v1.0 Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der tagesschau. Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (13.10.2018) Heute im Studio: Thorsten Schröder Guten Abend, meine Damen und Herren. Ich begrüße Sie zur tagesschau. In Berlin sind 250.000 Menschen auf die Straße gegangen - gegen Rassismus und für eine solidarische Gesellschaft. Ein Bündnis aus Organisationen hatte zur Demonstration aufgerufen - darunter Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und Kirchengruppen. Die Kundgebung richtete sich gegen rechte Hetze und auch gegen Kürzungen im Sozialsystem. Laut Polizei verlief sie bis zum Abend ohne Zwischenfälle. Mit 40.000 Demonstranten hatte das Bündnis "unteilbar" gerechnet, es kommen rund 250.000 nach Angaben der Veranstalter. Aus ganz Deutschland reisen sie an, jung und alt. Sie bilden einen 5,5 km langen Demonstrationszug. "Solidarität statt Ausgrenzung", lautet das Motto. Diese Demo steht in der Reihe von vielen Demonstrationen, die in den letzten Wochen und Monaten gelaufen sind. Zehntausende gingen in München, Hamburg und Chemnitz auf die Straße, auch in kleineren Orten. Gegen rechte Hetze, Rassismus, das Flüchtlingssterben im Mittelmeer und Kürzungen im Sozialsystem wird demonstriert. Mir macht Sorgen, was passiert, das geht zu weit nach rechts. Ich löse meiner Oma ein Versprechen ein. Sie hat uns Kindern gesagt, dass wir alles dafür tun sollen, dass es nicht wieder so wird, wie sie es erlebt hat damals. An der Siegessäule ist die Abschlusskundgebung und ein Konzert, auch mit Herbert Grönemeyer. Wir sind den Menschen entgegengekommen, die geflohen sind. Wir bieten Schutz, Unterkunft. Ich helfe gerne, dass es so bleibt und sich verbessert. Viele Demonstranten hoffen, dass nach diesem Tag ihre Stimmen in der Politik wieder gehört werden. Und nicht nur die von rechts. Auch in Frankreich sind die Menschen auf die Straße gegangen. Zehntausende demonstrierten für einen wirksameren Klimaschutz und gegen den Rücktritt von Umweltminister Hulot. Begründet hatte er diesen Schritt mit zu geringem Fortschritt im Bereich des Umweltschutzes. Nach Einschätzung von Bundestagspräsident Schäuble wird die Landtagswahl in Bayern erhebliche Änderungen bringen. Der CDU-Politiker sprach davon, dass sie "Erschütterungen" auslösen werde. Schäuble begründete dies mit Umfragen, nach denen die Parteien der Koalition an Stimmen verlieren würden. Mit Blick auf die Kanzlerin sagte er: Merkel sei trotz starker Position nicht mehr unbestritten wie früher. Das Interview finden Sie auf tagesschau.de Die AfD in Thüringen geht mit Björn Höcke als Spitzenkandidat in die Landtagswahl. Ein Parteitag in Arnstadt wählte ihn mit 85 Prozent. Höcke gilt als Wortführer des ultra-rechten Flügels der AfD. Er forderte eine Abgrenzung von der rechtsextremen NPD. Anlass war ein NPD-Eintrag in sozialen Medien, den ein AfD-Funktionär geteilt hatte. Ein Thema auf dem Landesparteitag: Die mögliche Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz. Der Parteichef ist Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen. Das ist ein Ergebnis des Parteitags der AfD von Thüringen. 84,5 Prozent der Delegierten stimmten für Björn Höcke. Im Kampf um Listenplatz 1 war Höcke allerdings ohne Konkurrenz. In den eigenen Reihen ist er nicht unumstritten. 