SENDETERMIN So., 05.07.20 | 18:05 Uhr | Das Erste

ARD-Sommerinterview: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

im Gespräch mit Tina Hassel

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bericht aus berlin | Bild: ARD-Standbild

Während Annegret Kramp-Karrenbauer als Verteidigungsministerin mit rechtsextremen Tendenzen in der Bundeswehr vor großen Herausforderungen steht, bereitet sie als CDU-Vorsitzende einen Wahlkampf vor, den voraussichtlich ein anderer Parteichef führen wird. Den Übergang moderieren, nicht die Partei prägen: Als Parteichefin auf Abruf soll sie bis zur Entscheidung über ihre Nachfolge im Dezember die Partei durch dieses Krisenjahr führen.

Im ARD-Sommerinterview stellt sich die CDU-Vorsitzende am Sonntag, 5. Juli 2020, den Fragen von Tina Hassel, Studioleiterin des ARD-Hauptstadtstudios.

Kramp-Karrenbauer geht von einer Kampfkandidatur um den CDU-Vorsitz aus

Annegret-Kramp-Karrenbauer geht davon aus, dass die Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz grundsätzlich auch die Kanzlerkandidatur der Union 2021 anstreben. Es sei "vollkommen klar", dass jeder von ihnen auch die Kanzlerkandidatur im Blick habe.

Annegret Kramp-Karrenbauer: "Wer immer das wird, wer immer dort kandidiert, hat natürlich auch das Thema Kanzlerkandidatur, mögliche Kanzlerkandidatur vor Augen, aber es ist dann eben Sache des Neuen oder der Neuen mit der Schwesterpartei darüber zu reden, wie die Abläufe weiter sein werden. Also ich habe von keinem der drei Kandidaten bisher gehört, dass sie nur antreten, um Parteivorsitzender werden zu wollen."

Keine einvernehmliche Lösung in der "K-Frage" in Sicht

In der Partei gäbe es zwar bei vielen den Wunsch nach einer einvernehmlichen Lösung, sie sehe aber bislang dafür keine Anhaltspunkte: "Ich habe bis jetzt zu mindestens keine Signale der drei, dass irgendjemand auf die Kandidatur verzichten würde. Also gilt, wir bewegen uns auf dem Parteitag im Dezember hin und dort wird dann entschieden."

Kramp-Karrenbauer widerspricht Äußerungen von CSU-Parteichef Söder, der Kanzlerkandidat müsse sich in der Corona-Krise bewähren: "Krisenmanagement gehört dazu, aber es gehört eben auch dazu und das haben alle Kanzler bewiesen, und ich bin sehr stolz darauf, insbesondere auch die der CDU, wann die Weichen nach vorne gestellt werden müssen, wann man f ür die Zukunft stehen muss. Es gehört dazu ein festes Fundament und es gehört dazu die Fähigkeit auch in schwierigen Zeiten seinen eigenen Kurs beizubehalten und zum Beispiel nicht der Versuchung des Populismus zu unterliegen."

Frauenanteil: Für paritätische Besetzung von Wahllisten

Um den Anteil der Frauen in der CDU zu steigern, spricht sich die CDU-Vorsitzende für die grundsätzlich paritätische Besetzung von Wahllisten aus:  "Ja, weil wir das auch schon in vielen oder in einigen Landesverbänden etwa bei Landeslisten hatten. Zum Beispiel bei der Landtagswahl in Sachsen. Das hat Michael Kretschmer auch ohne die entsprechenden Satzungsvorgaben paritätisch aufgestellt."

Kampf gegen Rechtsextremismus in der Bundeswehr

Als Verteidigungsministerin betont Kramp-Karrenbauer, der Kampf gegen Rechtsextremismus in der Bundeswehr betreffe nicht nur das KSK, sondern die gesamte Bundeswehr: "Wenn diejenigen, die für eine wehrhafte Demokratie stehen, wenn diejenigen, die einen Amtseid oder ein Gelöbnis ablegen für die Verfassung, die bereit sind im Zweifel, und das gilt insbesondere für das KSK, Leib und Leben zu riskieren, wenn diejenigen in ihren eigenen Reihen Fälle haben, Männer und Frauen haben, die gegen diese Verfassung kämpfen, die erkennbar rechtsextremistisch sind, dann gefährdet das die Stabilität der gesamten Demokratie."

In Bezug auf das neue chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong schließt Kramp-Karrenbauer anders als Bundeskanzlerin Merkel eine erleichterte Einwanderung für Menschenrechtsaktivisten aus Hongkong nicht aus. "Es ist zumindest eine Frage, mit der wir uns eng abstimmen sollten, insbesondere mit Großbritannien".

Weitere Sendetermine der ARD-Sommerinterviews, sonntags um 18:05 Uhr im Ersten:

12. Juli 2020: Christian Lindner (FDP)

19. Juli 2020: Jörg Meuthen (AfD)

26. Juli 2020: Bernd Riexinger (DIE LINKE)

2. August 2020: Markus Söder (CSU)

9. August 2020: Saskia Esken (SPD)

16. August 2020: Robert Habeck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Die ARD-Sommerinterviews im "Bericht aus Berlin" sind eine Produktion des ARD-Hauptstadtstudios und werden im ARD Text auf Seite 150 für gehörlose und schwerhörige Zuschauerinnen und Zuschauer live untertitelt.

Online-Format "Frag selbst!"

Im Online-Format "Frag selbst!" um 15:00 Uhr können Userinnen und User ihre Fragen an Annegret Kramp-Karrenbauer im Netz stellen. Die Fragen des Publikums erreichen die Redaktion auf den Kanälen von "Tagesschau" und "Bericht aus Berlin" bei Facebook, Twitter (#fragselbst) und YouTube sowie per E-Mail an frag-selbst@tagesschau.de. Die Antworten gibt es im Livestream auf den Social Media-Kanälen von "Tagesschau" und "Bericht aus Berlin" sowie auf https://www.tagesschau.de/.