Ranga Yogeshwar
LebenslaufRanga Yogeshwar wurde am 18. Mai 1959 in Luxemburg als Sohn eines indischen Ingenieurs und einer luxemburgischen Künstlerin geboren. Er ist ein Enkel des indischen Bibliothekwissenschaftlers und Erfinders der Colon-Klassifikation Shiyali Ramamrita Ranganathan (1892-1972).
Nach der Grundschule in Indien und Luxemburg schloss sich das Abitur in Luxemburg sowie ein Klavier-Studium am Konservatorium der Stadt Luxemburg an. Das Physikdiplom mit dem Schwerpunkt "Experimentelle Elementarteilchenphysik und Astrophysik" machte Ranga Yogeshwar an der RWTH Aachen und ging danach ans Schweizer Institut für Nuklearforschung sowie ans Forschungszentrum Jülich. Nach Ranga Yogeshwar wurde der Kleinplanet (20522), der im September 1999 von André Knöfel entdeckt wurde, benannt.
Seit 1983 verstärkte Ranga Yogeshwar seine journalistischen Tätigkeiten in Verlagen, Hörfunk und Fernsehen. Er hat bis jetzt über 1000 Fernsehsendungen und zahlreiche Hörfunkbeiträge moderiert. Er ist Autor bzw. Co-Autor vieler Kolumnen und Fachartikel und Herausgeber einiger Bücher. Während eines Aufenthalts in Indien 1985 leitete er Seminare und Konferenzen u. a. beim Indian Institute of Science in Bangalore.
Seit 1987 ist Ranga Yogeshwar Wissenschaftsredakteur beim WDR, von 2001 bis 2005 leitete er die Programmgruppe Wissenschaft Fernsehen WDR und wirkte in zahlreichen Sendungen wie "Wissenschaftsshow", "Kopfball", "Bilder aus der Wissenschaft", "Lilipuz", "Wissenschaft live", "Globus" oder "W wie Wissen" mit.
Nach einer Elternzeit 2005-2006 moderiert er Fernsehsendungen wie "Quarks & Co." (WDR), "Wissenschaftsforum" (Phoenix) und "Die große Show der Naturwunder" (Das Erste).
Ranga Yogeshwar unterstützt seit Jahren in Zusammenarbeit mit Misereor ein Hilfsprojekt für Minenopfer in Kambodscha, engagierte sich für die Tsunami-Opfer in Indien und ist Mitbegründer der Kinder- und Jugendstiftung Hennef. Er ist verheiratet mit der Sopranistin Ursula Yogeshwar. Beide leben mit ihren vier Kindern in der Nähe von Hennef bei Köln.
Auszeichnungen (Auswahl)
- Hans Bausch Medienpreis
- 2007
- Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
- 2007
- Ludwig-Demling Medienpreis. Kategorie Elektronische Medien
- 2007
- Journalist des Jahres, Kategorie Wissenschaft 1. Platz
- 2007
- Preis für Wissenschaftspublizistik der Deutschen Gesellschaft
- 2006
- Ludwig-Demling Medienpreis
- 2006
- Journalist des Jahres, Kategorie Wissenschaft 3. Platz
- 2005
- Grimme Preis, Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes
- 2003
Fragen an Ranga Yogeshwar
Gab es irgendein Ereignis, z.B. eine Frage Ihrer Kinder, der/die Sie auf die Idee zu dieser Form der Wissenssendung brachte?
Ranga Yogeshwar: Nein, aber vielleicht bin ich besonders frei beim Gebrauch von Metaphern und Modellen: Je besser man einen Inhalt verstanden hat, umso leichter kann man auch mit ihm spielen, ohne ihn zu verfälschen. Das unterhaltsame Element ist dabei wichtig, darf jedoch nicht auf Kosten des Inhalts gehen.
Kann man komplexere Phänomene in gut zwei Minuten überhaupt adäquat erklären? Beeinflusst das Format die Themenauswahl?
Ranga Yogeshwar: Natürlich sind "2:15" eine sehr kurze Zeit, und jede feinsinnige Betrachtung eines Themas benötigt weit mehr. In Formaten wie "Quarks&Co" habe ich die Chance, solche Themen ausführlicher zu behandeln. Die Idee von "Wissen vor 8" ist ein Fernsehaugenblick für die Aufklärung. Die Themen sind überraschend und verblüffend und öffnen den Menschen die Augen. Ob es das Funkeln der Sterne ist, die Form eines Taschentuchs oder die sonderbare Zählweise im Tennis. Die Chance, fast täglich unseren Zuschauern unsere Welt ein kleines Stück transparenter zu machen, ist für mich reizvoll. Es lohnt sich, Dinge genauer zu betrachten, denn oft findet sich eine interessante Erklärung oder eine verblüffende Geschichte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele von uns täglich mit Begriffen und Tatsachen konfrontiert werden, die uns dennoch unklar sind: Was bedeutet "Ein Vertrag wird ratifiziert", was macht man mit einer "IP-Adresse" oder welche Blutgruppe darf ich empfangen bzw. spenden? Hierfür reicht die Zeit aus!
Die Sendung stellt den Aspekt des Staunens in den Vordergrund: Es werden keine Forschungsberichte referiert, sondern Wissen aus dem "Urimpuls" von Erkenntnis heraus anschaulich aufbereitet. Wie schwierig ist das in der Vorbereitung und Umsetzung?
Ranga Yogeswahr: Offen gesagt, habe ich anfangs die Komplexität dieses sehr kurzen Formats unterschätzt. So ist der Rechercheaufwand vergleichbar mit dem für einen längeren Magazinbeitrag. Dann muss man sich noch konsequenter für einen inhaltlichen Aspekt entscheiden und diesen herausarbeiten. Es gibt keine "Füllstellen". Gerade die kurze Form verlangt nach großer Präzision und dennoch nach Leichtigkeit. Trotz der Schnelligkeit muss es eine Geschichte sein. Die Zeit ist kurz – die Kunst ist lang...


