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07.02.2012

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Rückschau: 100% Alternativ-Strom

 

 

Wenn in Heidelberg die Lichter angehen, steckt zu 17 Prozent ökologischer Strom dahinter. Und es soll mehr werden. Der Umweltverband WWF hat die Heidelberger Stadtwerke deshalb zum „Pionier“-Stromerzeuger erklärt. Ursprünglich sollten bis zum Jahr 2020 zwanzig Prozent des Stromns umweltfreundlich entstehen. Jetzt werden es wahrscheinlich sogar vierzig Prozent werden. Doch woher soll in Heidelberg der zusätzliche Ökostrom kommen?

Wasser

Die Hälfte des Ökostroms in Heidelberg kommt momentan aus dem Neckarkraftwerk Karlstor. Weitere Wasserkraftwerke sind nicht möglich. Alle Staustufen – bis auf eine Ausnahme - am Neckar erzeugen schon Strom für das Heidelberger Netz.

Sonne

Lange glaubte man in der Neckarstadt an die Rettung von oben. Auf einem Sportzentrum wurde erst kürzlich die größte Photovoltaik-Anlage der Stadt installiert. Doch der damit gewonnene Strom reicht gerade mal für 40 Ein-Personen-Haushalte. In etwa zehn Jahren könnte es allerdings möglich sein, Sonnenenergie zu importieren: von riesigen Solar-Kraftwerken in der Wüste.

Wind

Auch der Wind über Heidelberg gibt nicht viel her: Nur der Königstuhl käme für Windräder in Frage. Doch dort steht ein Sendeturm des SWR. Und der SWR fürchtet um die Sendequalität seiner Hörfunk- und Fernsehprogramme. Ein möglicher Ausweg wäre: Man errichtet gigantische Windparks im Meer. Doch ob die profitabel arbeiten können, muss sich erst zeigen.

Biogas

Das ist für die Experten die größte Hoffnung: Biogase aus Mist und Abfällen. Sie sollen in Heidelberg – wie in der gesamten EU – die Hälfte des Stroms produzieren.
Das Heidelberger Benediktiner-Kloster hat bereits solch eine Biogas-Anlage. Der Antriebsstoff ist Kuh-Mist aus dem landwirtschaftlichen Betrieb. Die Gase des Kuh-Mistes werden in einem riesigen Ballon gesammelt und dann verbrannt:
Ein Motor macht daraus Strom. Gleichzeitig wird die Abwärme genutzt. So funktioniert eine effiziente Kraft-Wärme-Kopplung. Auch im Heidelberger Zoo sorgte ein solches Blockheiz-Kraftwerk mit Biogas für Strom und Wärme. Eine derartige Energie-Produktion könnte in zukünftig Standard werden, weil viele Kraftwerke bald vom Netz gehen müssen.

Energie sparen ist das A & O

Auch im Haushalt lässt sich die Energie-Effizienz steigern: Derzeit steigt sie um 1,4 Prozent jährlich. Das soll verdoppelt werden. Insbersondere durch gezieltes Stromsparen. Dazu bieten die Heidelberger Stadtwerke, Stromspar-Boxen an, die den Verbrauch im Stand-By-Betrieb von Fernsehern und anderen Geräten radikal reduzieren. Und sie verleihen einen Energiesparlampen-Koffer, mit dem man das Licht von Öko-Birnen zu Hause testen kann.

Neue Technologien einsetzen

Eine gute Alternative zur Öko-Lampe sind Licht emittierende Dioden, kurz LEDs. Beide Lampen verbrauchen nur ein Fünftel der alten Glühbirne und leben deutlich länger. Im Labor entwickeln Forscher die Lichter von morgen: Organische LEDs oder OLEDs. Sie bestehen aus dünnen, organischen Folien, die über große Flächen gleichmäßig leuchten. Der Clou: Sie wandeln 50 Prozent der Energie in Licht um.

Würde man nicht nur in Heidelberg, sondern überall Glühbirnen durch OLEDs ersetzen, könnte man weltweit etwa die Hälfte der Energie für Beleuchtung sparen.

Autor: Christoph Gocke

Links

Stadtwerke Heidelberg AG (SWH): Konkrete Energie-Informationen zum Raum Heidelberg.
http://www.hvv-heidelberg.de/swh/


Der ÖkoStrom wird massentauglich: Tchibo bietet nun auch Ökostrom an. Ein Bericht bei swr.de.
http://www.swr.de/swr1/rp/tipps/geld/

Literatur

Ein fundierter aktueller Ratgeber über erneuerbare Energien:

Erneuerbare Energien und Alternative Kraftstoffe.
Mit neuer Energie in die Zukunft.
Autor: Sven Geitmann
Broschiert - 196 Seiten - Hydrogeit Verlag
März 2004
ISBN: 3937863001
Euro 19,90

Dieser Text gibt den Fernsehbeitrag vom 18.03.2007 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendung vom
So, 18.03.07 | 17:03 Uhr

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