24 Minuten seiner Rede galten den parteiinternen Gegnern. Meine Geduld ist am Ende. Ich rufe dieser Gruppe zu: Ordnet euch ein! Werdet konstruktiv! Oder haut endlich ab! Größere Feinde sieht Höcke außerhalb der AfD. Etablierte Parteien gehören dazu. Auch der Verfassungsschutz gehört dazu - erst recht auf Landesebene. Bei der Behörde in Thüringen läuft ein Prüfverfahren. Amtsmissbrauch wirft Höcke deren Führung vor. Dieser Verfassungsschutz ist Herrschafts-Sicherungsinstrument in der Hand des Establishments. Wir haben uns in Thüringen nichts vorzuwerfen. Bei einzelnen Parteigängern gäbe es rechtsextreme Tendenzen. Die will auch der Bundesvorsitzende nicht in der Partei. Ich sage das wegen der vielen aufrechten Kämpfer. Bis morgen soll die AfD-Mannschaft für den eigenen Wahlkampf stehen. In der syrischen Provinz Idlib soll bis Montag eine entmilitarisierte Zone entstehen. Dies handelten Russland und die Türkei vor einem Monat aus, um eine Großoffensive syrischer Regierungstruppen zu verhindern. Bis zum Ablauf der Frist sollen die Rebellen mit ihren schweren Waffen abgezogen sein. In dem Gebiet im Nordwesten Syriens leben drei Millionen Menschen. Bereit zum Angriff - das sind christliche Milizen auch und gerade jetzt. Sie sind zwei Kilometer entfernt von der Frontlinie. Sie unterstehen dem Oberbefehl von Assad. Sie sollen die Christen verteidigen gegen radikale Islamisten. Die sollen sich bis Montag zurückziehen. Russland meldet einen Teilabzug. Die Realität sei eine andere, erläutert der Anführer der Miliz. Sie haben sich nicht zurückgezogen. Sie sind noch immer da. Sie bauen Bunker und Befestigungsanlagen. Wir sehen Planierraupen, Bagger und Lastwagen. Hier hatten islamistische Rebellen einst das Sagen. Sindschar wurde vor neun Monaten von syrischen Truppen zurückerobert. Der Sieg im Süden der Provinz Idlib war teuer erkauft. Häuser in Trümmern. Kein Strom und kein fließend Wasser. 200 Familien leben hier. Die meisten sind Anhänger der Regierung. An eine politische Lösung mag kaum einer glauben. Man kann ihnen nicht vertrauen. Sie sind Lügner. Ich hoffe, dass die Armee die Provinz unter ihre Kontrolle bringt. Der Waffenstillstand scheint brüchig. Skepsis überwiegt bei Armee und Regierung - aber auch bei den Menschen im Grenzgebiet. Skepsis darüber, ob islamistische Rebellen sich zurückziehen. Ob sie bereit sind, die Waffen niederzulegen. Ob sie bereit sind zur Versöhnung. Viele setzen auf die militärische Karte - auch für den Preis eines Blutbades. Die Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds ist mit einem Appell für mehr Zusammenarbeit zu Ende gegangen. Die IWF-Direktorin warnte vor Abwärtsrisiken für die Wirtschaft durch politische Unsicherheiten und Handelskonflikte. Beherrschendes Thema unter den 189 Mitgliedsstaaten waren die Differenzen zwischen den USA und China. Traditionelle Tänze auf Bali: Das ist der richtige Ort für ein perfektes Gipfel-Foto. Doch es gibt auch Schatten: Die rasant wachsende Überschuldung vieler Schwellenländer. Der Handelsstreit USA-China. Die IWF-Chefin hält einen flammenden Appell. Wir müssen Strategien entwickeln, die den Veränderungen der Wirtschaft gerecht werden. Wir dürfen uns nicht spalten. Wir müssen kooperieren, weil wir gemeinsam stärker sind. Während sich die Delegierten um ein Miteinander bemühen, droht Washington abermals mit härterer Gangart gegenüber China. Die deutsche Delegation betont ebenfalls die Bedeutung des Handels. Ein Aufschaukeln von Zöllen und Gegenzöllen bewirkt genau das Gegenteil einer Stärkung der Wirtschaft. Es beschränkt den Warenverkehr. Es untergräbt eine wichtige Quelle unseres Wohlstands. Zum Abschluss des Treffens: ein traumhafter Sonnenuntergang. Viele Schwellenländer sind stark abhängig von Exporten in die USA und nach China. Sie warnten daher vor der Eskalation eines Handelsstreits. Lange Schatten auf Bali: Der indonesische Präsident appellierte an die USA und China, sie sollten aufeinander zugehen. Widodo mahnte: Wenn die Welt am Abgrund stehe, spiele es