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10.02.2012

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Wo warst Du, als ...?
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Rückschau: Wo warst Du, als ... die Welt zu Gast bei Freunden war?

Sonntag, 11. Juli 2010 | 23:55 Uhr

Ein Film von Christian Dassel

"Die Welt zu Gast bei Freunden." Was anfangs nur wie ein hoffnungsvoller Marketing-Slogan der FIFA klingt, entpuppt sich im Laufe der WM als die wohl treffendste Beschreibung dieser unglaublichen Zeit im Sommer 2006.

Deutschland zeigt sich von seiner unbeschwerten Seite und sorgt vier Wochen lang für wahre Fußball-Feiertage. Nicht nur im Ausland staunt man, die Deutschen selbst wundern sich wahrscheinlich am meisten über ihre Lockerheit und ihr Temperament.

Wie selbstverständlich trägt man auf einmal ganz lässig Schwarz-Rot-Gold und feiert eine bunte Sause mit der ganzen Welt. Brasilianer, Schweizer, Franzosen, Polen und die Deutschen – sie alle wollen am Ende das Gleiche: den Titel.

Dass der Weltmeister am Ende Italien hieß, kam für viele Experten überraschend. Gabi Baumann aus dem hessischen Butzbach allerdings hat von Anfang an darauf gesetzt. Bei Tipp-Spielen im Internet gewann sie bis dahin schon alles, was es zu gewinnen gab. Denn bereits nach der Vorrunde hatte sie sieben von acht Gruppensiegern richtig vorhergesagt. Und im Halbfinale setzte sie nicht auf Deutschland, sondern auf Italien: "Weil Miroslav Klose nicht so schnuckelig ist wie der Luca Toni!" Zinedine Zidane fiel dann letztlich auch durch dieses Raster. Und deshalb wurde Gabi Baumann neben Italien die große Gewinnerin dieser WM. Das Geheimnis ihres Erfolges? "Keine Ahnung!" sagt sie.

Als Deutschland das Halbfinale gegen Italien verloren hatte, war Adi Katzenmeier – bereits seit 1963 als Physiotherapeut in Diensten der Deutschen Nationalmannschaft – nur noch eins: Seelenmasseur. "Da saßen erwachsene Männer in der Kabine und haben geweint. Der Jürgen (Jürgen Klinsmann, d. Red.) hat gar nichts gesagt. Was sollte er auch sagen?" Adi Katzenmeier wusste, dass der enorme Druck, der auf den Spielern lastet, vom Kopf durch den Körper bis in die verspannten Waden wandert. Adi hat damals fachmännisch Hand angelegt und die deutsche Mannschaft wurde schließlich zum Weltmeister der Herzen.

Mit ganzem Herzen war auch der Hamburger Horst Fascher dabei – beim Spiel gegen Argentinien wurde ihm das allerdings zum Verhängnis. "Es war die Angst vor der Niederlage. Die Angst, diese ganze Euphorie könnte mit einem Schlag vorbei sein. Das hat mein Herz unheimlich gestresst." Beim Public Viewing spürte er einen enormen Druck im Brustkorb. Er konnte kaum noch atmen und hätte einen Notarzt gebraucht. "Aber ich war so gefesselt von diesem Spiel, da bin ich geblieben. Ich wollte das unbedingt erleben." Fast wäre Horst Fascher dabei gestorben, denn er erlitt damals einen Herzinfarkt. "Erst nach dem Spiel bin ich zusammengebrochen", sagt er und legt großen Wert auf diese Feststellung.

Drei Geschichten von Hunderttausenden, die diese WM begeistert verfolgt haben. Jeder erinnert sich gern, wie fröhlich, wie traurig, wie dramatisch und wie intensiv das Leben in diesem märchenhaften Sommer war.

In "Wo warst Du, als die Welt zu Gast bei Freunden war?" können wir die tolle Zeit pünktlich am Endspieltag der Fußball-WM in Südafrika noch einmal erleben.


Redaktion:
Christiane Hinz (WDR), Katja Wildermuth (MDR)



Public Viewing 2006 (Bild: WDR/Fulvio Zanettini)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: "Public Viewing" auf dem Kölner Roncalliplatz am 20.06.06. ]




Viertelfinale 2006, Deutschland – Argentinien (Bild: WDR/Interfoto)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Gabriel Heinze, Per Mertesacker, Thorsten Frings, Juan Sorin, Christoph Metzelder und Michael Ballack, beim Viertelfinale, Deutschland gegen Argentinien am 30.6.2006 in Berlin (v.l.n.r.). ]




Adi Katzenmeier (Bild: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Adi Katzenmeier - war bereits seit 1963 als Physiotherpeut im Dienst der Deutschen Nationalmannschaft erinnert sich: Als Deutschland 2006 das Halbfinale gegen Italien verloren hat musste er nicht nur die Waden sondern auch die Spielerseelen behandeln. ]




Horst Fascher (Bild: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Mit ganzem Herzen war der Hamburger Horst Fascher dabei. Beim Spiel Deutschland/Argentinien wurde ihm das allerdings zum Verhängnis. Beim Public Viewing erlitt er einen Herzinfarkt, ignorierte er aber die Symptome und wäre beinahe gestorben. ]




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