug des digitalen Fernsehens den Teletext eliminieren wird? Hybride Boxen könnten in der Zukunft nicht nur das Internet mit dem Fernsehen vereinen, sondern auch die Videotext-Optik in eine neue Ära überführen. Aber irgendwie wäre das, ganz ohne Pixel und Weiß auf Schwarz, doch nur noch der halbe Spaß."
Jens Kirschneck: "Kein Ding von gestern." in "11 Freunde", Mai 2010
"Beim Videotext bin ich mit der Information über das Wichtigste in fünf Minuten fertig. Eine Nachrichtenschau dauert zwanzig Minuten, das will ich gar nicht sehen."
Reinhard Mohn, Bertelsmann-Patriarch, in einem Filmbeitrag von 1992
"Die religiösen Hoffnung, die sich heute mit dem weltweiten Netz verbinden, wurden lange Zeit auch dem Videotext entgegen gebracht. Einige fantasierten von Fernüberweisungen und Weltnetz und davon, dass der Videotext die Zeitungen ablösen werde. Andere prophezeiten hingegen das baldige Ende des Dienstes. Es spricht für das Zwittermedium Teletext, dass weder das eine noch das andere eingetreten ist. Stattdessen wartet der Videotext immer noch höflich im Hintergrund, wie ein etwas in die Jahre gekommener Diener. Per Fernbedienung klingeln wir ihn herbei. Und mit einer einzigen Fingerbewegung schicken wir ihn wieder weg."
Jakob Schrenk: "Höflich im Hintergrund", am 13. Januar 2005 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Videotexts
"An einem guten Samstagnachnittag läuft der Fernseher, Tafel 251. Alle Spiele der Bundesliga auf einen Blick. Um halb vier, wenn Anpfiff ist, wird aus dem -:- ein violettes 0:0. Violett bedeutet: Das Spiel läuft. Manchmal blinkt der Bildschirm. Dann ist "irgendwo ein Tor gefallen", wie die Menschen im Radio sagen. Die Radio Live-Reportage ist Hektik und Chaos. Die Videotext-Live-Reportage ist Ruhe und Übersicht."
Matthias Stolz, "251… Farbenlehre", anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Videotexts in der "Zeit" vom 13.01.2005
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Zum 25-jährigen Jubiläum sah der ARD Text so aus.
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Henning Sußebach beschreibt in der "Zeit", wie er in Schottland ein Spiel der Hearts of Midlothian gegen die Glasgow Rangers sah und immer wieder das Wort "fucking" hörte und wie die Hearts nach 0:2 Rückstand noch 2:2 spielten. "Seitdem will ich jeden Sonntag wissen, wie es den Hearts ergangen ist", fährt Sußebach fort. "Am schnellsten geht das auf Tafel 288. Dort empfange ich Daten wie aus fernen Welten: 0:0, 1:1, 0:1. Kein Drama lässt sich daraus lesen, kein verschossener Elfmeter. Aber ich höre die Flüche, sehe den Regen und mache mir Sorgen, wenn die Hearts ans fucking Tabellenende rutschen. Steigen sie ab, würden sie aus meiner Welt fallen. Es gibt keine zweite schottische Liga im Videotext. Sie müssen gewinnen. Deshalb schaue ich nach ihnen."
Henning Sußebach, "288… Ich höre die Flüche", anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Videotexts in der "Zeit" vom 13.01.2005, die schottische Liga findet sich inzwischen auf Tafel 670
"(….) Mit ihrem merkwürdigen Medium, dieser Mischung aus Nachrichtenticker und Fernsehen, haben die Videotexter aller Sender ungeahnten Erfolg. Mitten im digitalen Unterhaltungs-Zeitalter, in dem kein Handy mehr ohne Fotofunktion, Spiele und Musikspeicher auskommt, findet der eintönige Videotext immer mehr Fans. […] Ein sensationeller Erfolg für ein Medium, das schon in der Stunde seiner Geburt totgesagt wurde."
Michael Fröhlingsdorf und Markus Verbeet, "Abfall für alle", auf Spiegel online zum 25-jährigen Jubiläum des Videotexts in Deutschland, 1.6.2005
Klaus Theweleit, Professor für Kunst und Theorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, berichtet in seinem Buch "Tor zur Welt", wie er sich in das Spiel großer Vereine in ihren großen Zeiten verliebte. Dann fügt er an: "Heute schaue ich Sonntagnacht immer noch schnell in den Teletext: ob Ajax wieder auf Nr. 1 ist in Holland; wie Liverpool steht; und Rot-Weiß Essen schafft's wieder nicht in die Regionalliga Nord. (Oder doch?) Girondins Bordeaux kommen nicht hoch im Moment. Was ist da los? Olympique Marseille, trotz Bernard-Tapie-Sünden ein Lieblingsverein, auch sehr schwankend. Aber noch hält sich La Coruna gegen Real. Ausbalanciert mit aufgefrischtem Tabellenstand Europa bis deutsche Regionalligen und Frauen-Bundesliga. ARD-Teletext 271-73 und 280-290, sinke ich in die Federn. Monday Monday – kann kommen, okay."
Klaus Theweleit: "Das Tor zur Welt. Fußball als Realitätsmodell", Köln 2004, Die angesprochenen Ligen finden sich inzwischen auf den Seiten 650 bis 676 (Europa) und 290 bis 298 (die neu geschaffene 3.Liga, Regionalliga, Frauen-Bundesliga) im ARD Text.
"Auch wenn Geräte wie Netbooks, Smartphone und nicht zuletzt Apples iPad dazu beitragen dürften, dass immer mehr Menschen beim Fernsehgucken auf anderen Geräten als webtauglichen Fernsehern und Receivern durchs Internet surfen, hat HbbTV durchaus Chancen: Wie der Teletext bietet sich dieses Angebot als schnelle Informationsquelle an, die viele verschiedene Bereiche abdeckt – ohne dass man sich dafür erst einmal etliche Apps zusammensuchen muss."
Nico Jurran, "Hinter dem roten Knopf", c't – Magazin für Computertechnik
"Es ist unglaublich. Ich leb' mit Videotext. Ich muss auch immer in meiner Garderobe einen Fernseher haben mit Videotext. Ich muss wissen, was los ist."
Rudi Carrell, in einem Filmbeitrag aus dem Jahr 1992
"Für mich schon seit 25 Jahren ein oft und liebend gern genutztes Medium. Und das schönste: Wir sind den Amerikanern voraus. Denn eins haben die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht – Videotext!"
Comedian Dirk Bach, anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Videotexts
"Seit 25 Jahren bin ich treuer Fan des Videotextes. An einem Fernsehabend wechsle ich rund 15 bis 20 Mal auf die ARD Text-Seiten. Das Medium ist unschlagbar schnell und informiert knapp und präzise."
Günter Struve, ehemaliger ARD-Programmdirektor, anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Videotexts