keine Rolle mehr, wer stärkste Wirtschaftsnation sei. Nach seiner Freilassung in der Türkei ist der US-Pastor Brunson wieder in seiner Heimat. Der Geistliche landete am Abend in Washington. Er wird später von Präsident Trump empfangen. Brunson war wegen Terrorvorwürfen zwei Jahre festgehalten worden. Gestern wurde er freigelassen. Washington wie Ankara bestreiten, dass es einen Deal gegeben hat. Der Fall hatte eine diplomatische Krise ausgelöst. Sieben Palästinenser sind im Gazastreifen beigesetzt worden. Sie waren an der Grenze zu Israel bei Protesten getötet worden. Dort hatte sich die israelische Armee nach eigenen Angaben gegen Spreng- und Brandsätze zur Wehr setzen müssen. Palästinenser hatten gegen Blockaden durch Israel protestiert. In diesem Jahr wurden an der Grenze 200 Palästinenser erschossen. Das Feuer in einem ICE zwischen Köln und Frankfurt/Main ist durch einen technischen Defekt ausgelöst worden. Das hat die Polizei bestätigt. Weitere Details sind noch unklar. Eine Fremdeinwirkung kann ausgeschlossen werden. 500 Passagiere und das Zugpersonal konnten den ICE verlassen. Fünf Menschen wurden leicht verletzt. Die Strecke bleibt gesperrt. Gustav Klimt ist ein Vertreter des Wiener Jugendstils. Um 1900 wurde der Maler bekannt durch seine Porträts von Frauen des Bürgertums. Anlässlich seines 100. Todestages sind Gemälde und Akt-Zeichnungen in Halle/Saale zu sehen. In Deutschland ist es die einzige Klimt-Einzelausstellung. Diese Blick zwingt zum Stehenbleiben. Die Frau möchte man kennenlernen. Der Meister der visuellen Verführung ist Gustav Klimt. Seine Frauen-Porträts faszinieren noch immer. Es geht darum, einen Blick in das gesamte Schaffen aufzubereiten. Wir zeigen Damen-Porträts und Landschaften. Wir zeigen symbolistische und allegorische Arbeiten. Mit Zeichnungen bereitete Klimt seine großformatigen Arbeiten vor. Andere Skizzen sind delikat, revolutionär, freizügig. Seine Landschaften sind wenig bekannt. Auch sie dürften eine Entdeckung sein. Den bedeutendsten Künstler des Wiener Jugendstils konnte das deutsche Publikum erst in vier Werkschauen seit 1945 sehen. Nach dem Krieg beginnt man, Klimt neu zu entdecken. Zunächst in Österreich – dann in Italien und in der alten Bundesrepublik. Im Osten von Deutschland folgte man wesentlich später. Die Werke von Klimt werden kaum noch verliehen. Sie sind zu zerbrechlich. Auch das macht die Ausstellung in der Moritzburg besonders. Die Lottozahlen: Diese Angaben sind ohne Gewähr. Weitere Gewinnzahlen: tagesschau.de und ARD-Text/Tafel 580 In den von Hurrikan "Michael" verwüsteten Gebieten werden im Süden der USA immer mehr Tote geborgen. Offiziell ist von 17 Opfern die Rede. Die Zahl dürfte aber steigen. Der Wirbelsturm hatte am Mittwoch den Nordwesten von Florida getroffen. Virginia, North Carolina und Georgia wurden in Mitleidenschaft gezogen. Vielerorts gibt es weder Strom noch funktionierende Mobilfunk-Netze. Die Wettervorhersage für morgen, Sonntag, den 14. Oktober. Morgen erwartet uns wieder ein warmer Sommertag. In der neuen Woche machen sich Tiefausläufer bemerkbar. In der Nacht ist es sternenklar. Vor allem im Süden bildet sich Nebel, der sich bis zum Mittag halten kann. Abseits des Nebels scheint die Sonne. Am Montag im Westen und Nordwesten stark bewölkt. Mancherorts Regen, sonst ändert sich wenig. Ähnlich Dienstag und Mittwoch. Im Norden und Westen Wolken und etwas Regen. Sonst wird es freundlich. Ingo Zamperoni begrüßt Sie um 23.15 Uhr zu diesen tagesthemen: Demo in Berlin: Immer mehr Menschen gehen gehen Rassismus auf die Straße Bayern vor der Wahl: Stimmungen und Analysen Einen schönen Abend. Copyright Untertitel: NDR 2018