10.02.2012

Die zwanziger Jahre
Joseph Goebbels

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Hier geht's rund: Sportstudentinnen ertüchtigen ihren Körper mit dem Rhönrad (1928)

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1925: Damenmode der Charlestonzeit

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Hintergrund

Die spannende und ereignisreiche Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Machtergreifung Adolf Hitlers wird oft plakativ mit Schlagworten belegt – "die Goldenen Zwanziger", oder "der Tanz auf dem Vulkan". 

Die Weimarer Republik, wie die erste Republik auf deutschem Boden genannt wird, ist eine Zeit voller extremer Gegensätze: Hunger, Elend und existenzielle Not breiter Massen neben enormem Reichtum und dekadent zur Schau gestelltem, ausschweifendem Luxus.
Pazifismus oder der Traum von der Weltrevolution prägen die junge Republik genauso wie ein unversöhnlicher militanter Chauvinismus. 

Deutschland, durch den Frieden von Versailles und den damit verbundenen Reparationsleistungen schwer belastet, bringt ausgerechnet in diesen Jahren größter ökonomischer wie politischer und gesellschaftlicher Unsicherheit – oder vielleicht gerade, weil alle bisherigen bürgerlichen Sicherheiten und Gewissheiten abhanden gekommen sind – eine nie da gewesene kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit hervor, die immer Spiegel ihrer Zeit bleibt.

Viele Menschen der zwanziger Jahre werden, nach den muffig-kaiserlichen Jahrzehnten davor, erfasst vom Rausch radikaler Modernität: Frauen im Büro und im Parlament, man schwärmt für Kraft und Körperlichkeit, beim Boxkampf ebenso wie in der Freikörperbewegung.
Der Film als neues Massenmedium: Deutschland produziert damals mehr Spielfilme als alle anderen europäischen Staaten zusammen. Zeitungen erscheinen dreimal täglich, illustrierte Zeitschriften veröffentlichen Fotoreportagen, das Radio erreicht immer mehr Menschen.

Fließbandarbeit in den Fabriken verordnet den Menschen einen neuen Takt, die Verkehrsmittel werden immer schneller, das Telefon revolutioniert die Kommunikation, der gerade erfundene Lautsprecher ermöglicht Massenveranstaltungen.

Nie zuvor und auch danach haben deutsche Institute und Erfinder so viel Erfolge feiern dürfen. In dieser Zeit geht jeder dritte naturwissenschaftliche Nobelpreis an deutsche Wissenschaftler. Allenthalben werden Tradition und Althergebrachtes beiseite geschoben und Reformen ins Werk gesetzt, die aber viele Menschen nicht erreichen oder überfordern: Was Bauhaus als lichte, luftige und funktionale Wohnweise propagiert, erscheint den meisten Deutschen als kalt und seelenlos. Während in manchen Städten Reformpädagogik nach Waldorff und Montessori ausprobiert wird, regiert in der Mehrzahl der Dorfschulen noch die Prügelstrafe.

Die Autoren und Redaktionen von WDR und MDR haben deutschlandweit Zeitzeugen gesucht und gefunden, die, hochbetagt, uns ihre Erinnerung an die Zwanziger erzählten und ihre privaten Fotoalben für uns öffneten. Und es wurden Archive durchforstet, um neben den erwartbaren andere, neue Bilddokumente dieser Zeit zu finden. 

So entstand eine dreiteilige Dokumentationsreihe, die nicht vordringlich eine politische Chronik bietet, sondern ein Gespür für diese Zeit und die von den Menschen miterlebten wichtigsten Strömungen, Stimmungen, Ereignisse und Entwicklungen dieser aufregenden wie aufgeregten Jahre vermitteln will.
 

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