24.05.2012

Die zwanziger Jahre
Joseph Goebbels

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Abenteuer 1927 - Sommerfrische

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Luftschiff "Graf Zeppelin" (Bild: WDR/AKG)

Das Luftschiff "Graf Zeppelin" nach der Landung

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Paar mit seinem Kabriolett (Bild: WDR/AKG)

Paar mit seinem Kabriolett

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Bauhaus Dessau (Bild: WDR/AKG)

Das Bauhaus in Dessau wird zum Inbegriff moderner Architektur

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Arbeiterinnen am Fließband (Bild: WDR/AKG)

Arbeiterinnen am Fließband bei AEG Berlin, 1928

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Absturz aus der Moderne
Mittwoch, 19. Oktober 2005, 21.45 Uhr im Ersten
Ein Film von Florian von Stetten
Redaktion: Gudrun Wolter (WDR)


Deutschland in den zwanziger Jahren ist eine schillernde Erfolgsgeschichte, die scheitert. Ein Aufbruch in die Katastrophe. Der dritte Teil der Dokumentationsreihe im Ersten zeichnet den Weg vom Erfolg in den Untergang nach.

Amerikanische Kredite hatten es der deutschen Wirtschaft ermöglicht, sich schon Mitte der zwanziger Jahre von den Auswirkungen des Ersten Weltkrieges zu erholen. Durch Firmenzusammenschlüsse können sich nun auch deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt behaupten. Es entstehen die IG Farben und die Vereinigten Stahlwerke. Mercedes wird ein Großkonzern, Quelle startet sein Versand-Geschäft, AEG und Siemens treiben die Elektrifizierung der privaten Haushalte voran. Die Moderne hält Einzug in Küche und Wohnzimmer. Das Bauhaus in Dessau wird zum Inbegriff fortschrittlicher Architektur: funktional, sachlich, schnörkellos. In den Naturwissenschaften geht jeder dritte Nobelpreis an deutsche Forscher. Autos, Flugzeuge, U-Bahnen und Zeppeline bestimmen das Tempo der Zeit. Sportliche Erfolge und Rekorde auf allen Gebieten stärken das gebrochene Nationalgefühl. Schneller, höher, weiter: Deutschland ist wieder wer!

Die Kehrseite: Arbeitslose, die in trostlosen Mietskasernen hausen, und eine zunehmende Radikalisierung der Politik aufgrund der sozialen Spannungen. Eine verunsicherte Mittelschicht, vom Fortschritt überrannt. Und die Großindustrie, die aus Angst vor einer sozialen Revolte den Aufstieg der Nationalsozialisten mitfinanziert.

Die Weltwirtschaftskrise 1929 bringt die schillernde Seifenblase zum Platzen, die Abhängigkeit von der amerikanischen Wirtschaft erweist sich als verhängnisvoll. Fünf Millionen Arbeitslose und bürgerkriegsähnliche Zustände auf den Straßen lassen den Wunsch nach Ruhe und Ordnung wachsen. Ein fruchtbarer Nährboden für Adolf Hitler, der verspricht, die "Schmach von Versailles" und die drückenden Reparationszahlungen zu beseitigen. Geschickt nutzen die Rechtsextremen die modernen Errungenschaften der Zeit für ihre Zwecke. Die Erfindung des Lautsprechers ermöglicht propagandistische Massenveranstaltungen, Adolf Hitler erscheint zu seinen Wahlkämpfen mit einem Flugzeug als Erlöser vom Himmel. Am Ende der ungeliebten Republik sehen viele in ihm den Retter der Arbeitslosen. Die bürgerlichen Parteien dulden seinen Aufstieg oder haben ihm nichts entgegenzusetzen, die Linken bekämpfen sich untereinander.

Fortschritt und Moderne gehen damals an den Bedürfnissen der meisten Menschen vorbei, so dass sie die Vorteile der Demokratie nicht erkennen. "Deutschland war zu arm, um sich Gold an die Fahne zu heften", sagt einer der Zeitzeugen.
Aus dem Freudenhaus wird ein Totenhaus.

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