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Amerikanische Astronauten sind wieder auf dem Mond – jedenfalls in den gestochen scharfen 3D-Animationen der NASA.
Doch um ihre Visionen wahr werden zu lassen, braucht die Raumfahrtbehörde ein neues Raumschiff: Der „Space Shuttle“ ist nicht für den langen Weg zum Mond ausgelegt – und zu unsicher.
Die Crew des „Space Shuttles hat nach dem Start kaum eine Möglichkeit sich bei einem Zwischenfall in Sicherheit zu bringen. Für die Besatzung der „Challenger“ bedeutete das 1986 den vielleicht vermeidbaren Tod.
Doch für den Spaceshuttle lässt sich kein vollwertiges Rettungssystem nachrüsten; nach dem Totalverlust 1986 wurden die anderen Raumfähren nur mit einem „Alibi“-System ausgestattet.
Die Besatzung trägt jetzt Fallschirme, kann diese aber nur im kontrollierten Gleitflug verwenden – wenn die Raumfähre zum Beispiel nach dem Abbruch des Aufstiegs keinen passenden Landeplatz mehr erreichen kann. Dann müssen die Astronauten eine Seitenluke öffnen, einen Rettungsstab ausfahren, sich daran einklinken und aus dem Shuttle gleiten – bei einem direkten Sprung liefen sie in Gefahr mit dem Leitwerk zu kollidieren.
Übungen am Boden haben gezeigt, dass mehrere Minuten vergehen, bis die siebenköpfige Crew die Raumfähre auf diesem Weg verlassen hat. Für eine Katastrophe wie die Explosion der Challenger wäre dieses System völlig ungeeignet.
Für den Nachfolger des Space Shuttles planen die Konstrukteure der NASA – nicht zuletzt aufgrund massiven öffentlichen Drucks - etwas Anderes. Sie greifen beim Design der Raumkapsel „Orion“ auf das alte Sicherheitskonzept der Apollo-Missionen aus den 60er Jahren zurück:
Die Raumkapsel sitzt oben auf der Hauptrakete und trägt eine zusätzliche Rettungsrakete auf der Spitze. Bei einem Störfall soll diese Zusatzrakete die Kapsel von der Hauptrakete trennen und aus dem flammenden Inferno wegreißen.
Dann soll „Orion“ an mehreren Fallschirmen sicher zur Erde schweben. Der Vorteil dieses Konzepts: Es funktioniert auf der Startrampe und bis zu einer Höhe von 90 Kilometern.
Für die Landung haben sich die Ingenieure etwas Neues ausgedacht. Die Raumkapsel erhält Airbags, mit denen sie auch in unwirtlichem Gelände sicher landen kann. Die Raumkapseln des frühen Raumprogramms waren darauf angewiesen im Meer zu landen.
Am Langley Research Center der NASA in Hampton, Virginia, untersuchen die Konstrukteure die aerodynamische Stabilität des Rettungssystems an Modellen. Sie wollen sicher gehen, dass das System auch bei mehrfacher Schallgeschwindigkeit einwandfrei funktioniert. Auch die Fallschirme und Airbags des Rettungssystems werden schon einzeln geprüft. In ein paar Monaten sollen Rettungsrakete, Fallschirme und Airbags in der Wüste von Neu Mexiko zum ersten Mal zusammen getestet werden. Bis der erste echte Countdown für das Raumschiff „Orion“ läuft werden noch einige Jahre vergehen. Im Moment geht die NASA davon aus, dass die ersten amerikanischen Astronauten 2014 mit dem neuen Raumschiff ins All fliegen. Und dass 2020 die ersten Amerikaner wieder den Fuß auf den Mond setzen.
Autor: Daniel Münter
Dieser Text gibt den Fernsehbeitrag vom 30.09.2007 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.